
Nach dem schweren Arbeitsunfall in einer Lederfabrik im hessischen Runkel hat die Tragödie eine weitere Dimension bekommen: Ein fünfter Mensch ist nun seinen schweren Verletzungen erlegen. Der 60-Jährige starb am Donnerstag, dem 1. Mai 2026, in einem Krankenhaus – rund zwei Wochen nach dem Unglück Mitte April 2026. Damit fordert der Betriebsunfall in der Gerberei insgesamt fünf Todesopfer.
Beim fünften Opfer handelt es sich nach Angaben von Staatsanwaltschaft und Polizei um einen 60-jährigen Mitarbeiter einer Rohrreinigungsfirma aus Montabaur in Rheinland-Pfalz. Er war kein Angestellter der Gerberei in Runkel selbst, sondern als externer Dienstleister in dem Betrieb tätig. Mit lebensgefährlichen Verletzungen war er nach dem Unfall sofort ins Krankenhaus eingeliefert worden, konnte jedoch nicht gerettet werden.
Die ersten drei Todesopfer – im Alter von 38, 58 und 59 Jahren – waren noch am Unfalltag tot in einer Grube auf dem Fabrikgelände aufgefunden worden. Ein vierter Mann starb wenige Tage nach dem Unglück ebenfalls im Krankenhaus. Nun hat auch der fünfte schwerverletzte Arbeiter den Kampf um sein Leben verloren.
Die Autopsien der drei am Unfalltag verstorbenen Männer haben ergeben, dass Schwefelwasserstoff (H₂S) primär für ihren Tod verantwortlich war. Zunächst war auch Kohlenmonoxid als mögliche Ursache in Betracht gezogen worden. Schwefelwasserstoff ist ein farbloses, extrem giftiges Gas, das bei Fäulnisprozessen entsteht und bereits in geringen Konzentrationen zu Bewusstlosigkeit und Tod führen kann. In industriellen Anlagen wie Gerbereien kann es sich in Gruben und schlecht belüfteten Bereichen gefährlich ansammeln.
Das Unglück ereignete sich, als mehrere Arbeiter in eine Grube der Lederfabrik abstiegen – offenbar ohne ausreichende Schutzausrüstung oder vorherige Gasmessungen. Genau dies ist nun Gegenstand der strafrechtlichen Ermittlungen.
Die Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung gegen unbekannte Personen eingeleitet. Im Mittelpunkt der Untersuchungen steht die Frage, ob die Sicherheitsvorschriften beim Abstieg in die Grube eingehalten wurden: Trugen die Männer Atemschutzgeräte? Wurden vor dem Betreten des Bereichs Gasmessungen durchgeführt? Wurden die Arbeiter ausreichend über die bestehenden Gefahren aufgeklärt? Die Ermittler suchen nach der Verantwortlichkeit für diese mutmaßlichen Versäumnisse.
Arbeitsunfälle dieser Art sind in der Industrie nicht vollständig unbekannt, verweisen aber auf gravierende Mängel im Arbeitsschutz. Ähnliche Tragödien ereignen sich regelmäßig in Deutschland. Zum Vergleich: Auch der tödliche Betriebsunfall an einem Kieswerk in Neuburg zeigte, wie schnell Arbeitsunfälle tödlich enden können.
Mitte April 2026 wurden in der Gerberei in Runkel im Landkreis Limburg-Weilburg drei Männer leblos in einer Grube entdeckt. Die Rettungskräfte konnten nur noch den Tod feststellen. Weitere Personen wurden mit lebensgefährlichen Verletzungen in Kliniken eingeliefert. Wir berichteten seinerzeit über den schweren Unfall in der Lederfabrik Runkel.
In den darauffolgenden Tagen verschlechterte sich der Zustand weiterer Verletzter, und wenige Tage nach dem Unfall erlag ein weiterer Mann seinen Verletzungen. Über den vierten Todesfall nach dem Gerberei-Unglück hatten wir ebenfalls berichtet. Nun ist mit dem 60-Jährigen das fünfte Todesopfer zu beklagen.
Der Fall hat bundesweit Aufmerksamkeit erregt und Diskussionen über Arbeitssicherheitsstandards in kleineren Gewerbebetrieben ausgelöst. Experten fordern schärfere Kontrollen und verbindlichere Schutzvorschriften beim Umgang mit giftigen Gasen.
Schwefelwasserstoff-Unfälle gehören zu den gefährlichsten Arbeitsunfällen in der Industrie. Der Stoff entsteht beim Zersetzen organischer Materialien, was ihn in Gerbereien, Kläranlagen und ähnlichen Betrieben zu einem ernsthaften Risiko macht. Die Berufsgenossenschaft schreibt strenge Vorschriften vor: Vor dem Betreten von Gruben müssen Gasmessungen erfolgen, und Atemschutzausrüstung muss bereitgehalten werden.
Ob und in welchem Maß diese Vorschriften in Runkel missachtet wurden, werden die Ermittlungen klären. Die Staatsanwaltschaft ermittelt weiterhin intensiv. Das Ergebnis der Untersuchungen könnte zu strafrechtlichen Konsequenzen für Verantwortliche in dem Betrieb führen.
Quellen: Rhein-Zeitung, Rhein-Neckar-Zeitung, Infranken.de, LZ.de, Ruhrnachrichten.de
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