
Beim 1. FC Nürnberg läuft es sportlich, doch gerade der Erfolg rückt zwei Schlüsselfiguren stärker in den Mittelpunkt. Sportvorstand Joti Chatzialexiou hat öffentlich eingeräumt, dass Trainer Miroslav Klose bei anderen Vereinen Interesse wecken dürfte. Parallel steigt der Wert von Angreifer Mohamed Ali Zoma, für den im Sommer bereits eine Millionenofferte aus England im Raum stand. Eine Trennung von Klose oder ein Wintertransfer Zomas ist derzeit allerdings nicht bestätigt.
Ausgangspunkt der neuen Diskussion über Miroslav Klose beim 1. FC Nürnberg sind Aussagen von Sportvorstand Joti Chatzialexiou bei einer Podiumsdiskussion des Fernsehsenders Sky in München. Nordbayern veröffentlichte die von der Deutschen Presse-Agentur verbreiteten Aussagen am Donnerstag, 1. Oktober.
Chatzialexiou sagte mit Blick auf seinen Trainer: „Natürlich wird es auch so sein, dass der Miro Anfragen bekommt“. Hintergrund sei Kloses Entwicklung als Trainer und die derzeit erfolgreiche Phase des Zweitligisten. Der Sportvorstand erklärte weiter, es könne vorkommen, dass andere Vereine anklopften und Klose irgendwann den nächsten Schritt mache. Einen konkreten Interessenten nannte Chatzialexiou nicht.
Damit kündigte der FCN weder eine Trennung an noch stellte Chatzialexiou Kloses Zukunft kurzfristig infrage. Vielmehr beschrieb er einen möglichen Verlauf für den Fall, dass die Arbeit des früheren Nationalstürmers auch außerhalb Nürnbergs stärkeres Interesse weckt. Zugleich äußerte der Sportvorstand die Hoffnung, dass Klose dem Verein noch lange erhalten bleibt.
Konkrete Gespräche mit anderen Clubs oder Angebote für Klose sind nicht bestätigt. Auch Nordbayern nennt in seinem Bericht keinen Verein, der aktuell wegen des Trainers an den FCN herangetreten wäre.
Klose arbeitet seit Juni 2024 als Cheftrainer des 1. FC Nürnberg. Der Verein verlängerte seinen Vertrag am 12. Februar 2026 und betonte dabei ausdrücklich die angestrebte Kontinuität auf der Trainerposition. Eine Laufzeit veröffentlichte der FCN bei der Bekanntgabe allerdings nicht.
Nach Angaben der Sportschau berichtete die Bild damals, der neue Vertrag sei bis 2028 gültig. Diese Laufzeit wurde vom 1. FC Nürnberg selbst nicht öffentlich genannt. Entsprechend ist offiziell lediglich die Vertragsverlängerung bestätigt, nicht das konkrete Enddatum.
Für Klose ist die Saison 2026/27 bereits die dritte Spielzeit als Nürnberger Cheftrainer. Anfang Oktober steht der Club ungeschlagen auf dem zweiten Tabellenplatz der 2. Bundesliga. Genau diese sportliche Entwicklung bildet den Hintergrund für Chatzialexious Aussagen über mögliche Anfragen anderer Vereine.
Neben Klose steht Mohamed Ali Zoma im Mittelpunkt der Nürnberger Personalplanung. Der 22 Jahre alte Offensivspieler wechselte im August 2025 vom italienischen Drittligisten UC AlbinoLeffe zum FCN. Der Verein bezeichnete ihn bei seiner Verpflichtung als Angreifer und hob vor allem seine Geschwindigkeit, Technik und Variabilität hervor. In seiner letzten Saison in Italien hatte Zoma in 35 Partien 13 Tore erzielt und acht weitere vorbereitet.
In Nürnberg gelang ihm anschließend der sportliche Durchbruch. Für die Zweitliga-Saison 2025/26 weist Transfermarkt 29 Einsätze, 14 Tore und fünf Vorlagen aus. Die Bundesliga bestätigte ebenfalls 14 Ligatore in seiner ersten Nürnberger Saison. In der laufenden Spielzeit folgten bis Ende September sechs Treffer in sechs Zweitligaeinsätzen.
Zoma ist damit nicht nur sportlich zu einem wichtigen Bestandteil des Kaders geworden. Sein langfristiger Vertrag stärkt zugleich die Verhandlungsposition des Vereins. Nach übereinstimmenden Angaben von Transfermarkt und Bild läuft das Arbeitspapier bis zum 30. Juni 2029. Der FCN selbst hatte die Laufzeit bei der Verpflichtung nicht veröffentlicht. Bild berichtete zudem, Nürnberg habe für Zoma im Sommer 2025 rund 800.000 Euro an AlbinoLeffe gezahlt.
Ende August machte Chatzialexiou öffentlich klar, dass Zoma während der damaligen Transferperiode nicht abgegeben werde. Gegenüber Sky erklärte der Sportvorstand, er habe dem Spieler mitgeteilt, dass der FCN ihn behalten wolle. Damit war der Verbleib für den Sommer aus Vereinssicht festgelegt.
Die Höhe eingegangener Angebote bestätigte der Club nicht. Bild berichtete unter Berufung auf den italienischen Transferjournalisten Matteo Moretto von einer Offerte West Ham Uniteds über 20 Millionen Euro inklusive möglicher Bonuszahlungen. Chatzialexiou wollte die genannten Summen dem Bericht zufolge nicht kommentieren. Weitere Berichte brachten auch Olympique Marseille mit Zoma in Verbindung. Eine unabhängige Bestätigung der genannten Ablösehöhen lag zunächst nicht vor.
Damit ist auch die aktuell genannte Marke von bis zu 30 Millionen Euro vorsichtig einzuordnen. Sport.de schrieb am 1. Oktober, Zoma könne in der Wintertransferperiode möglicherweise einen vereinsinternen Rekordtransfer ermöglichen. Eine vom FCN festgelegte Ablöseforderung von 30 Millionen Euro ist jedoch nicht bekannt. Bereits Eurosport hatte unter Berufung auf Bild berichtet, Zomas Wert könne bei anhaltender Entwicklung im Winter diese Größenordnung erreichen.
Bild hatte Ende September außerdem ein italienisches Gerücht über ein mögliches Winterinteresse des VfB Stuttgart aufgegriffen. Nach eigenen Informationen des Blattes habe Stuttgart Zoma jedoch weder im Sommer konkret verpflichten wollen noch spiele er in den damaligen Winterplanungen des VfB eine Rolle. Als tatsächlich genannte Interessenten des vergangenen Sommers tauchten neben West Ham und Marseille auch Augsburg und Werder Bremen auf.
Für Nürnberg besitzt die Personalie damit zwei Seiten. Sportlich ist Zoma inzwischen einer der produktivsten Angreifer des Teams. Wirtschaftlich könnte eine spätere Ablöse die bisherigen Transferdimensionen des Clubs deutlich übertreffen. Im Sommer entschied sich die Vereinsführung allerdings ausdrücklich gegen einen Verkauf und damit für sportliche Kontinuität.
Ein Winterwechsel würde diese Abwägung erneut aufwerfen. Eine konkrete Offerte für Januar, eine festgelegte Ablösesumme oder Verhandlungen über einen Verkauf sind bislang nicht bestätigt. Die kolportierten 30 Millionen Euro beschreiben deshalb derzeit ein mögliches Szenario und keinen feststehenden Transferwert.
Ähnlich verhält es sich mit Klose. Der Sportvorstand hält einen späteren nächsten Karriereschritt seines Trainers für grundsätzlich denkbar, zugleich besitzt Klose einen erst im Februar verlängerten Vertrag. Aktuell stehen weder ein Abschied des Trainers noch ein Verkauf Zomas fest. Beide Personalien zeigen jedoch, welche Folgen der sportliche Aufschwung für die Nürnberger Kaderplanung haben könnte.






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