
Die Novo Nordisk Aktie hat eine schwache Börsenwoche hinter sich. Nach der Vorstellung der langfristigen Strategie des dänischen Pharmakonzerns geriet das Papier am Montag deutlich unter Druck und konnte die Verluste bis zum Wochenschluss nicht wieder aufholen. An der Nasdaq Copenhagen schloss die B-Aktie am Freitag, 25. September 2026, bei 253,00 dänischen Kronen. Eine Woche zuvor hatte der Schlusskurs bei 281,50 Kronen gelegen. Damit verlor die Aktie innerhalb einer Handelswoche rund 10,1 Prozent.
Im Mittelpunkt stand der Kapitalmarkttag des Konzerns am 21. September in London. Novo Nordisk stellte dort seine strategischen Ziele für die kommenden Jahre vor. Das Unternehmen will bis 2030 mehr als fünf Medikamente entwickeln beziehungsweise auf den Markt bringen, die jeweils das Potenzial für sehr hohe Milliardenumsätze haben. Für 2035 strebt der Konzern mit Produkten aus der Entwicklungspipeline risikobereinigte Umsätze von mehr als 150 Milliarden dänischen Kronen an.
Die unmittelbare Reaktion an der Börse fiel deutlich aus. Die Novo Nordisk Aktie schloss am Montag, 21. September, an der Nasdaq Copenhagen bei 260,00 dänischen Kronen und damit 7,65 Prozent unter dem Schlussstand vom vorherigen Handelstag. Zeitweise hatte das Minus im Tagesverlauf noch höher gelegen. Das Handelsvolumen war mit rund 13,9 Millionen Aktien ungewöhnlich hoch.
Auch an den folgenden Tagen setzte sich keine nachhaltige Erholung durch. Am Dienstag schloss das Papier bei 258,80 Kronen, am Mittwoch bei 252,30 Kronen. Am Donnerstag erreichte die Aktie im Tagesverlauf ein Wochentief von 247,10 Kronen und beendete den Handel bei 253,00 Kronen. Am Freitag blieb der Schlusskurs mit 253,00 Kronen unverändert.
Damit machte der Kursverlauf deutlich, dass die neuen langfristigen Ziele zunächst keine breite Neubewertung nach oben auslösten. Reuters berichtete vom Kapitalmarkttag über kritische Fragen von Investoren und Analysten unter anderem zur künftigen Preisgestaltung, zu möglichen Übernahmen und zum Umgang mit auslaufenden Patenten. Mehrere von Reuters zitierte Marktteilnehmer bewerteten die vorgestellten Wachstumsziele zurückhaltend.
Novo Nordisk will seine Abhängigkeit von den bisherigen Erfolgsprodukten im Diabetes- und Adipositasgeschäft reduzieren. Ein zentrales Ziel ist eine größere und breiter aufgestellte Medikamentenpipeline. Bis 2030 sollen mindestens fünf Phase-3-Programme in den Bereichen Adipositas und Diabetes sowie mindestens fünf weitere Phase-3-Programme in anderen Therapiegebieten begonnen oder abgeschlossen werden.
Beim Umsatzwachstum für den Zeitraum von 2026 bis 2030 nannte das Unternehmen keine feste Prozentzahl als langfristiges Ziel. Novo Nordisk erklärte stattdessen, das Wachstum solle im Durchschnitt mit dem großer internationaler Pharmakonkurrenten vergleichbar sein. Gleichzeitig soll die operative Marge nach Unternehmensangaben im Wesentlichen stabil bleiben.
Der Konzern will außerdem bis 2030 weltweit mehr als 60 Millionen Patienten erreichen. Einen besonderen Schwerpunkt legt Novo Nordisk auf Medikamente gegen Adipositas, die nicht gespritzt, sondern als Tablette eingenommen werden. Die Produktionskapazität für orale GLP-1-Behandlungen soll so erweitert werden, dass zehnmal so viele Menschen wie bisher versorgt werden können.
Vorstandschef Mike Doustdar rechnet mit einem deutlich wachsenden Anteil von Tabletten am Markt für Adipositasmedikamente. Gegenüber Reuters erklärte er am 22. September, dass orale Präparate bis 2030 möglicherweise die Hälfte dieses Marktes ausmachen könnten. Das ist eine Einschätzung des Vorstandschefs und keine gesicherte Marktprognose. Von Reuters angeführte Schätzungen des Finanzmarkts gehen bislang von einem Anteil oraler Medikamente zwischen etwa 14 und 40 Prozent aus.
Novo Nordisk entwickelt mehrere weitere orale Wirkstoffe. Gleichzeitig bleibt das Unternehmen bei injizierbaren Medikamenten aktiv. Eine wichtige Rolle spielt CagriSema, eine Kombination aus Cagrilintid und Semaglutid. Novo Nordisk veröffentlichte am 21. September neue Ergebnisse aus zwei Phase-3-Studien. In einer Untersuchung mit Menschen mit Typ-2-Diabetes erreichte die getestete CagriSema-Dosis nach Unternehmensangaben eine durchschnittliche Gewichtsreduktion von 12,4 Prozent. Bei einer Vergleichsgruppe mit einer 5-Milligramm-Dosis Tirzepatid waren es 9,1 Prozent.
In einer weiteren Phase-3-Studie mit Erwachsenen mit Übergewicht oder Adipositas erreichte CagriSema nach Angaben des Unternehmens eine durchschnittliche Gewichtsreduktion von 21 Prozent gegenüber Placebo. Es handelt sich weiterhin um ein Medikament in der Entwicklung. Novo Nordisk plant eine Markteinführung im kommenden Jahr, sofern die notwendigen regulatorischen Voraussetzungen erfüllt werden.
Ein wesentlicher Teil der langfristigen Herausforderung liegt in den Schutzrechten für Semaglutid. Der Wirkstoff bildet die Grundlage für Wegovy und das Diabetesmedikament Ozempic. In wichtigen Märkten laufen entsprechende Patente in den kommenden Jahren beziehungsweise zu Beginn der 2030er Jahre aus. Damit wächst für Novo Nordisk die Bedeutung neuer Wirkstoffe und zusätzlicher patentgeschützter Technologien.
Der Konzern sieht dabei auch Chancen bei der oralen Version von Wegovy. Doustdar erklärte, Patente auf die für die Tablettenform verwendete SNAC-Technologie könnten Schutz vor bestimmten Generika bis in die Mitte oder zweite Hälfte der 2030er Jahre bieten. Derzeit baut Novo Nordisk seine Pipeline oraler Adipositasmedikamente weiter aus.
Der Wettbewerbsdruck ist zugleich hoch. Besonders der US-Konzern Eli Lilly hat seine Position bei Medikamenten gegen Diabetes und Adipositas ausgebaut. Novo Nordisk muss deshalb nicht nur neue Präparate erfolgreich entwickeln, sondern auch deren Preisgestaltung, Produktionskapazitäten und Markteinführung bewältigen. Hinzu kommt die Frage, ob künftige Produkte die hohen Umsätze der aktuellen Semaglutid-Präparate langfristig ersetzen oder ergänzen können.
Das Management machte in London außerdem deutlich, dass künftig auch größere Zukäufe möglich sind. Die Bilanz gebe dem Unternehmen nach eigenen Angaben Spielraum für Transaktionen, die über kleinere ergänzende Übernahmen hinausgehen. Das Ziel von mehr als 150 Milliarden Kronen Pipeline-Umsatz im Jahr 2035 enthält mögliche künftige Akquisitionen nach Angaben des Konzerns noch nicht.
Noch in derselben Woche wurde eine weitere Kooperation bekannt. Das schwedische Unternehmen Nanexa teilte am 24. September eine weltweite Lizenz- und Entwicklungsvereinbarung mit Novo Nordisk mit. Sie betrifft eine Technologie für länger wirkende injizierbare Medikamente unter anderem gegen Adipositas und Typ-2-Diabetes. Die Vereinbarung umfasst bis zu fünf Entwicklungsprogramme. Bei Erreichen aller vereinbarten Bedingungen können Zahlungen an Nanexa von insgesamt bis zu 1,165 Milliarden Euro anfallen.
Die Kurswoche zeigt zunächst eine skeptische Marktreaktion auf die langfristigen Pläne. Von 281,50 Kronen am Freitag, 18. September, sank der Schlusskurs bis zum 25. September auf 253,00 Kronen. Die stärkste Bewegung erfolgte unmittelbar nach dem Kapitalmarkttag. Anschließend stabilisierte sich der Kurs zum Ende der Woche, ohne den vorherigen Einbruch wesentlich aufzuholen.
Für die weitere Entwicklung werden mehrere überprüfbare Unternehmensziele relevant: die geplante Einführung neuer Medikamente, Fortschritte der klinischen Studien, das Wachstum des Geschäfts mit oralen Adipositaspräparaten und die angestrebte Diversifizierung über Semaglutid hinaus. Die langfristigen Umsatz- und Entwicklungsziele des Konzerns sind strategische Ambitionen und keine Garantie für tatsächlich erzielte Ergebnisse.
Texte werden mit Unterstützung von KI-Tools erstellt und vor Veröffentlichung redaktionell geprüft. Mehr dazu