
Jordan Bardella, Präsident des französischen Rassemblement National (RN), hat am Samstag in Mailand an einem Gipfeltreffen europäischer Rechtsparteien teilgenommen. Auf Einladung von Italiens Vizepremier Matteo Salvini (Lega) versammelte sich die Führungsriege der europäischen Rechten in der norditalienischen Metropole. Bardella nutzte den Auftritt, um seine Ambitionen für die französische Präsidentschaftswahl 2027 zu untermauern.
Der RN-Chef reiste am 18. April 2026 nach Mailand, wo Matteo Salvini führende Vertreter rechts-nationaler Parteien aus mehreren europäischen Ländern zusammengebracht hatte. Jordan Bardella trat als einer der Hauptredner auf und erklärte, ein Sieg des Rassemblement National bei der kommenden Präsidentschaftswahl wäre „ein Sieg für alle Nationen Europas“. Er bezeichnete den Kampf seiner Partei als eine „existenzielle Auseinandersetzung für die Erneuerung Frankreichs“.
Das Treffen in Mailand macht deutlich, wie eng die Verbindungen zwischen den rechts-nationalen Parteien Europas inzwischen geworden sind. Beobachter sehen darin eine koordinierte Strategie, um gemeinsame Positionen zu Migration, Souveränität und Wirtschaftspolitik zu entwickeln. Ein ähnlicher Rechtsruck zeigte sich zuletzt auch in Deutschland, wo rechte Parteien bei den NRW-Wahlen stark zulegen konnten.
Schon in den Tagen vor dem Mailand-Treffen hatte Jordan Bardella für Aufmerksamkeit gesorgt: Er kritisierte Frankreichs Beteiligung an einem 90-Milliarden-Euro-Kredit an die Ukraine, zu dem Paris 18 Milliarden Euro beiträgt. Bardella sagte, es sei „wie durch Zauberhand“, dass die Regierung trotz angeblich fehlender Mittel für Krankenhäuser, Kaufkraft und öffentliche Dienstleistungen plötzlich die Milliarden gefunden habe. Diese Argumentation ist ein Kernelement von Bardellas Wahlkampfstrategie: Er positioniert den RN als Partei der einfachen Franzosen gegenüber einer politischen Elite, die nationale Interessen vernachlässige.
Auf Trumps Nahost-Politik angesprochen, kritisierte Jordan Bardella die Unberechenbarkeit des US-Präsidenten: „Die Wahrheiten des Montags sind nicht notwendigerweise die Wahrheiten des Dienstags, die wiederum am Mittwoch widerlegt werden.“ Auch warnte Bardella vor dem spanischen Plan zur Regularisierung von rund 500.000 illegalen Einwanderern – durch den Schengen-Raum könnten diese Personen danach frei nach Frankreich einreisen, befürchtet er.
Jordan Bardella wurde am 13. September 1995 in einem Vorort von Paris geboren und wuchs in einfachen Verhältnissen auf. Mit 16 Jahren trat er dem damaligen Front National bei, mit 22 Jahren wurde er Parteisprecher. Mit 24 Jahren führte er die RN-Liste bei den Europawahlen an. Im November 2022 wurde Bardella mit knapp 85 Prozent der Stimmen zum Parteipräsidenten gewählt – als erster RN-Chef ohne den Namen Le Pen. Er gilt als Paradebeispiel von Marine Le Pens sogenannter Entteufelungsstrategie: Bardella verkörpert ein jüngeres, bürgerlicheres Gesicht der Rechten.
Privat bestätigte Bardella zuletzt in einem Fernsehinterview seine Beziehung mit der italienischen Prinzessin Maria Carolina von Bourbon-Sizilien. Das Paar war im Januar 2026 erstmals gemeinsam gesehen worden, im März enthüllte Paris Match die Romanze öffentlich.
Ob Jordan Bardella bei der Präsidentschaftswahl 2027 als Kandidat antritt oder Marine Le Pen den Weg freimacht, ist noch offen. Nach Le Pens Verurteilung im Streit um EU-Parlamentsgelder steht die Frage der Kandidatur im Raum. Bardella hat sich als mögliche Alternative positioniert, betonte jedoch zuletzt die Einheit der Partei. Beim Mailand-Treffen gab er sich siegessicher: Der Sieg sei „nah“ – und er erwarte, dass der RN diese Chance nutzen werde.
Mit seiner Präsenz auf der europäischen Bühne und klaren Botschaften zu Migration, Kaufkraft und nationaler Souveränität profiliert sich Jordan Bardella als einer der einflussreichsten rechten Politiker Europas der Gegenwart. Ob dieser Kurs 2027 zum Erfolg führt, wird die politische Zukunft Frankreichs wesentlich mitbestimmen.
Quellen: France Info, Boursorama, Pravda France, Middle East Monitor, Wikipedia
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