
Die wirtschaftliche Lage vieler landwirtschaftlicher Betriebe bleibt angespannt. Zwar stiegen die Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte im März 2026 gegenüber dem Vormonat wieder um 2,1 Prozent, im Vergleich zum März 2025 lagen sie aber weiterhin um 8,8 Prozent niedriger. Besonders deutlich zeigt sich der Druck am Milchmarkt. Der Milchpreis fiel im März um 27,0 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat und sank auch im Monatsvergleich nochmals leicht um 0,7 Prozent.
Für Milchviehbetriebe ist die Entwicklung besonders relevant, weil Erlöse aus Rohmilch einen zentralen Teil der Betriebseinnahmen ausmachen. Nach Angaben des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft erhielten Milchbäuerinnen und Milchbauern im Jahr 2025 im Durchschnitt 52,24 Cent pro Kilogramm konventionell erzeugter Milch. Biomilch lag mit 65,94 Cent pro Kilogramm deutlich darüber. Die aktuellen Erzeugerpreisindizes zeigen jedoch, dass der Markt Anfang 2026 spürbar unter Druck geraten ist.
Ein Grund für die angespannte Lage ist die hohe Milchmenge. Der Milchindustrie-Verband hatte bereits im März darauf hingewiesen, dass in Deutschland seit Herbst 2025 rund sechs Prozent mehr Milch als im Vorjahr erzeugt werde. Auch in EU-Nachbarländern und auf internationalen Märkten blieb das Angebot hoch. Wenn große Mengen auf eine verhaltene Nachfrage treffen, geraten Auszahlungspreise schneller unter Druck.
Der Rückgang betrifft nicht alle Bereiche der Landwirtschaft gleichermaßen. Bei pflanzlichen Erzeugnissen lagen die Preise im März 2026 insgesamt um 8,0 Prozent unter dem Vorjahreswert. Besonders stark fielen die Preise für Speisekartoffeln, die um 55,2 Prozent niedriger lagen als ein Jahr zuvor. Auch Getreide war mit minus 14,2 Prozent deutlich günstiger als im März 2025.
Anders entwickelte sich der Gemüsemarkt. Gemüse verteuerte sich binnen Jahresfrist um 19,3 Prozent. Auch Eier lagen mit plus 13,8 Prozent klar über dem Vorjahresniveau. Bei Tieren stiegen die Preise insgesamt um 3,6 Prozent. Besonders Rinder verteuerten sich mit einem Plus von 13,3 Prozent, während Schlachtschweine um 3,6 Prozent günstiger waren als im März 2025.
Sinkende Erzeugerpreise bedeuten nicht automatisch, dass Lebensmittel im Handel sofort günstiger werden. Zwischen landwirtschaftlicher Produktion und Supermarktregal liegen Verarbeitung, Transport, Energie, Personal, Verpackung und Handelsspannen. Gerade bei Milchprodukten können sich Rohstoffpreise deshalb verzögert oder nur teilweise in Verbraucherpreisen niederschlagen.
Für Betriebe ist entscheidend, ob die Erlöse die laufenden Kosten decken. Futter, Energie, Maschinen, Pacht, Löhne und Investitionen bleiben in vielen Bereichen hoch. Besonders kleinere und spezialisierte Höfe geraten unter Druck, wenn Auszahlungspreise sinken, während Fixkosten nur begrenzt angepasst werden können.
Die Zahlen zeigen ein uneinheitliches Bild: Einige Produktgruppen erzielen höhere Preise, andere liegen deutlich unter Vorjahresniveau. Für viele Betriebe ist diese Spreizung problematisch, weil sie Investitionsentscheidungen erschwert. Milchviehhalter spüren den Druck besonders stark, während etwa Rinderhalter und Eierproduzenten von höheren Preisen profitieren können.
Amtliche vollständige Aprilzahlen lagen zunächst nicht vor. Bestätigt ist jedoch, dass die Agrarerzeugerpreise im Frühjahr 2026 weiter deutlich unter dem Niveau des Vorjahres lagen. Damit bleibt die Einkommenslage in Teilen der Landwirtschaft angespannt, auch wenn einzelne Märkte kurzfristig stabiler wirken.
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