Runkel Arbeitsunfall: Vierter Toter nach Gerberei-Unglück

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Symbolbild Feuerwehreinsatz

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Beim Runkel Arbeitsunfall in der Lederfabrik und Gerberei Beuleke ist ein vierter Mann seinen Verletzungen erlegen. Der 35-Jährige starb am Mittwoch, 23. April 2026, im Krankenhaus — rund eine Woche, nachdem er mit lebensgefährlichen Verletzungen aus einer Klärgrube auf dem Betriebsgelände gerettet worden war. Obduktionen bestätigten: Nicht Kohlenmonoxid, sondern Schwefelwasserstoff tötete die Männer.

Runkel Arbeitsunfall: Vier Tote nach Unglück in Gerberei Beuleke

Das Unglück ereignete sich am Donnerstag, 16. April 2026, in der Lederfabrik Beuleke im hessischen Runkel, einer Kleinstadt im Landkreis Limburg-Weilburg. Rettungskräfte fanden fünf Männer reglos in einer Klärgrube auf dem Firmengelände — einer Auffanggrube, in der chemische Substanzen aus dem Gerberei-Betrieb gesammelt werden. Drei Männer im Alter von 38, 58 und 59 Jahren starben noch am Unfallort. Die beiden übrigen Verletzten wurden mit lebensgefährlichen Verletzungen in Krankenhäuser eingeliefert. Über das Gerberei-Unglück in Runkel berichteten wir bereits am Tag des Geschehens.

Drei Menschen tot: Schwerer Unfall in Lederfabrik in Runkel — unser Erstbericht vom 16. April 2026.

Todesursache bestätigt: Schwefelwasserstoff tötete die Arbeiter in Runkel

Die Staatsanwaltschaft Limburg und die Polizei teilten mit, dass Obduktionen ergaben: Schwefelwasserstoff-Vergiftung war hauptursächlich für den Tod der Männer. Ursprünglich hatten die Ermittler noch eine Kohlenmonoxidvergiftung vermutet — erst eine forensisch-toxikologische Untersuchung brachte Klarheit. Der fünfte Betroffene soll nach bisherigen Erkenntnissen ein Mitarbeiter einer Rohrreinigungsfirma aus dem rheinland-pfälzischen Montabaur gewesen sein; er überlebte das Unglück. Nach dem derzeitigen Ermittlungsstand sollen die Männer nacheinander in die Grube gestiegen sein — offenbar im Versuch, einem zuvor bewusstlos Gewordenen zu helfen. Die Ermittlungen dauern an.

Was ist Schwefelwasserstoff? Ein tückisches Gas

Schwefelwasserstoff gilt als ähnlich giftig wie Blausäure. Das Gas ist schwerer als Luft und sammelt sich bevorzugt in Gruben, Schächten und schlecht belüfteten Räumen an — Orte, an denen Menschen in der Industrie regelmäßig arbeiten. Besonders tückisch: In hohen Konzentrationen lähmt Schwefelwasserstoff die Geruchsrezeptoren. Der zunächst deutlich wahrnehmbare Geruch nach faulen Eiern erlischt plötzlich — was fälschlicherweise als Entwarnung gedeutet werden kann. In Wirklichkeit ist die Konzentration in diesem Moment oft bereits tödlich. Arbeiten in Gruben oder engen Behältern ohne entsprechende Schutzausrüstung und Gasmessgeräte gelten in der Industrie daher als besonders riskant.

Runkel trauert: Ermittlungen zu Sicherheitsmängeln laufen

Die Lederfabrik Beuleke ist ein alteingesessener Familienbetrieb in Runkel und seit Jahrzehnten in der Region bekannt. Das Unglück hat die Kleinstadt tief erschüttert — vier Tote aus einem einzigen Betrieb sind äußerst selten. Neben den strafrechtlichen Ermittlungen wird auch geprüft, ob Sicherheitsvorschriften für Arbeiten in geschlossenen Räumen eingehalten wurden. Besonders das Thema Arbeitsschutz in Gerbereien und chemisch belasteten Betrieben dürfte in den kommenden Wochen im Fokus der Behörden stehen. Auch andernorts sorgen Arbeitsunfälle immer wieder für Schlagzeilen: Ein tödlicher Arbeitsunfall in Stäfa hatte zuletzt für Bestürzung gesorgt, als ein 19-Jähriger bei Abbrucharbeiten ums Leben kam.

Quellen: hessenschau.de, t-online.de, rhein-zeitung.de, nwzonline.de, wnoz.de

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