Nvidia wird zum zentralen Profiteur des weltweiten KI-Ausbaus

Der Kurs der Super Micro Computer Aktie fällt nach dem EY-Rücktritt um 30 %. Ursachen und Auswirkungen für Anleger.
Foto: Sergei Tokmakov,

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Der Boom um künstliche Intelligenz zeigt sich bei Nvidia inzwischen nicht mehr nur als Börsenthema, sondern als massiver Ausbau digitaler Infrastruktur. Der US-Konzern meldete für das erste Quartal des Geschäftsjahres 2027 einen Rekordumsatz von 81,6 Milliarden Dollar. Das entspricht einem Plus von 85 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Besonders stark blieb das Rechenzentrumsgeschäft, das mit 75,2 Milliarden Dollar ebenfalls einen neuen Höchstwert erreichte.

Rechenzentren bleiben der Wachstumsmotor

Nvidia profitiert vor allem davon, dass Unternehmen, Cloudanbieter und Staaten weltweit hohe Summen in KI-Rechenleistung investieren. Der Konzern spricht von einem beschleunigten Aufbau sogenannter „AI Factories“, also Rechenzentren, die speziell auf das Training und den Betrieb von KI-Modellen ausgelegt sind. Damit verschiebt sich der Blick auf Nvidia: Das Unternehmen ist nicht mehr nur ein Chipanbieter, sondern ein zentraler Ausrüster der globalen KI-Infrastruktur.

Die Bedeutung des Rechenzentrumsgeschäfts zeigt sich deutlich in den Zahlen. Der Bereich legte im Jahresvergleich um 92 Prozent zu und kam auf 75,2 Milliarden Dollar Umsatz. Nach Angaben von MarketWatch lag dieser Wert über den Erwartungen von Analysten, die im Schnitt mit 73,1 Milliarden Dollar gerechnet hatten. Als wesentlicher Treiber gilt die starke Nachfrage nach Systemen auf Basis der Blackwell-Architektur.

Auch der Ausblick bleibt auffällig stark. Für das laufende zweite Quartal stellt Nvidia einen Umsatz von rund 91 Milliarden Dollar in Aussicht. Das liegt nach Angaben von Investopedia über der bisherigen Markterwartung von etwa 86 Milliarden Dollar. Für Anleger ist deshalb nicht nur entscheidend, dass Nvidia erneut Rekordzahlen geliefert hat, sondern dass der Konzern weiterhin von einer dynamischen Nachfrage ausgeht.

Wall Street reagiert mit höheren Kurszielen

Die neuen Zahlen haben an der Wall Street mehrere Kurszielanhebungen ausgelöst. Nach vorliegenden Marktberichten sieht Bernstein den fairen Wert der Nvidia Aktie nun bei 315 Euro statt zuvor 300 Euro. Jefferies hob das Ziel demnach von 275 auf 300 Dollar an, Goldman Sachs von 250 auf 285 Dollar. Auch die Bank of America erhöhte ihr Kursziel auf 350 Dollar nach zuvor 320 Dollar.

Neben Umsatz und Ausblick spielt für Analysten auch die Kapitalpolitik eine Rolle. Nvidia kündigte eine zusätzliche Aktienrückkauf-Ermächtigung über 80 Milliarden Dollar an. Außerdem erhöht der Konzern die Quartalsdividende von 0,01 Dollar auf 0,25 Dollar je Aktie. Damit sendet Nvidia ein Signal, dass das Management trotz hoher Investitionsdynamik weiter erhebliche Mittel an Aktionäre zurückgeben will.

Die Erwartungen bleiben dennoch hoch. Nvidia hat in kurzer Zeit eine Marktbewertung erreicht, die eng an die Annahme gekoppelt ist, dass der weltweite KI-Ausbau weitergeht. AP verweist darauf, dass die Aktie trotz starker Zahlen zeitweise unter Druck geraten kann, wenn Investoren nach der langen Rally Hinweise auf eine mögliche Verlangsamung suchen. Genau darin liegt der Kern der aktuellen Börsenfrage: Nicht ob Nvidia stark wächst, sondern ob das Unternehmen das außergewöhnliche Tempo lange genug halten kann.

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