DIHK senkt Exportprognose 2026: Iran-Krieg belastet deutschen Außenhandel

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die DIHK Exportprognose 2026 wurde vom Deutschen Industrie- und Handelskammertag (DIHK) deutlich nach unten korrigiert: Statt des ursprünglich erwarteten Exportwachstums von einem Prozent rechnet der Verband nun mit einer Stagnation im deutschen Außenhandel. Als Hauptursache nennt der DIHK den anhaltenden Iran-Krieg, der die wirtschaftlichen Erwartungen deutscher Unternehmen im Ausland massiv eintrübt.

DIHK Exportprognose 2026: Wachstum auf Stagnation revidiert

Der DIHK-Außenwirtschaftschef Volker Treier hat am 5. Mai 2026 die neue Prognose vorgestellt. Für das laufende Jahr erwartet der Verband nun statt des ursprünglich prognostizierten Wachstums von einem Prozent lediglich eine Stagnation der deutschen Exporte. Treier warnte dabei auch vor einem strukturellen Problem: Immer mehr Unternehmen verlören das Vertrauen in Deutschland als Wirtschaftsstandort. Wer die Wachstumsprognosen für 2026 faktisch halbiere, sende ein Warnsignal an den gesamten Exportstandort Deutschland.

Grundlage der aktualisierten Prognose ist eine Umfrage des DIHK unter mehr als 4.500 international tätigen deutschen Unternehmen, die über die Netzwerke der deutschen Auslandshandelskammern befragt wurden. Das Ergebnis ist ernüchternd: Nur noch 21 Prozent der befragten Firmen erwarten eine Verbesserung ihrer Geschäftsentwicklung in den kommenden Monaten — im Herbst 2025 waren es noch 26 Prozent. Der Anteil der Unternehmen, die mit einer Verschlechterung rechnen, ist entsprechend gestiegen.

Iran-Krieg als zentraler Belastungsfaktor für den deutschen Export

Der Krieg gegen den Iran wirkt sich auf mehrere Ebenen negativ auf den deutschen Außenhandel aus. Besonders betroffen sind Unternehmen, die in der Region des Nahen und Mittleren Ostens aktiv sind. Die Sicherheitslage, unterbrochene Lieferketten und gestiegene Transportkosten belasten das Exportgeschäft erheblich. Zugleich sind die Ölpreise infolge des Konflikts deutlich gestiegen: Brent-Rohöl notiert derzeit zwischen 110 und 115 US-Dollar je Barrel, was die Produktions- und Logistikkosten für exportorientierte Branchen spürbar erhöht.

Bereits im vergangenen Jahr hatte das Feuer auf dem Containerschiff HMM Namu in der Straße von Hormus gezeigt, wie fragil die Schifffahrtsrouten im Persischen Golf sind. Seitdem haben sich die Risiken für den Seehandel weiter verschärft. Für viele Branchen — von der Chemie- über die Maschinenbau- bis zur Automobilindustrie — sind die Konsequenzen des Iran-Krieges in der täglichen Praxis spürbar.

Regionale Unterschiede: Nordamerika, China und Südamerika mit besseren Aussichten

Trotz der insgesamt eingetrübten Stimmung zeigen sich in der DIHK-Umfrage deutliche regionale Unterschiede. In Südamerika und Zentralamerika etwa rechnet fast jedes dritte befragte Unternehmen mit einer Verbesserung, während nur 23 Prozent eine Verschlechterung erwarten. Als Gründe werden die geographische Distanz zum Kriegsgebiet, eigene Energiereserven der Länder und das im vergangenen Jahr in Kraft getretene Mercosur-Abkommen zwischen der EU und den südamerikanischen Partnerstaaten genannt. Auch für die USA und China fallen die Einschätzungen etwas positiver aus als für den Mittleren Osten.

Auslandsinvestitionen als Reaktion auf den Standortdruck

Bemerkenswert ist ein weiterer Befund der DIHK-Erhebung: 43 Prozent der rund 1.700 gesondert zur Investitionsplanung befragten Unternehmen planen für 2026 Investitionen im Ausland — häufig mit dem ausdrücklichen Ziel der Kosteneinsparung. Dieser Trend belegt, dass viele Unternehmen ihre Produktion oder zumindest Teile davon ins Ausland verlagern wollen, statt in Deutschland zu investieren. DIHK-Chef Treier mahnte die Bundesregierung, die Rahmenbedingungen für exportorientierte Betriebe zu verbessern.

Für die regionalen Industrie- und Handelskammern bedeuten diese Entwicklungen ebenfalls erhöhten Beratungsbedarf. Auch Lars Baumgürtel, der neue Präsident der IHK Nord Westfalen, hat die Förderung des Außenhandels als eine seiner Prioritäten benannt. Die drohende Exportstagnation dürfte auch für Nordrhein-Westfalen als exportintensives Bundesland spürbare Folgen haben.

Ausblick: Was bedeutet die DIHK Exportprognose 2026 für die deutsche Wirtschaft?

Eine Exportstagnation ist für Deutschland, dessen wirtschaftliche Stärke traditionell auf dem Außenhandel beruht, eine ernste Warnung. Der DIHK-Außenwirtschaftsbericht unterstreicht, dass Deutschland seine internationale Wettbewerbsfähigkeit nicht als selbstverständlich betrachten darf. Die Kombination aus Iran-Krieg, hohen Energiepreisen und hausgemachten Standortproblemen setzt die Exportwirtschaft von mehreren Seiten unter Druck. Wie sich die Lage entwickelt, hängt maßgeblich davon ab, ob und wann eine diplomatische Lösung des Iran-Konflikts gelingt — und ob die Bundesregierung mit gezielten wirtschaftspolitischen Maßnahmen gegensteuert.

Quellen: dihk.de, finanzen.net, wiwo.de, t-online.de, springerprofessional.de

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