Google macht die I/O 2026 zur Bühne für den nächsten KI-Schub

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Grzegorz Walczak

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Google hat seine Entwicklerkonferenz I/O 2026 in Mountain View ganz auf künstliche Intelligenz ausgerichtet. Im Mittelpunkt standen neue Gemini-Modelle, zusätzliche KI-Funktionen in der Suche, neue Werkzeuge für Entwickler und erste konkrete Schritte bei intelligenten Brillen. Die Konferenz läuft am 19. und 20. Mai 2026 im Shoreline Amphitheatre und online. Google veröffentlichte zum Auftakt eine Sammlung von 24 Ankündigungen rund um KI, Android, Suche, Shopping, Entwicklerwerkzeuge und digitale Inhalte.

Gemini 3.5 und Gemini Omni stehen im Zentrum

Der wichtigste Schwerpunkt der I/O 2026 ist die nächste Ausbaustufe von Gemini. Google kündigte zwei neue Modellfamilien an: Gemini 3.5 und Gemini Omni. Gemini 3.5 Flash soll nach Unternehmensangaben stärker auf schnelle, handlungsorientierte Aufgaben und komplexere Arbeitsabläufe ausgelegt sein. Gemini Omni richtet sich dagegen besonders auf multimodale Inhalte. Das Modell soll Inhalte aus verschiedenen Eingaben erzeugen und bearbeiten können, zunächst mit einem Schwerpunkt auf Video.

Auch die Gemini-App erhält neue Funktionen. Google nennt unter anderem Gemini 3.5 Flash, ein neues Design unter dem Namen Neural Expressive, Gemini Omni für Videoausgaben und Daily Brief als personalisierten Tagesüberblick. Nach Angaben des Unternehmens nutzen inzwischen mehr als 900 Millionen Menschen in 230 Ländern und mehr als 70 Sprachen die Gemini-App monatlich.

Die Google-Suche wird stärker zur KI-Oberfläche

Besonders weitreichend sind die Änderungen an der Google-Suche. Google will AI Mode weltweit dort auf Gemini 3.5 Flash umstellen, wo der Modus bereits verfügbar ist. Außerdem wird das Suchfeld selbst stärker auf KI-Anfragen ausgelegt. Nutzer sollen Fragen künftig nicht nur per Text stellen, sondern auch Bilder, Dateien, Videos oder Chrome-Tabs als Eingaben einbeziehen können.

Google kündigte außerdem sogenannte Information Agents an. Diese sollen im Hintergrund nach bestimmten Informationen suchen und Nutzer bei Änderungen informieren. Die Funktion soll zunächst im Sommer für Abonnenten von Google AI Pro und Google AI Ultra starten. Weitere agentische Funktionen betreffen Buchungen, Shopping und später auch individuell erzeugte Mini-Anwendungen innerhalb der Suche. Einige dieser Funktionen starten zunächst nur in den USA oder für zahlende Nutzer.

Neue Brillen mit Gemini kommen im Herbst

Auch bei Hardware rückte Google KI stärker in den Vordergrund. Das Unternehmen zeigte intelligente Brillen auf Basis von Android XR. Sie sollen in zwei Varianten erscheinen: als Audiobrillen mit gesprochener Unterstützung und als Displaybrillen, die Informationen im Sichtfeld anzeigen. Die ersten Audiobrillen sollen im Herbst kommen. Google arbeitet dafür mit Samsung sowie den Brillenmarken Gentle Monster und Warby Parker zusammen.

Die Brillen sollen Gemini per Sprache oder Berührung am Rahmen aktivieren können. Google nennt als mögliche Funktionen unter anderem Wegbeschreibungen, Nachrichten, Fotos und kontextbezogene Hilfe. Damit versucht der Konzern, KI-Assistenten nicht nur in Apps und Suchfelder zu integrieren, sondern in neue Alltagsgeräte zu verlagern.

Entwickler sollen Apps schneller mit KI bauen

Für Entwickler stellte Google neue Werkzeuge rund um Antigravity, Gemini API und AI Studio vor. Google Antigravity 2.0 soll als Desktop-Anwendung mehrere KI-Agenten parallel steuern können. Ergänzend kündigte Google eine Kommandozeilenversion und Managed Agents in der Gemini API an. Diese sollen in einer isolierten Linux-Umgebung Aufgaben ausführen, Code verarbeiten und Werkzeuge nutzen können.

AI Studio erhält zudem stärkere Verbindungen zu Google Workspace und Funktionen für die Entwicklung nativer Android-Anwendungen. Entwickler sollen etwa Apps auf Basis von Sheets-, Drive- oder Dokumentdaten bauen und Projekte aus AI Studio direkt nach Antigravity exportieren können. Die neuen Werkzeuge richten sich vor allem an Entwickler, Teams und fortgeschrittene Nutzer, die KI nicht nur als Chatoberfläche, sondern als Produktionsumgebung verwenden wollen.

Neue Abo-Stufen und mehr Kennzeichnung von KI-Inhalten

Parallel erweitert Google seine kostenpflichtigen KI-Angebote. Das Unternehmen kündigte einen neuen AI-Ultra-Tarif für 100 US-Dollar pro Monat an und senkte den Preis des bisherigen Top-Tarifs von 250 auf 200 US-Dollar pro Monat. Die Verfügbarkeit einzelner Funktionen hängt jedoch stark von Region, Tarif und Startzeitpunkt ab. Gemini Spark soll zunächst für Tester und anschließend für AI-Ultra-Abonnenten in den USA verfügbar werden.

Ein weiterer Schwerpunkt ist die Kennzeichnung digitaler Inhalte. Google will SynthID und C2PA Content Credentials breiter einsetzen. SynthID wurde nach Unternehmensangaben bereits für mehr als 100 Milliarden Bilder und Videos sowie 60.000 Jahre Audio genutzt. Die Verifikation über Gemini soll auf die Suche ausgeweitet werden, Chrome soll folgen. Damit reagiert Google auf ein wachsendes Problem: Je leistungsfähiger KI-generierte Bilder, Videos und Audiodateien werden, desto wichtiger werden Herkunftsnachweise und technische Prüfmöglichkeiten.

Google verschiebt die Grenze zwischen Suche, App und Assistent

Die I/O 2026 zeigt, wie stark Google seine Produkte auf KI-Agenten ausrichtet. Suche, Gemini-App, Android, Entwicklerwerkzeuge, Shopping und neue Geräte werden enger miteinander verbunden. Für Nutzer bedeutet das mehr automatisierte Hilfe, aber auch neue Fragen zu Kontrolle, Datenschutz, Verfügbarkeit und Kosten. Viele Ankündigungen sind zunächst an bestimmte Märkte, Abonnements oder spätere Rollouts gebunden. Der unmittelbare Effekt wird deshalb davon abhängen, welche Funktionen Google tatsächlich schnell und stabil außerhalb der USA verfügbar macht.

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