Oura legt geplantes Nasdaq Debüt kurz vor dem Start auf Eis

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der Smart Ring Hersteller Oura hat seinen geplanten Börsengang in den USA kurzfristig verschoben. Das Unternehmen hatte das öffentliche Aktienangebot erst am 21. September 2026 offiziell gestartet und wollte seine Aktien an der Nasdaq notieren lassen. Der Handel sollte nach Abschluss der Preisfestsetzung beginnen. Dazu kam es zunächst nicht. Oura begründete die Entscheidung am Dienstag, 29. September, mit der Unsicherheit am Markt für Börsengänge. Ein neuer Termin wurde nicht genannt.

Damit endet der Oura Börsengang vorerst nicht mit einer Absage, sondern mit einer Verschiebung. Das Unternehmen hatte bei der US Börsenaufsicht SEC bereits umfangreiche Unterlagen eingereicht und die geplante Notierung auf dem Nasdaq Global Select Market unter dem Börsenkürzel OURA beantragt. Der Schritt erfolgte nur wenige Tage, nachdem die konkrete Vermarktung der Aktien begonnen hatte.

50 Millionen Aktien waren für das Angebot vorgesehen

Oura wollte insgesamt 50 Millionen Aktien im Rahmen des Börsengangs anbieten. Davon sollten 13,5 Millionen neue Aktien direkt vom Unternehmen stammen. Weitere 36,5 Millionen Aktien sollten bestehende Anteilseigner verkaufen. Für zusätzliche 7,5 Millionen Aktien aus dem Besitz bestehender Aktionäre war eine Option für die Konsortialbanken vorgesehen.

Die Preisspanne lag laut Börsenprospekt bei 40 bis 44 Dollar je Aktie. Am oberen Ende dieser Spanne hätte das gesamte angebotene Aktienpaket einen Wert von rund 2,2 Milliarden Dollar erreicht. Allerdings wäre nur ein Teil dieses Geldes Oura selbst zugeflossen, da der deutlich größere Anteil der angebotenen Aktien aus dem Besitz bestehender Investoren stammen sollte.

Bei einem angenommenen Ausgabepreis von 42 Dollar kalkulierte Oura im Prospekt mit Nettoerlösen von rund 532,6 Millionen Dollar aus den 13,5 Millionen neu ausgegebenen Aktien. Das Unternehmen hatte zugleich erläutert, dass ein großer Teil davon für Steuerzahlungen im Zusammenhang mit aktienbasierter Vergütung vorgesehen war.

Oura nennt Unsicherheit am IPO Markt als Grund

Oura erklärte zur Verschiebung, dass trotz einer starken Nachfrage Unsicherheit am Markt für Börsengänge bestehe. Vorstandschef Tom Hale verwies darauf, dass das Unternehmen den Zeitpunkt des Börsengangs selbst wählen könne und seine Wachstumspläne zunächst weiterverfolgen werde.

Weitere konkrete Gründe für die kurzfristige Entscheidung nannte Oura zunächst nicht. Insbesondere gab das Unternehmen keinen neuen Zeitplan für einen weiteren Anlauf bekannt. Auch eine vollständige Aufgabe der Börsenpläne wurde nicht angekündigt.

Oura erklärte, dass eine starke Nachfrage nach den Aktien bestanden habe. Eine konkrete Größenordnung nannte das Unternehmen dazu nicht. Gesichert ist, dass Oura den Aufschub trotz des vorhandenen Interesses mit den gegenwärtigen Bedingungen am IPO Markt begründete.

Oura wächst vor dem geplanten Börsengang deutlich

Die Verschiebung trifft ein Unternehmen, das zuletzt stark gewachsen ist. Oura meldete für die ersten neun Monate seines Geschäftsjahres bis zum 30. Juni 2026 einen Umsatz von rund 1,215 Milliarden Dollar. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es knapp 698 Millionen Dollar. Das entsprach einem Wachstum von 74 Prozent.

Für denselben Neunmonatszeitraum wies Oura einen Nettogewinn von rund 60,8 Millionen Dollar aus. Ende Juni verfügte die Plattform nach Unternehmensangaben über rund fünf Millionen zahlende Mitglieder. Für das Ende des Geschäftsjahres 2026 stellte Oura etwa 5,7 Millionen zahlende Mitglieder in Aussicht.

Das Geschäftsmodell verbindet den Verkauf der Ringe mit wiederkehrenden Einnahmen aus kostenpflichtigen Mitgliedschaften. Oura wurde ursprünglich in Finnland gegründet und hat seinen Unternehmenssitz inzwischen in San Francisco. Der Hersteller zählt zu den bekanntesten Anbietern von Smart Rings, die unter anderem Schlaf, Aktivität und verschiedene körperbezogene Messwerte erfassen.

Verschiebung fällt in schwierigere Phase für US Börsengänge

Die Entscheidung fällt in eine Phase, in der mehrere Unternehmen geplante Börsengänge in den USA verschoben oder ausgesetzt haben. Steigende Anleiherenditen und stärkere Schwankungen an den Finanzmärkten haben die Bedingungen für neue Aktienplatzierungen zuletzt verändert. Für Unternehmen ist dabei nicht nur entscheidend, ob grundsätzlich genügend Investoren Interesse zeigen, sondern auch, zu welchem Preis Aktien dauerhaft platziert werden können.

Oura war als eines der größeren geplanten Technologieangebote für den Herbst vorgesehen. Die kurzfristige Verschiebung zeigt daher vor allem, dass selbst ein Unternehmen mit starkem Umsatzwachstum und positivem Ergebnis seinen Börsengang nicht unabhängig von den Bedingungen am Kapitalmarkt durchziehen will.

Für Oura bleibt der Gang an die Nasdaq grundsätzlich vorbereitet. Die Registrierung bei der SEC und die bereits veröffentlichten Angebotsunterlagen bilden dafür die Grundlage. Wann das Unternehmen das Aktienangebot erneut aufnimmt und ob Preisspanne, Aktienzahl oder andere Konditionen unverändert bleiben, war am 30. September 2026 noch offen.

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