Hells Angels Razzia NRW: 1.200 Polizisten im Einsatz

Brand Mühlhausen Symbolbild
Symbolbild Feuerwehreinsatz

Teilen:

Eine Hells Angels Razzia NRW hat am Dienstag, 28. April 2026, ganz Nordrhein-Westfalen erschüttert. Mehr als 1.200 Polizeibeamte rückten gleichzeitig in 28 Städten aus und durchsuchten über 50 Objekte. Anlass war das gleichzeitig vollzogene Vereinsverbot des Innenministeriums gegen den Ortsverband Leverkusen der Rockerorganisation. Es handelt sich nach Angaben der Behörden um einen der größten Einsätze zur Bekämpfung der Rockerkriminalität in der Geschichte des Landes.

Hells Angels Razzia NRW: Das Vereinsverbot für das Chapter Leverkusen

Das NRW-Innenministerium verfügte das Vereinsverbot des Hells Angels Motorcycle Club Leverkusen unmittelbar zu Beginn des Großeinsatzes. Der Charter war erst im Mai 2024 als sogenanntes Prospect Charter gegründet worden und erhielt im Juni 2025 den Status einer vollwertigen Ortsgruppe. In vergleichsweise kurzer Zeit sollen die Mitglieder durch eine Vielzahl von Straftaten aufgefallen sein: Drogenhandel, Bedrohung, Nötigung, Körperverletzung und räuberische Erpressung stehen im Raum. Das Polizeipräsidium Düsseldorf übernahm die Koordination des Einsatzes. Parallel zu den Durchsuchungen wurden Vereinsabzeichen und Eigentum des verbotenen Clubs beschlagnahmt. Die Verbotsverfügung ist mit sofortiger Wirkung in Kraft getreten.

Großeinsatz in 28 Städten: Waffen und Millionen sichergestellt

Die Hells Angels Razzia NRW erstreckte sich über das gesamte Bundesland: Neben Leverkusen wurden auch Köln, Solingen, Langenfeld, Dortmund, Oberhausen, Duisburg, Bochum, Ahaus, Velbert, Bergheim, Bielefeld und zahlreiche weitere Städte durchsucht. Dabei stellten die Beamten Waffen und Vermögenswerte von bis zu 2,5 Millionen Euro sicher. In der Werkstatt des Chapter-Präsidenten in Langenfeld fanden Einsatzkräfte mehrere Motorräder der Marke Harley-Davidson. Ein Bankschließfach in Lünen wurde ebenfalls geöffnet und durchsucht. Der Präsident des Leverkusener Chapters wurde festgenommen — gegen ihn lag ein Haftbefehl vor. Insgesamt gibt es 44 Beschuldigte im Alter von 21 bis 59 Jahren.

Die größte Rockergruppe in NRW: Struktur und Kriminalitätsverdacht

Die Hells Angels sind in Nordrhein-Westfalen besonders stark vertreten. Nach Angaben des Landeskriminalamts verfügt die Organisation im Bundesland über 29 Chapter mit insgesamt 469 Mitgliedern — damit sind die Hells Angels die größte Rockergruppe in NRW, noch vor den Freeway Riders mit 403 Mitgliedern. Der Club soll zuletzt auch durch den Zulauf ehemaliger Mitglieder der verfeindeten Bandidos gewachsen sein. Die Zentral- und Ansprechstelle für Organisierte Straftaten in NRW (ZeOS NRW) verfolgt den Verdacht der Bildung einer kriminellen Vereinigung. Erste Hinweise sollen zudem auf profitorientierten Anbau von Betäubungsmitteln hindeuten. Ähnliche Strukturen waren auch bei anderen Einsätzen zu beobachten — wie etwa bei der Razzia gegen falsche Bankmitarbeiter mit drei Festnahmen in NRW.

Innenminister Reul und der Ausblick auf weitere Einsätze

NRW-Innenminister Herbert Reul meldete nach dem Abschluss des Großeinsatzes persönlich den Erfolg der Aktion und sprach von einem konsequenten Signal gegen die Rockerkriminalität im Land. Das Ministerium betonte, man werde konsequent gegen organisierte Kriminalität und Rockerkriminalität vorgehen. Die Behörden signalisierten, dass weitere Strukturen im Fokus der Ermittler stehen. Bereits in der Vergangenheit waren Hells-Angels-Chapter in Deutschland verboten worden; die heutigen Strukturen legen laut Ermittlern nahe, dass sich die Gruppen nach Verboten regelmäßig reorganisieren. Auch im Münsterland war die Rockergruppe zuletzt aktiv: Hells Angels eröffneten ein Clubheim in Saerbeck — ein Zeichen für die wachsende Präsenz der Organisation auch außerhalb der Ballungszentren.

Quellen: t-online.de, Tagesspiegel, ZDF heute, land.nrw, Berliner Zeitung, Ruhrnachrichten

Teilen:

Münster Map
Zum Aktivieren tippen
Route anzeigen

Mehr Beiträge:

Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu