Fast jede zweite Frau sorgt sich um ihre Altersvorsorge

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Fast jede zweite Frau in Deutschland blickt mit großen Sorgen auf die eigene Altersvorsorge. Eine neue repräsentative Befragung zeigt zugleich, dass hinter den finanziellen Sorgen von Frauen häufig ein sehr konkretes Problem steht: Es fehlt Geld, um Rücklagen zu bilden oder zusätzlich fürs Alter vorzusorgen. Besonders deutlich fällt der Unterschied zu Männern bei jüngeren Befragten aus.

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47 Prozent der Frauen machen sich große Sorgen

Nach der Online-Befragung im Auftrag des Geldratgebers Finanztip machen sich 47 Prozent der Frauen große oder sehr große Sorgen um ihre finanzielle Absicherung im Alter. Unter den Männern liegt dieser Anteil bei 35 Prozent. Für die Erhebung befragte das Marktforschungsinstitut Innofact vom 16. bis 31. Juli 2026 insgesamt 3.049 Menschen zwischen 18 und 74 Jahren. Darunter waren 2.000 Frauen und 1.049 Männer. Die Befragung wird als repräsentativ ausgewiesen.

Besonders auffällig sind die Ergebnisse bei den 18 bis 29 Jahre alten Befragten. Nur 37 Prozent der Frauen in dieser Altersgruppe gaben an, sich bei ihren persönlichen Finanzen sicher zu fühlen. Unter den gleichaltrigen Männern waren es 55 Prozent. Damit zeigt sich die Verunsicherung nicht erst kurz vor dem Rentenalter, sondern bereits bei einem Teil der jungen Erwachsenen.

Vielen Frauen fehlt Geld zum Sparen

Die Befragung deutet zugleich darauf hin, dass finanzielle Vorsorge für viele Frauen nicht allein eine Frage des Wissens oder der Bereitschaft zum Sparen ist. Knapp 45 Prozent nennen einen zu geringen finanziellen Spielraum als größte Hürde dafür, mehr für ihre Zukunft zu tun.

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Bei 26 Prozent der befragten Frauen bleiben nach den regelmäßigen Ausgaben monatlich weniger als 50 Euro oder überhaupt kein Geld zum Sparen, Investieren oder Zurücklegen übrig. Bei den Männern liegt dieser Anteil bei 17 Prozent. Einen insgesamt zu geringen finanziellen Spielraum nennen 36 Prozent der Männer als Hindernis für zusätzliche Vorsorge.

Auch bei den Gründen für ihre aktuelle finanzielle Situation zeigen sich klare Schwerpunkte. 51 Prozent der Frauen nennen steigende Lebenshaltungskosten. 36 Prozent verweisen auf ein zu geringes Einkommen, 22 Prozent auf Schulden oder Kredite. Teilzeit oder eine reduzierte Arbeitszeit wird von 15 Prozent der Frauen als Einflussfaktor genannt. Unter den Männern sind es sieben Prozent.

Teilzeit und Verdienstunterschiede prägen die Ausgangslage

Amtliche Arbeitsmarktdaten zeigen, dass Frauen in Deutschland tatsächlich deutlich häufiger in Teilzeit beschäftigt sind. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes lag die Teilzeitquote von Frauen im Alter von 15 bis unter 65 Jahren im Jahr 2025 bei 48,7 Prozent. Bei Männern waren es 12,2 Prozent. Unter abhängig Beschäftigten arbeitete sogar etwas mehr als jede zweite Frau in Teilzeit.

Hinzu kommen Unterschiede beim Verdienst. Frauen erhielten 2025 im Durchschnitt einen um 16 Prozent niedrigeren Bruttostundenverdienst als Männer. Ein großer Teil dieses unbereinigten Gender Pay Gaps lässt sich laut Statistischem Bundesamt durch Unterschiede bei Berufen, Branchen, Arbeitszeiten und Erwerbsbiografien erklären. Der bereinigte Gender Pay Gap lag bei sechs Prozent.

Auch bei der insgesamt bezahlten Arbeitszeit besteht eine deutliche Lücke. Männer kamen 2025 über alle Beschäftigungsverhältnisse hinweg durchschnittlich auf gut 34 bezahlte Wochenstunden, Frauen auf knapp 28 Stunden. Der sogenannte Gender Hours Gap lag damit bei 18 Prozent.

Unterschiede setzen sich bei den Alterseinkünften fort

Die geringeren Einkommen und Arbeitszeiten können sich langfristig auf die Altersversorgung auswirken. Nach den jüngsten verfügbaren Daten des Statistischen Bundesamtes lagen die durchschnittlichen Alterseinkünfte von Frauen ab 65 Jahren im Jahr 2025 bei rund 1.820 Euro brutto im Monat. Männer kamen auf rund 2.400 Euro.

Damit lagen die Alterseinkünfte von Frauen einschließlich Hinterbliebenenleistungen im Durchschnitt 24,2 Prozent unter denen der Männer. Werden ausschließlich eigene Altersrenten, Pensionen und Leistungen aus individueller privater Vorsorge betrachtet, fällt die Lücke noch größer aus. Das Statistische Bundesamt weist für diese Betrachtung einen Abstand von 36 Prozent aus.

Der sogenannte Gender Pension Gap sagt allerdings nichts darüber aus, wie viel Geld einem gesamten Haushalt zur Verfügung steht. Er misst die durchschnittlichen Alterseinkünfte einzelner Frauen und Männer. Dennoch verdeutlichen die Daten, dass Unterschiede während des Erwerbslebens bis in den Ruhestand hineinwirken können.

Mehr Geld wichtiger als zusätzliche Finanzprodukte

Die aktuelle Befragung zeigt zudem, was Frauen nach eigener Einschätzung helfen würde. 37 Prozent nennen mehr finanziellen Spielraum. 20 Prozent wünschen sich verständlichere Erklärungen zu Finanzthemen, 17 Prozent einfach nachvollziehbare Schritt-für-Schritt-Anleitungen.

Damit rückt neben Finanzwissen vor allem die wirtschaftliche Ausgangslage in den Mittelpunkt. Wer nach Miete, Energie, Lebensmitteln und anderen regelmäßigen Ausgaben kaum Geld übrig hat, kann unabhängig von der gewählten Anlageform nur begrenzt Rücklagen aufbauen.

Die Umfrage misst dabei Einstellungen und Selbsteinschätzungen der Befragten. Sie belegt nicht, dass einzelne Faktoren wie Teilzeit, Einkommen oder Lebenshaltungskosten bei jeder Frau unmittelbar zu einer geringeren Altersvorsorge führen. Zusammen mit den amtlichen Daten zu Arbeitszeit, Einkommen und Alterseinkünften zeigt sie jedoch deutliche Unterschiede zwischen den finanziellen Ausgangsbedingungen von Frauen und Männern in Deutschland.

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