Donau im Sommer 2026: Hitze belastet Fluss, Gewitter erhöhen Risiko

Ein Schild zeigt Warnung
Symbolbild mit KI erstellt

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Ende Juni steht die Donau in Bayern weniger wegen eines flächigen Hochwassers, sondern vor allem wegen Hitze, Niedrigwasser und lokaler Starkregen im Fokus. Der Niedrigwasser-Informationsdienst Bayern meldete zuletzt ein Niederschlagsdefizit im laufenden Abflussjahr von rund 34 Prozent; an vielen Fließgewässermessstellen wurden niedrige oder sehr niedrige Abflüsse registriert. An der Donau zwischen Regensburg und Passau wurde wegen hoher Wassertemperaturen eine Warnung ausgelöst. Zugleich können Gewitter mit Starkregen örtlich rasch zu Überflutungen führen, auch wenn die großen Donaupegel zunächst unter Hochwasser-Meldestufen lagen.

Hitzewelle verschärft Niedrigwasserlage in Bayern

Die aktuelle Lage an der Donau ist eng mit der außergewöhnlich warmen und trockenen Witterung verbunden. Nach Angaben des Niedrigwasser-Informationsdienstes Bayern wurden im Juni ungewöhnlich viele heiße Tage registriert; die Hitzewelle erreichte demnach am 27. und 28. Juni ihren Höhepunkt. Für Bayern wurde im laufenden Abflussjahr ein Niederschlagsdefizit von rund 34 Prozent angegeben.

Die Abflüsse an den bayerischen Fließgewässern sind laut Lagebericht weiter gesunken. Rund 37 Prozent der Messstellen zeigten für die Jahreszeit niedrige Abflussverhältnisse, 54 Prozent lagen unter dem langjährigen mittleren Niedrigwasserabfluss und wurden als sehr niedrig eingestuft. Damit bleibt die Lage auch an Gewässern im Umfeld der Donau angespannt.

Donau zwischen Regensburg und Passau wegen Wassertemperatur im Blick

Besonders kritisch ist derzeit nicht allein der Wasserstand, sondern auch die Erwärmung des Flusses. Im Bereich der Donau zwischen Regensburg und Passau wurde am 25. Juni wegen Wassertemperaturen über 26 Grad die Meldestufe Warnung ausgerufen. Der Niedrigwasser-Informationsdienst verweist zugleich darauf, dass Sauerstoff- und Abflusswerte in Main und Donau zunächst in unkritischen Bereichen lagen.

Hohe Wassertemperaturen können für Fische, Muscheln und andere Gewässerorganismen problematisch werden. Warmes Wasser bindet weniger Sauerstoff, zugleich verkleinert Niedrigwasser den Lebensraum vieler Arten. Behörden können deshalb Maßnahmen wie Einschränkungen bei Baggerarbeiten, Schlammräumungen oder der Einleitung erwärmten Wassers anordnen, wenn sich Temperatur und Sauerstoffwerte weiter verschlechtern.

Hochwasserrisiko bleibt lokal durch Gewitter möglich

Ein großflächiges Donau-Hochwasser war am Dienstagvormittag zunächst nicht erkennbar. Der Hochwassernachrichtendienst Bayern wies für ausgewählte Donaupegel wie Neu-Ulm und Günzburg am 30. Juni Meldestufe 0 aus. Auch am Pegel Neuburg lag der letzte Messwert am Vormittag mit 165 Zentimetern deutlich unter Meldestufe 1 von 380 Zentimetern.

Trotzdem bleibt die Lage wetterabhängig. Nach der Hitzewelle zogen in Bayern schwere Gewitter mit Starkregen, Hagel und Sturmböen auf. Besonders betroffen war nach BR-Angaben unter anderem der Raum Schwandorf mit zahlreichen vollgelaufenen Kellern und Unterführungen; für den weiteren Dienstag wurden erneut Gewitter mit örtlichem Starkregen und Hagel vorhergesagt. Solche Ereignisse können Bäche, kleinere Zuflüsse und Unterführungen schnell belasten, ohne dass sofort ein großflächiges Donau-Hochwasser entsteht.

Schifffahrt muss Pegel und Vorhersagen eng verfolgen

Für die Schifffahrt auf der Donau bleiben die Pegelstände entscheidend. Das Wasserstraßen- und Schifffahrtsportal ELWIS zeigte am 30. Juni an mehreren schifffahrtsrelevanten Donaupegeln nur moderate Veränderungen gegenüber den Vortagen. Am Pegel Pfelling wurden am Morgen 251 bis 252 Zentimeter gemeldet, in Deggendorf 172 bis 175 Zentimeter und in Passau 428 bis 433 Zentimeter.

Direkte flächige Sperrungen der Donau-Schifffahrt ließen sich aus den geprüften amtlichen Daten zunächst nicht ableiten. Gleichwohl können niedrige Wasserstände die Beladung von Güterschiffen begrenzen oder Fahrpläne in der Personenschifffahrt beeinflussen. Entscheidend bleiben kurzfristige Pegelprognosen, weil Starkregen die Wasserstände lokal steigen lässt, Niedrigwasser nach trockenen Tagen aber rasch wieder zurückkehren kann.

Donaufest Ulm startet unter Wettervorbehalt

Auch abseits der Wasserwirtschaft rückt die Donau Anfang Juli in den Blick. Das Internationale Donaufest in Ulm und Neu-Ulm beginnt am 3. Juli 2026; der Markt der Donauländer ist zum Auftakt von 17 bis 24 Uhr geöffnet. In den folgenden Tagen sind laut Veranstalter weitere Marktzeiten bis zum 12. Juli vorgesehen.

Für Besucherinnen und Besucher bedeutet die aktuelle Wetterlage vor allem: Hitze, Gewitter und kurzfristige Unwetterwarnungen sollten weiter beachtet werden. Eine Absage oder Einschränkung des Donaufestes ergab sich aus den geprüften Veranstalterangaben zunächst nicht. Bei Freiluftveranstaltungen an Flussufern können Starkregen, Blitzschlag und Windböen jedoch kurzfristig sicherheitsrelevant werden.

Behörden beobachten weitere Entwicklung

Der Niedrigwasser-Informationsdienst geht davon aus, dass die Niedrigwasserlage aufgrund der vorhergesagten Witterung zunächst weiter anhält. Für die kommenden Wochen wurden die Prognosen als zu trocken und zu warm eingeordnet. Damit dürfte die Donau auch nach einzelnen Gewittern unter Beobachtung bleiben.

Für die Hochwasserlage ist hingegen entscheidend, ob aus Gewittern längere oder flächige Niederschläge werden. Einzelne Starkregenereignisse können lokal große Schäden auslösen, führen aber nicht automatisch zu einem flächigen Donau-Hochwasser.

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