Nach der Insolvenz: Für viele Groschen-Märkte gibt es neue Hoffnung

Ein multikulturelles Restaurant an der Wolbecker Straße in Münster schließt nach acht Jahren. Warum das Konzept endet – und wie es am Standort weitergeht.
Symbolbild: Evan Wise

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Für die insolvente Handelskette Groschen-Markt zeichnet sich eine Teilfortführung ab. Nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters könnten mehr als 30 der zuletzt 41 Filialen erhalten bleiben. Damit stünde für einen großen Teil der Standorte und der dortigen Beschäftigten eine Zukunftslösung im Raum. Klar ist aber auch: Eine Komplettrettung des bisherigen Unternehmens ist bislang nicht in Sicht.

Hinter den Märkten steht die DEC Handelsgesellschaft mbH mit Sitz im thüringischen Dingelstädt. Das Unternehmen beschäftigt rund 190 Menschen, davon etwa 170 direkt in den Filialen. Die Standorte liegen in Thüringen, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Brandenburg. Das Insolvenzverfahren soll nach aktuellem Stand am 1. April 2026 beim Amtsgericht Mühlhausen eröffnet werden. Erst danach können Verträge mit Investoren rechtswirksam abgeschlossen werden.

Mehr als 30 Filialen könnten weiterlaufen

Im laufenden Investorenprozess verhandelt der vorläufige Insolvenzverwalter nach eigenen Angaben mit drei Interessenten. Nach bisherigem Stand könnten dadurch mehr als 30 Märkte weitergeführt werden. Das wäre ein großer Einschnitt, aber eben keine vollständige Zerschlagung des Filialnetzes. Für zahlreiche Beschäftigte würde sich damit zumindest die Chance auf eine Weiterbeschäftigung ergeben.

Ob einzelne Standorte tatsächlich gerettet werden, ist jedoch noch nicht in jedem Fall entschieden. Der Grund: Für jede Filiale braucht es auch die Zustimmung des jeweiligen Vermieters. Weil Groschen-Markt die Flächen nicht besitzt, sondern angemietet hat, hängt die Zukunft vieler Märkte nicht allein von einem Investor ab. Genau dieser Punkt dürfte in den kommenden Tagen entscheidend werden.

Der Markenname steht offenbar vor dem Aus

Eine durchgehende Rettung der Kette in ihrer bisherigen Form ist derzeit nicht erkennbar. Nach Angaben aus dem Verfahren wurde bislang weder ein Käufer für alle Filialen noch für den Markennamen gefunden. Stattdessen sollen Interessenten einzelne Standorte übernehmen und diese unter eigenem Namen sowie mit eigenen Konzepten weiterführen. Das wäre für den Handel vor Ort zwar eine Fortsetzung, für die Marke Groschen-Markt aber womöglich das Ende.

Damit verändert sich der Charakter der möglichen Lösung deutlich. Es geht nicht um eine klassische Sanierung mit unverändertem Auftritt, sondern eher um eine Übernahme in Teilen. Für Kundinnen und Kunden könnte das bedeuten, dass bekannte Märkte an ihren Standorten zwar bestehen bleiben, sich Sortiment, Preisstrategie und Erscheinungsbild aber ändern.

Insolvenzverfahren soll am 1. April eröffnet werden

Der nächste wichtige Termin ist der 1. April 2026. Dann soll das Insolvenzverfahren über die DEC Handelsgesellschaft mbH voraussichtlich eröffnet werden. Erst mit diesem Schritt können die geplanten Verkäufe einzelner Geschäftsbetriebe formell abgeschlossen werden. Bis dahin bleibt die Lage für die Beschäftigten und die betroffenen Standorte angespannt.

Unmittelbar nach der Verfahrenseröffnung ist zudem ein Ausverkauf des bisherigen Sortiments geplant. Hintergrund ist, dass die potenziellen neuen Betreiber mit eigenen Konzepten starten wollen. Für Kundinnen und Kunden dürfte das vor allem durch deutliche Rabatte sichtbar werden. Für das Unternehmen selbst markiert dieser Schritt zugleich den Übergang von der bisherigen Kettenstruktur zu möglichen Einzellösungen unter neuen Namen.

Warum Groschen-Markt in die Krise geriet

Die Insolvenz hatte sich bereits Ende 2025 abgezeichnet. Als wesentliche Ursachen wurden Konsumzurückhaltung und der strukturelle Wandel im Einzelhandel genannt. Gerade Nonfood-Händler stehen seit längerer Zeit unter Druck, weil sich das Kaufverhalten verändert und der Wettbewerb durch große Discounter, spezialisierte Ketten und Onlineanbieter zunimmt.

Der Fall Groschen-Markt steht damit exemplarisch für die schwierige Lage vieler Handelsunternehmen, die zwar mit einem breiten Alltagssortiment arbeiten, aber bei sinkender Kauflaune und wachsendem Konkurrenzdruck kaum Spielraum haben. Die nun geplante Rettung eines großen Teils der Filialen ist deshalb zwar ein positives Signal für viele Standorte, sie ändert aber nichts daran, dass die Krise den Einzelhandel weiter spürbar belastet.v

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