
Ein britisches Aufklärungsflugzeug ist über dem Schwarzen Meer von russischen Kampfjets abgefangen worden. Nach Angaben des britischen Verteidigungsministeriums ereignete sich der Vorfall bereits im April, öffentlich gemacht wurde er am 20. Mai 2026. Betroffen war ein unbewaffnetes Rivet-Joint-Flugzeug der Royal Air Force, das nach britischer Darstellung in internationalem Luftraum unterwegs war.
Nach britischen Angaben waren zwei russische Maschinen beteiligt. Eine Su-35 soll so nah an das britische Flugzeug herangeflogen sein, dass automatische Notfallsysteme des Rivet Joint ausgelöst wurden. Dabei sei auch der Autopilot deaktiviert worden. In einem weiteren Abfangmanöver soll eine Su-27 sechs Überflüge vor dem britischen Flugzeug ausgeführt haben. Der geringste Abstand zur Nase der Maschine habe demnach etwa sechs Meter betragen. Eine unabhängige Bestätigung der genauen Flugmanöver lag zunächst nicht vor.
Das britische Verteidigungsministerium und das Außenministerium bestellten Vertreter der russischen Botschaft ein. London wertete das Verhalten der Piloten als gefährlich und inakzeptabel. Verteidigungsminister John Healey erklärte, solche Manöver erhöhten das Risiko von Unfällen und möglicher Eskalation. Zugleich betonte die britische Regierung, die Einsätze zur Unterstützung der NATO an der Ostflanke würden fortgesetzt.
Die RC-135W Rivet Joint ist ein Aufklärungsflugzeug für elektronische und signalerfassende Aufklärung. Die Maschinen der Royal Air Force werden von der No. 51 Squadron auf RAF Waddington betrieben und nutzen Sensoren, um elektronische Signale zu erfassen und auszuwerten. Solche Flugzeuge werden für strategische und taktische Lagebilder eingesetzt. Im aktuellen Fall war die Maschine nach britischen Angaben unbewaffnet und auf einem Routineflug.
Das Schwarze Meer ist seit dem russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine ein besonders sensibler Raum für militärische Überwachung, NATO-Präsenz und russische Aktivitäten. Der aktuelle Vorfall erinnert an eine Begegnung aus dem Jahr 2022, bei der ein russisches Flugzeug eine Rakete in der Nähe eines britischen Rivet-Joint-Flugzeugs über dem Schwarzen Meer abgegeben hatte. Russland erklärte den damaligen Vorfall später als technische Fehlfunktion.
Eine russische Darstellung zu den aktuellen britischen Vorwürfen war zunächst nicht belastbar bestätigt. Damit bleibt offen, wie Moskau den Vorfall bewertet oder ob Russland die britischen Angaben bestreitet. Gesichert ist zunächst die britische Regierungsdarstellung, wonach sich die Rivet Joint in internationalem Luftraum befand und die russischen Maschinen sehr nah an das unbewaffnete Flugzeug heranflogen.
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