
Deutschland steht kurz vor einer wichtigen Abstimmung in New York. Am Mittwoch, 3. Juni 2026, wählt die Generalversammlung der Vereinten Nationen fünf neue nichtständige Mitglieder des UN-Sicherheitsrats für die Amtszeit 2027 und 2028. Die Bundesregierung bewirbt sich um einen dieser Sitze und will damit wieder stärker an Entscheidungen über internationale Sicherheit, Friedensmissionen und Krisendiplomatie beteiligt sein.
Das Auswärtige Amt verweist auf Deutschlands Engagement in den Vereinten Nationen, auf Beiträge zu Friedensmissionen und auf die Rolle als wichtiger Geldgeber im UN-System. Im Sicherheitsrat will Deutschland vor allem die Themen Konfliktprävention, Krisenlösung, Klima und Sicherheit voranbringen.
Der UN-Sicherheitsrat besteht aus 15 Mitgliedern. Fünf Staaten sind dauerhaft vertreten: China, Frankreich, Russland, Großbritannien und die USA. Die übrigen zehn Sitze werden für jeweils zwei Jahre vergeben. Jedes Jahr wählt die UN-Generalversammlung fünf neue nichtständige Mitglieder.
Die Wahl findet geheim statt. Nach Angaben der Bundesregierung hat Außenminister Johann Wadephul in New York noch einmal für die deutsche Bewerbung geworben. In der Regierungspressekonferenz hieß es am 29. Mai, Deutschland sei zuversichtlich, das Ergebnis stehe aber erst nach der Abstimmung fest.
Deutschland kandidiert für die Gruppe der westeuropäischen und anderen Staaten. In dieser Gruppe werden für den Zeitraum 2027 und 2028 zwei Sitze vergeben. Neben Deutschland bewerben sich auch Österreich und Portugal. Damit treten drei Bewerber für zwei Plätze an.
Beide Mitbewerber stellen wie Deutschland ihre Unterstützung für Multilateralismus, Völkerrecht und Friedenssicherung in den Mittelpunkt. Die Entscheidung liegt bei den 193 Mitgliedstaaten der UN-Generalversammlung.
Deutschland verbindet die Kandidatur mit mehreren außenpolitischen Schwerpunkten. Im Zentrum stehen Konfliktprävention, Krisenlösung sowie der Zusammenhang zwischen Klima und Sicherheit. Das Auswärtige Amt verweist außerdem auf den UN-Vorsitz in der Peacebuilding Commission und auf das UN Peacekeeping Ministerial in Berlin.
Ein besonderer Fokus soll auf Afrika und kleinen Inselstaaten liegen. Daneben nennt das Auswärtige Amt die Bekämpfung von Terrorismus, die Eindämmung von Kleinwaffen sowie Risiken im Cyberraum und Weltraum.
Der Sicherheitsrat ist das zentrale Gremium der Vereinten Nationen für internationale Sicherheit. Für Deutschland wäre ein Sitz außenpolitisch bedeutsam. Nichtständige Mitglieder haben kein Vetorecht, können aber Debatten prägen, Resolutionen mitverhandeln und Themen auf die Tagesordnung setzen. Gerade in Krisenlagen kann ein Sitz zusätzlichen diplomatischen Einfluss verschaffen.
Deutschland war bereits mehrfach nichtständiges Mitglied des Sicherheitsrats, zuletzt 2019 und 2020. Die erneute Bewerbung passt zur deutschen Linie, die Vereinten Nationen als zentrale Plattform internationaler Zusammenarbeit zu stärken.
Ob Deutschland den Sitz erhält, entscheidet sich am Mittwoch in der Generalversammlung. Belastbar ist bislang nur der Stand vor der Abstimmung: Deutschland kandidiert, wirbt aktiv um Unterstützung und konkurriert in seiner Regionalgruppe mit Österreich und Portugal um zwei Sitze.
Ein Wahlerfolg würde Deutschland ab dem 1. Januar 2027 für zwei Jahre zurück in das wichtigste sicherheitspolitische Gremium der Vereinten Nationen bringen. Unklar blieb zunächst, ob alle nötigen Stimmen gesichert sind. Offiziell bestätigt war zunächst nur, dass die Bundesregierung zuversichtlich in die Abstimmung geht.
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