
Hannover. Preußen Münster hat bei Hannover 96 einen Nachmittag erlebt, der lange nach klarer Enttäuschung aussah und am Ende doch noch zu einem Signal im Abstiegskampf wurde. In der Heinz-von-Heiden-Arena führte der SCP zunächst mit 2:0, musste noch vor der Pause den Ausgleich hinnehmen und stemmte sich in der Schlussphase mit großer Energie gegen den nächsten Rückschlag. Tief in der Nachspielzeit wurde Jorrit Hendrix zur entscheidenden Figur. Der Kapitän traf aus der Distanz und sorgte damit für den späten Münsteraner Moment in einem Spiel, das mehrfach kippte.
Münster begann in Hannover nicht wie ein Tabellenletzter, der nur auf Schadensbegrenzung aus ist. Die Mannschaft von Alois Schwartz suchte früh den Weg nach vorn und belohnte sich nach 25 Minuten. Imad Rondić brachte den SCP per Kopf in Führung. Vorbereitet wurde der Treffer von Mikkel Schulz. Für Preußen war dieses Tor wichtig, weil es der Mannschaft sichtbar Sicherheit gab. Hannover, als Spitzenteam klar favorisiert, musste plötzlich reagieren. Münster verteidigte nicht nur, sondern blieb auch nach dem Führungstor gefährlich.
In der 39. Minute legte Preußen sogar nach. Shin Yamada traf nach Vorarbeit von Rondić zum 0:2. Zu diesem Zeitpunkt schien Münster auf dem Weg zu einer großen Überraschung zu sein. Doch die Partie veränderte sich noch vor der Halbzeit komplett. Mustapha Bundu brachte Hannover in der ersten Minute der Nachspielzeit zurück ins Spiel. Nur wenige Minuten später traf Bundu erneut. Aus einer Münsteraner Zwei-Tore-Führung wurde noch vor dem Pausenpfiff ein 2:2. Für Preußen war das ein schwerer mentaler Schlag, weil die starke erste Hälfte innerhalb weniger Minuten fast vollständig entwertet wurde.
Nach dem Seitenwechsel musste Münster die Balance neu finden. Yamada blieb in der Kabine, für ihn kam Lokotsch. Auch Hannover wechselte und brachte Thordarson für Tomiak. Die Partie blieb intensiv, aber aus Münsteraner Sicht auch gefährlich, weil Hannover nun Rückenwind hatte. Preußen musste viel gegen den Ball arbeiten und gleichzeitig darauf achten, die eigenen Umschaltmomente nicht völlig aufzugeben. Mehrere Gelbe Karten gegen Münster zeigten, wie hart um jeden Meter gekämpft wurde. Gerade in dieser Phase war entscheidend, dass der SCP nicht auseinanderfiel.
Die Schlussphase hatte alles, was ein Fußballspiel unberechenbar macht. In der Nachspielzeit bekam Münster noch einmal mehrere Chancen. Zunächst parierte Hannovers Torwart Noll stark gegen Raschl. Direkt danach traf Hendrix im Nachsetzen nur die Latte. Wenige Sekunden später wurde auch eine Flanke von Rondić noch gefährlich und musste von Hannover in höchster Not verteidigt werden. Preußen drückte, Hannover wankte. Dann kam die 93. Minute. Nach einem abgewehrten Ball fasste sich Hendrix aus rund 25 Metern ein Herz und schoss mit links trocken ab. Der Ball schlug ein.
Dass ausgerechnet Hendrix diesen Treffer erzielte, passte zur Geschichte dieser Partie. Kurz zuvor war er noch unglücklich an der Latte gescheitert. In mehreren Szenen hatte es für ihn nicht gepasst. Doch statt abzuschalten, blieb er präsent. Sein später Abschluss war nicht nur technisch stark, sondern auch ein Zeichen von Verantwortung. Als Kapitän trieb er seine Mitspieler anschließend weiter nach vorn. Münster gab sich mit dem späten Treffer nicht einfach zufrieden, sondern suchte in den verbleibenden Minuten weiter die Chance. Diese Haltung dürfte Trainer Alois Schwartz besonders wichtig gewesen sein.
Neben dem späten Treffer gab es in der Nachspielzeit auch eine wichtige personelle Randnotiz. Jano ter Horst sah nach einem Foul an Chakroun an der Mittellinie die Gelbe Karte. Es war seine zehnte Verwarnung der Saison. Damit droht Münster im nächsten Spiel ein Ausfall, der im engen Abstiegskampf schmerzhaft sein kann. Gerade in dieser Phase der Saison wiegt jede Sperre schwer, weil der SCP in den verbleibenden Spielen kaum Spielraum für weitere Rückschläge hat.
Sportlich bleibt die Lage für Preußen Münster schwierig. Hannover ging als Tabellendritter in diese Partie, Münster als Tabellenletzter. Der Unterschied in der Ausgangslage war also deutlich. Umso wichtiger war die Art und Weise, wie der SCP dieses Spiel annahm. Münster führte, verlor die Kontrolle, musste Rückschläge verdauen und kam trotzdem zurück. Der Punkt allein löst die Abstiegssorgen nicht. Aber er zeigt, dass diese Mannschaft noch lebt. Für die letzten Saisonwochen kann genau diese Moral entscheidend werden.
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