Merz Lula Mercosur: EU-Abkommen tritt am 1. Mai 2026 in Kraft

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Foto: Marina Constantinoiu

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Bundeskanzler Friedrich Merz und Brasiliens Präsident Luiz Inácio Lula da Silva haben beim gemeinsamen Auftritt auf der Hannover Messe 2026 ein starkes Signal für den Freihandel gesetzt. Das EU-Mercosur-Freihandelsabkommen soll vorläufig am 1. Mai 2026 in Kraft treten — nach Angaben von Beobachtern entsteht damit eine der größten Freihandelszonen der Welt mit mehr als 700 Millionen Menschen.

Merz empfängt Lula in Hannover: Gipfeltreffen zur Messeeröffnung

Lula soll mit militärischen Ehren in Schloss Herrenhausen in Hannover empfangen worden sein. Gemeinsam eröffneten die beiden Staatsmänner die 79. Hannover Messe, die vom 20. bis 24. April 2026 stattfindet. Mit mehr als 3.000 Ausstellern gilt sie als weltweit führende Industriemesse. Brasilien fungiert in diesem Jahr als Partnerland — das erste südamerikanische Land, dem diese Rolle je zuteil wurde.

Begleitend zur Messe fanden laut Berichten auch deutsch-brasilianische Regierungskonsultationen statt, an denen sieben brasilianische und acht deutsche Minister teilgenommen haben sollen. Merz erklärte beim Eröffnungsauftritt, das Abkommen sei die Antwort auf jene, die die regelbasierte internationale Ordnung durch Machtpolitik ersetzen wollen — ein Satz mit deutlich geopolitischer Stoßrichtung. Lula soll zeitweise ohne Merz durch die Messehallen geführt worden sein, da dieser eine Rede halten musste.

Merz Lula Mercosur: Was das Freihandelsabkommen konkret bedeutet

Das Abkommen zwischen der Europäischen Union und den Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay soll vorläufig am 1. Mai 2026 in Kraft treten. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen hatte den Vertrag bereits am 17. Januar in Paraguay unterzeichnet. Seither läuft das Ratifizierungsverfahren auf europäischer Ebene.

Konkret sollen auf EU-Fahrzeuge in den Mercosur-Staaten derzeit Zölle von bis zu 35 Prozent erhoben werden — diese sollen laut Abkommen schrittweise entfallen. Für die deutsche Industrie, insbesondere Automobil- und Maschinenbauunternehmen, wird das als erheblicher Vorteil gewertet. In einer Zeit globaler Handelskonflikte — wie zuletzt beim Trumpschen Zollpaket, das auch Auswirkungen auf Münster hat — gilt das EU-Mercosur-Abkommen als wichtiges Gegengewicht.

Widerstand und Kritik: Frankreich und andere EU-Staaten lehnen ab

Nicht alle EU-Mitglieder stehen hinter dem Vertrag. Frankreich, Polen, Ungarn und Italien sollen das Abkommen weiterhin ablehnen. Besonders Frankreich hatte lange auf Druck seiner Landwirte gebremst. Kritiker warnen zudem, dass höhere Rindfleischexporte aus Brasilien die Abholzung im Amazonas-Gebiet beschleunigen könnten. Umweltorganisationen und Agrarverbände in Europa hatten zuletzt verstärkt gegen das Vorhaben mobilisiert.

Brasilien als Partnerland: Bedeutung für den deutschen Außenhandel

Die Wahl Brasiliens als erstes südamerikanisches Partnerland der Hannover Messe ist ein klares Zeichen für den gewachsenen wirtschaftlichen Stellenwert des Landes. Der Besuch von Lula und die parallelen Regierungsgespräche mit Merz unterstreichen, dass beide Seiten die Handelsbeziehungen ausbauen wollen — unabhängig davon, wie schnell das Abkommen im Einzelnen ratifiziert wird. Der 1. Mai 2026 könnte dabei als historisches Datum in die Handelsgeschichte eingehen.

Quellen: t-online, Tagesspiegel, Bundesregierung.de, hannovermesse.de, EU-Kommission, ZDF heute

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