Bayern eröffnet Drohnen-Abwehrzentrum in Erding – Söder und Herrmann dabei

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Symbolbild Feuerwehreinsatz

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Bayern eröffnet erstes Drohnenabwehrzentrum Deutschlands

Am Montag, dem 4. Mai 2026, haben Bayerns Ministerpräsident Markus Söder (CSU) und Innenminister Joachim Herrmann (CSU) das neue Drohnenkompetenz- und -abwehrzentrum (DKAZ) der Bayerischen Polizei in Erding offiziell eröffnet. Der Standort liegt in unmittelbarer Nähe zum Münchner Flughafen – einem der meistfrequentierten Flughäfen Deutschlands – und gilt damit als strategisch bedeutsamer Sicherheitsstandort.

Söder betonte bei der Eröffnung, dass Bayern das erste Bundesland sei, das sämtliche Kompetenzen rund um Drohnenerkennung, -abwehr und -regulierung an einem einzigen Standort bündelt. Das neue Zentrum soll eine zentrale Schaltstelle für den Umgang mit unerlaubten Drohnenflügen und sicherheitsrelevanten Vorfällen werden.

Hintergrund: 22 Drohnenvorfälle in nur zwei Monaten

Der Bedarf für ein spezialisiertes Zentrum ist mehr als offensichtlich: Allein in den letzten zwei Monaten vor der Eröffnung wurden in Bayern 22 Drohnenvorfälle registriert, die eine polizeiliche Reaktion erforderten. Drohnen überflogen sicherheitskritische Bereiche wie Flughäfen, Kraftwerke und Veranstaltungen – und die bisherigen Zuständigkeiten waren teils unklar und auf mehrere Stellen verteilt.

Mit dem neuen Zentrum schafft Bayern nun klare Strukturen: Die Bayerische Polizei übernimmt die operative Verantwortung. Seit dem 1. April 2026 arbeiten bereits 40 Einsatzkräfte im DKAZ, die Anlage soll perspektivisch auf 100 Beschäftigte erweitert werden. Dazu kommen moderne Erkennungstechnik, Störsender und speziell ausgebildete Spezialisten für den Umgang mit unbemannten Flugsystemen.

Parallel betreibt die Bundeswehr seit Februar 2026 auf demselben Gelände in Erding ein eigenes Innovationszentrum, das sich ebenfalls mit Drohnentechnologie und deren Abwehr befasst. Mehrere Startup-Unternehmen aus der Sicherheits- und Technologiebranche haben sich ebenfalls auf dem Militärgelände angesiedelt – ein echtes Ökosystem rund um das Thema Drohnensicherheit entsteht damit in Erding.

Was kann das neue Drohnenzentrum?

Das Drohnenkompetenz- und -abwehrzentrum ist nicht nur für den Einsatz im Ernstfall ausgelegt, sondern soll auch als Ausbildungs- und Entwicklungsstandort fungieren. Die Schwerpunkte des DKAZ umfassen dabei mehrere Bereiche:

Erstens die Erkennung: Moderne Radarsysteme und akustische Sensoren sollen Drohnen auch bei schlechter Sicht und in städtischen Gebieten zuverlässig aufspüren. Zweitens die Klassifizierung: Das System kann zwischen kommerziellen, privaten und potenziell gefährlichen Drohnen unterscheiden. Drittens die Abwehr: Im Bedarfsfall stehen den Einsatzkräften technische Gegenmaßnahmen wie Jammersysteme zur Verfügung, mit denen unkontrollierte Drohnen aus gesperrten Lufträumen verdrängt werden können.

Zusätzlich soll das Zentrum als bayernweite Koordinierungsstelle dienen: Meldet eine Gemeinde oder ein Unternehmen einen Drohnenvorfall, ist künftig das DKAZ in Erding der erste Ansprechpartner – rund um die Uhr.

Drohnen als wachsendes Sicherheitsproblem in Deutschland

Das Thema Drohnensicherheit ist in Deutschland spätestens seit den Vorfällen rund um Flughäfen und Bundeswehranlagen in den Fokus gerückt. Immer wieder mussten Flughäfen wie Frankfurt, Hamburg oder München ihren Betrieb kurzfristig einschränken, weil unbekannte Drohnen in den kontrollierten Luftraum eingedrungen waren. Auch Großveranstaltungen wie Fußball-Länderspiele oder Konzerte sind zunehmend Drohnenüberflügen ausgesetzt.

Auf Bundesebene wurde das Polizeiaufgabengesetz (PAG) in Bayern bereits angepasst, um klare rechtliche Grundlagen für den Drohnenabwehreinsatz zu schaffen. Innenminister Herrmann bezeichnete die neuen Befugnisse als notwendige Reaktion auf eine sich verändernde Bedrohungslage.

Wer sich für die parallelen Bemühungen der Bundeswehr im Bereich neue Sicherheitstechnologien interessiert, findet dazu auch in unserer Berichterstattung zum Minenjagdboot Fulda im Mittelmeer-Einsatz weitere Hintergründe zur deutschen Sicherheitspolitik. Auch der aktuelle Waldbrand Ruhpolding zeigt, wie Drohnen heute bereits im zivilen Katastrophenschutz eingesetzt werden.

Söder: Bayern als Vorreiter in der Drohnensicherheit

Ministerpräsident Söder nutzte die Eröffnung, um Bayern einmal mehr als Innovationsstandort zu positionieren. Das DKAZ sei ein Zeichen dafür, dass Bayern technologische Herausforderungen nicht nur erkenne, sondern auch aktiv angehe. Die enge Kooperation zwischen Polizei, Bundeswehr und privaten Unternehmen auf dem Erdinger Gelände sei dabei ein Modell, das andere Bundesländer nachahmen sollten.

Ob das Zentrum auch als Blaupause für eine bundesweite Koordinierungsstelle dienen könnte, ließ Söder offen – betonte aber, dass Bayern bereit sei, seine Erfahrungen zu teilen. Innenminister Herrmann ergänzte, dass mit dem Start des operativen Betriebs bereits die ersten Erkenntnisse in die bundesweite Diskussion über Drohnenregulierung einfließen würden.

Für Bürger, die eine unbekannte Drohne über ihrem Haus oder in gesperrten Zonen sichten, gilt: Der Notruf 110 ist nach wie vor der richtige erste Ansprechpartner. Das DKAZ arbeitet dann im Hintergrund als Spezialist.

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