Milliardenfusion vollzogen: Skydance vereint Paramount und Warner

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die Übernahme von Warner Bros. Discovery durch Paramount ist abgeschlossen. Paramount Skydance bestätigte am Dienstag, 6. Oktober 2026, den Vollzug der milliardenschweren Transaktion. Der kombinierte Medienkonzern firmiert künftig als Skydance Corporation und vereint unter anderem Paramount Pictures, Warner Bros., HBO, CBS, CNN, Paramount+, HBO Max, Nickelodeon, Discovery und zahlreiche weitere Fernseh-, Film- und Sportmarken. Die Class-B-Aktien des neuen Konzerns werden an der New York Stock Exchange unter dem Kürzel SKYD gehandelt.

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Damit endet ein monatelanger Übernahmeprozess, der Wettbewerbsbehörden, Gerichte und Gewerkschaften beschäftigt hatte. Reuters beziffert den Gesamtwert der Transaktion einschließlich übernommener Verpflichtungen auf rund 110 Milliarden US Dollar. Die neue Skydance gehört damit zu den größten Film-, Fernseh- und Streamingunternehmen weltweit.

WBD-Aktionäre erhalten gut 31 Dollar je Aktie

Für die bisherigen Aktionäre von Warner Bros. Discovery ist der Zusammenschluss eine reine Bartransaktion. Nach Angaben von Skydance wurden für jede regulär ausstehende WBD-Aktie 31,01666668 US Dollar gezahlt. Der ursprünglich vereinbarte Kaufpreis lag bei 31 Dollar. Weil der Abschluss nach dem 30. September erfolgte, kam eine zuvor festgelegte zusätzliche Zahlung von 0,00277778 Dollar je Aktie und Kalendertag hinzu.

Die WBD-Aktie wird seit dem Abschluss nicht mehr am Nasdaq gehandelt. Rechtlich wurde die Transaktion so umgesetzt, dass die Paramount-Tochter Prince Sub mit Warner Bros. Discovery verschmolzen wurde und WBD als vollständig kontrollierte Tochtergesellschaft des neuen Konzerns bestehen bleibt. In früheren Unternehmensunterlagen war der Eigenkapitalwert der Übernahme auf rund 80,9 Milliarden Dollar beziffert worden.

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Die Eigentumsverhältnisse des neuen Mutterkonzerns sind stark konzentriert. Nach Unternehmensangaben hält die Familie Ellison den größten Eigenkapitalanteil. Die Ellison-Familie und RedBird Capital Partners besitzen gemeinsam sämtliche stimmberechtigten Class-A-Aktien und damit 100 Prozent der Stimmrechte dieser Aktienklasse. Für die Transaktion flossen zudem 47 Milliarden Dollar an neuem Eigenkapital von Investoren, darunter die Ellison-Familie, RedBird, der saudi-arabische Public Investment Fund, L’IMAD, die Qatar Investment Authority und LionTree.

Neuer Konzern vereint Studios, Streaming und Fernsehen

Unter dem Namen Skydance kommen zwei der traditionsreichsten Hollywood-Studios unter ein gemeinsames Konzerndach. Hinzu kommen die Streamingdienste HBO Max und Paramount+, die US-Fernsehsender und Kabelmarken beider Unternehmen sowie CNN und CBS News. Auch Sportrechte und Sender wie CBS Sports und TNT Sports gehören zum Portfolio. Nach Angaben des Konzerns erreichen die Streamingangebote zusammen mehr als 200 Millionen Abonnenten. Der Jahresumsatz des kombinierten Unternehmens liegt nach Unternehmensangaben bei knapp 70 Milliarden Dollar.

Paramount und Warner Bros. sollen ihre bekannten Marken behalten. Die übergeordnete Gesellschaft trägt jedoch den Namen Skydance. Im Streamingbereich plant der Konzern langfristig eine Zusammenführung seiner Angebote zu einem gemeinsamen Dienst. Einzelheiten zum Zeitpunkt und zur konkreten Ausgestaltung dieser Integration wurden beim Abschluss zunächst nicht genannt.

An der Spitze steht David Ellison als Chairman und Chief Executive Officer. Ynon Kreiz, zuvor Chef des Spielzeugkonzerns Mattel, übernimmt als Co-CEO insbesondere das Tagesgeschäft und die Integration der Unternehmen. Ellison soll sich stärker auf langfristige Strategie, kreative Ausrichtung, Technologie, Partnerschaften und Kapitalallokation konzentrieren.

Rund 80 Milliarden Dollar Schulden belasten den Start

Die Größe des neuen Konzerns geht mit einer erheblichen finanziellen Belastung einher. Reuters zufolge startet Skydance mit rund 80 Milliarden Dollar Schulden. Bereits vor dem Vollzug hatte Paramount umfangreiche neue Finanzierungen vorbereitet. Ende September kündigte das Unternehmen allein die Platzierung von rund 44,4 Milliarden Dollar an besicherten Anleihen an. Die Mittel sollten zusammen mit vorhandener Liquidität, Bankkrediten und neuem Eigenkapital für den Kaufpreis und die Rückzahlung bestehender Verbindlichkeiten verwendet werden.

Skydance hat sich deshalb ambitionierte finanzielle Ziele gesetzt. Innerhalb von drei Jahren sollen jährlich mindestens sechs Milliarden Dollar an Synergien erreicht werden. Einsparungen sollen nach Unternehmensangaben vor allem aus Technologie, gemeinsamer Beschaffung, Marketing, Immobilien und der Zusammenführung betrieblicher Strukturen kommen. Bis Ende 2029 soll das Verhältnis der Nettoverschuldung zum operativen Ergebnis auf das Dreifache sinken. Für 2030 peilt das Unternehmen mehr als zehn Milliarden Dollar freien Cashflow an. Diese Werte sind Unternehmensziele und keine bereits erreichten Ergebnisse.

Die hohe Verschuldung erhöht den wirtschaftlichen Druck auf das Management. Der neue Konzern muss zugleich in Streamingangebote, Filme und Serien investieren, während klassische Kabelsender in den USA seit Jahren mit sinkenden Abonnentenzahlen konfrontiert sind. Reuters sieht deshalb Wachstum im Streaminggeschäft, stabile Erlöse aus dem traditionellen Fernsehen und erfolgreiche Kinofilme als wichtige Faktoren für den Schuldenabbau.

CNN und CBS News behalten zunächst ihre Führung

Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Nachrichtengeschäft. CNN und CBS News gehören erstmals zum selben Mutterkonzern. CNN-Chef Mark Thompson bleibt Chairman und Editor-in-Chief von CNN Worldwide. Bari Weiss behält ihre Position als Editor-in-Chief von CBS News. Beide gehören zur Führungsebene des Nachrichtengeschäfts und berichten innerhalb der neuen Konzernstruktur an Ellison und Kreiz.

Die Frage der redaktionellen Unabhängigkeit war bereits während des Übernahmeverfahrens Gegenstand der Auseinandersetzungen. Im Rahmen einer gerichtlichen Einigung mit zwölf US-Bundesstaaten verpflichtete sich das Unternehmen, spätestens 180 Tage nach Abschluss ein fünfköpfiges News Editorial Independence Board einzurichten. Ihm sollen erfahrene Journalisten angehören. Das Gremium soll redaktionelle Grundsätze entwickeln und bestimmte Streitfälle bei CNN und CBS News behandeln, darunter Auseinandersetzungen über journalistische Fairness und mögliche Verstöße gegen die vereinbarten Standards.

Zweifel an der tatsächlichen Durchsetzungskraft des Gremiums bestehen dennoch. Reuters berichtete unter Berufung auf Journalisten und Medienexperten über Skepsis, weil die Mitglieder von Skydance berufen und bezahlt werden sollen. Zudem weist die Vereinbarung dem Gremium nicht ausdrücklich eigene Untersuchungsbefugnisse zu. Auch ist nicht eindeutig geregelt, ob sämtliche Entscheidungen verbindlich sein werden. Thompson erklärte seiner Belegschaft unterdessen, er habe Vertrauen darin, dass die neue Führung unabhängigen Journalismus bei CNN unterstützen werde.

Wettbewerbsauflagen begleiten den Milliardenkonzern

Der Abschluss wurde erst möglich, nachdem Paramount und Warner Bros. Discovery ihre rechtlichen Auseinandersetzungen mit zwölf US-Bundesstaaten sowie der Writers Guild of America beigelegt hatten. Ein Bundesgericht genehmigte die Einigung Ende September. Zu den Auflagen gehört, dass der Konzern in den ersten beiden Jahren jeweils mindestens 30 Kinofilme in den USA herausbringen muss. In den drei folgenden Jahren steigt die Vorgabe auf mindestens 32 Filme. Zudem muss Skydance über fünf Jahre insgesamt mindestens 1,5 Milliarden Dollar zusätzlich in US-Produktionen investieren.

Für bestimmte Kabelsender von Paramount und Warner Bros. müssen Verträge mit Verbreitungspartnern weiterhin getrennt ausgehandelt werden. Daneben sieht die Vereinbarung einen unabhängigen Kontrolleur zur Überwachung der Verpflichtungen vor. Die Writers Guild of America erhielt im Rahmen einer separaten Einigung unter anderem eine Zahlung von 17,5 Millionen Dollar für ihren Gesundheitsfonds. Für einen festgelegten Zeitraum gelten zudem Beschäftigungsschutzregeln für von der Gewerkschaft vertretene Mitarbeiter bei CBS News.

International hatte die Transaktion zuvor zahlreiche Wettbewerbsprüfungen durchlaufen. Die Europäische Kommission genehmigte die Übernahme im Juli 2026. Insgesamt erhielt die Transaktion nach Unternehmensangaben die erforderlichen Freigaben in nahezu 70 Ländern und Rechtsräumen. Mit dem Vollzug beginnt nun die schwierigere Phase: Paramount und Warner Bros. Discovery müssen in einen gemeinsamen Konzern integriert werden, während Skydance gleichzeitig Schulden abbauen, Kosten senken und seine großen Film-, Fernseh- und Streamingmarken weiterentwickeln will.

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