
Die Drogeriemarktkette Rossmann überrascht ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter im Mai 2026 mit einer zusätzlichen Zahlung: Vollzeitbeschäftigte erhalten einen steuerfreien Krisenbonus von 500 Euro. Beschäftigte in Teilzeit oder als Verkaufshilfen bekommen 250 Euro. Die Zahlung ist als einmalige Sondervergütung konzipiert und kommt zu den regulären Löhnen hinzu.
Das Unternehmen begründet die Maßnahme mit den anhaltend hohen Lebenshaltungskosten und dem gestiegenen Preisdruck, dem viele Haushalte in Deutschland ausgesetzt sind. Rossmann reagiert damit auf das, was Arbeitgeberverbände und Gewerkschaften gleichermaßen als zentrale Herausforderung des Jahres 2026 beschreiben: Die Kaufkraft der Arbeitnehmer hat durch Inflation und Energiekosten deutlich gelitten, auch wenn die Teuerungsrate zuletzt etwas zurückgegangen ist.
Neben dem einmaligen Bonus verbessert Rossmann auch die dauerhaften Zusatzleistungen für seine Belegschaft. Ab Mai 2026 werden die Zuschüsse für das Deutschlandticket von bislang rund 25 Prozent auf 50 Prozent des monatlichen Ticketpreises erhöht. Das Deutschlandticket kostet derzeit 58 Euro pro Monat – die neue Bezuschussung bedeutet also eine Ersparnis von rund 29 Euro monatlich für jeden Mitarbeiter, der das Ticket nutzt.
Auch beim Gesundheitsangebot Hansefit erhöht Rossmann seinen Arbeitgeberzuschuss auf 50 Prozent. Hansefit ist ein bundesweites Netzwerk, das den Zugang zu Fitnessstudios, Schwimmbädern und anderen Sportstätten ermöglicht. Bisher bezuschusste Rossmann dieses Angebot ebenfalls mit rund einem Viertel der Kosten; die Verdoppelung des Zuschusses macht Sport und Gesundheitsangebote nun deutlich günstiger für die Beschäftigten.
Insgesamt profitieren damit alle Mitarbeiter von einem Maßnahmenpaket, das sowohl kurzfristige finanzielle Entlastung als auch langfristige Verbesserungen der Arbeitgeberleistungen umfasst. In einem angespannten Arbeitsmarkt, in dem Einzelhandelsbeschäftigte zunehmend gefragt sind, sendet Rossmann damit auch ein Signal in Richtung Fachkräftebindung und -gewinnung.
Der Krisenbonus kommt zu einem Zeitpunkt, an dem sich Rossmann in einer wirtschaftlich starken Position befindet. Das Unternehmen hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Jahresumsatz von 16,6 Milliarden Euro abgeschlossen – ein Wachstum von 8,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Der Drogeriemarktsektor gehört zu den wenigen Einzelhandelssegmenten, die trotz Konsumzurückhaltung und verschärftem Wettbewerb durch Online-Händler weiterhin solides Wachstum erzielen.
Für 2026 plant Rossmann die Eröffnung von insgesamt 342 neuen Filialen im In- und Ausland. Das Unternehmen betreibt bereits mehr als 4.800 Filialen in Deutschland und weiteren europäischen Ländern. Die Expansion zeigt, dass die Drogeriebranche auch in wirtschaftlich unsicheren Zeiten als krisenfest gilt – Hygieneartikel, Kosmetik und Drogeriebedarf gelten als weitgehend konjunkturresistente Produktkategorien.
Wer mehr über die allgemeine Lohn- und Gehaltsentwicklung in Deutschland im Jahr 2026 erfahren möchte, findet weitere Informationen in unserem Bericht über Neuregelungen ab Mai 2026 zu Sprit und Lohn. Auch ein Blick auf die Einkommenssituation der Mittelschicht in Deutschland 2026 lohnt sich, um den Kontext der aktuellen Lohnentwicklungen besser einzuordnen.
Aus der Gewerkschaft ver.di, die für Teile des Einzelhandels zuständig ist, kommen vorsichtig positive Kommentare. Grundsätzlich werden freiwillige Zusatzleistungen und Boni begrüßt, allerdings betonen Gewerkschaftsvertreter, dass solche Einmalzahlungen keine Tariferhöhungen ersetzen können. Dauerhaft höhere Gehälter seien das eigentliche Ziel, um Beschäftigte langfristig abzusichern.
Branchenbeobachter sehen den Schritt von Rossmann als Signal, das möglicherweise auch andere Einzelhändler unter Druck setzt, ähnliche Maßnahmen zu ergreifen. In einem Marktumfeld, in dem Firmenpleiten und Insolvenzen 2026 in vielen Branchen stark zunehmen, hebt sich Rossmann mit seiner stabilen Finanzlage und diesen Mitarbeiterbenefits deutlich ab.
Quellen: retail-news.de, kosmetiknachrichten.de (April 2026), Rossmann Pressemitteilung Geschäftsentwicklung 2025, ver.di-Stellungnahmen, dpa
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