
Für Anleger in Deutschland könnten sich Orders über Neobroker ab Juli 2026 verteuern. Hintergrund ist das Aus für das sogenannte Payment for Order Flow, kurz PFOF. Dabei erhalten Broker Geld dafür, Aufträge ihrer Kunden an bestimmte Handelsplätze weiterzuleiten. Dieses Modell darf nach einer EU-Regelung in Deutschland nur noch bis zum 30. Juni 2026 genutzt werden.
Viele Neobroker konnten ihre besonders günstigen Orderpreise bislang auch deshalb anbieten, weil sie nicht nur an ihren Kunden verdienten, sondern über Rückvergütungen von Handelsplätzen. Genau dieses System sieht die EU kritisch. Der Vorwurf lautet, dass dadurch ein Interessenkonflikt entstehen kann: Aufträge könnten nicht zwingend dort landen, wo für Kunden die besten Ausführungsbedingungen bestehen, sondern dort, wo für den Broker die attraktivste Vergütung winkt. Die überarbeitete MiFIR verbietet solche Zahlungen grundsätzlich. Für Staaten wie Deutschland galt allerdings eine Übergangsregelung, die bis Ende Juni 2026 läuft.
Ob und wie stark sich die Preise tatsächlich ändern, ist offen. Klar ist aber, dass mit dem Wegfall von PFOF eine wichtige Einnahmequelle vieler Anbieter entfällt. In der Finanzszene wächst deshalb die Sorge, dass besonders günstige Standardpreise unter Druck geraten könnten. Verbraucherschützer verweisen zugleich darauf, dass das Verbot vor allem Interessenkonflikte begrenzen soll und Neobroker nicht automatisch verschwinden oder unattraktiv werden. Für Anleger dürfte entscheidend sein, wie die Anbieter ihre Gebührenmodelle ab der zweiten Jahreshälfte 2026 anpassen. Vor allem bei kleinen Orders könnten schon wenige Euro Unterschied spürbar sein.
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