
Die Europäische Union hat einen wichtigen Schritt zur Umsetzung ihres Handelsabkommens mit den Vereinigten Staaten gemacht. Vertreter des Europäischen Parlaments und des Rates verständigten sich am Mittwoch auf zwei Verordnungen zur Umsetzung der EU Null-Zölle US-Produkte Vereinbarung. Kernpunkt ist die Abschaffung von EU-Zöllen auf US-Industriegüter. Für bestimmte Agrar- und Fischereiprodukte aus den USA soll es zudem bevorzugten Marktzugang geben.
Die Einigung ist politisch bedeutsam, weil sie in eine angespannte Phase der transatlantischen Handelspolitik fällt. US-Präsident Donald Trump hatte der EU zuletzt mit höheren Zöllen gedroht, falls Brüssel die vereinbarten Schritte nicht rechtzeitig umsetzt. Washington setzte dafür nach vorliegenden Berichten eine Frist bis zum 4. Juli 2026. Die jetzige Einigung nimmt dieser Eskalation zunächst einen Teil des Drucks.
Die Verständigung betrifft zwei Gesetzesvorhaben, die auf die gemeinsame Erklärung von EU und USA vom 21. August 2025 zurückgehen. Die EU-Kommission hatte die entsprechenden Vorschläge bereits am 28. August 2025 vorgelegt. Nach Angaben des Rates sollen sie die zollbezogenen Teile der Vereinbarung umsetzen und das transatlantische Handelsverhältnis stabiler und berechenbarer machen.
Praktisch bedeutet das: Die EU will Zölle auf US-Industriegüter streichen. Außerdem sollen bestimmte US-Produkte aus Landwirtschaft und Fischerei über Zollkontingente oder Präferenzen leichter Zugang zum europäischen Markt erhalten. Die EU-Kommission begrüßte die politische Einigung und verwies darauf, dass damit die Umsetzung des EU-US-Handelsdeals vorankomme.
Trump hatte Anfang Mai erneut Druck auf die EU ausgeübt und mit höheren Abgaben auf europäische Waren gedroht. Besonders sensibel ist dabei der Automobilsektor. Nach Reuters-Angaben hatte Trump angekündigt, Zölle auf EU-Fahrzeuge von 15 auf 25 Prozent anheben zu wollen, falls die EU die Zusagen aus dem Handelsabkommen nicht erfülle.
Die EU stand damit vor einer doppelten Herausforderung. Einerseits wollte Brüssel eine weitere Eskalation im Handel mit den USA vermeiden. Andererseits musste die Union sicherstellen, dass die eigenen Zugeständnisse nicht ohne Schutzmechanismen erfolgen. Genau diese Absicherung war in den Verhandlungen ein zentraler Punkt.
Die Einigung enthält mehrere Sicherungen für die EU. Nach Angaben des Europäischen Parlaments soll die Kommission Zollpräferenzen aussetzen können, falls die USA bis Ende 2026 weiterhin Zölle von mehr als 15 Prozent auf bestimmte Stahl- und Aluminiumderivate aus der EU anwenden. Die formelle Zustimmung des Europäischen Parlaments wurde bis Mitte Juni erwartet.
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