
Eine 88 Jahre alte Frau ist in Rottweil Opfer eines Schockanruf-Betrugs geworden. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Konstanz erhielt die Seniorin am Mittwochnachmittag, 24. Juni 2026, in ihrer Wohnung im Krummer Weg einen Anruf eines angeblichen Polizisten. Der Mann behauptete, ihr Sohn habe einen schweren Verkehrsunfall verursacht und sei dabei selbst schwer verletzt worden.
Für eine angeblich notwendige Operation sowie eine Kaution zur Abwendung einer Haft sollten mehrere tausend Euro benötigt werden. Die Frau übergab daraufhin an ihrer Haustür einen vierstelligen Bargeldbetrag an zwei ihr unbekannte Männer. Erst später erkannte sie den Betrug. Die Kriminalpolizei Rottweil hat die Ermittlungen aufgenommen.
Der Anrufer nutzte nach den Angaben der Polizei eine typische Masche des sogenannten Schockanrufs. Dabei werden Betroffene durch angebliche Notlagen naher Angehöriger unter Druck gesetzt. Im konkreten Fall ging es um die erfundene Darstellung eines schweren Verkehrsunfalls, eine angebliche Verletzung des Sohnes und eine geforderte Geldzahlung.
Die 88-Jährige übergab anschließend Bargeld an zwei unbekannte Männer, die an ihrer Haustür erschienen. Eine genauere Beschreibung der Männer lag zunächst nicht vor. Auch zur weiteren Verwendung des erbeuteten Geldes gab es zunächst keine gesicherten Angaben.
Die Kriminalpolizei Rottweil ermittelt wegen des Betrugs. Zeugen, die am Mittwochnachmittag im Bereich Krummer Weg verdächtige Beobachtungen gemacht haben oder Angaben zu den beiden unbekannten Männern machen können, werden gebeten, sich unter der Telefonnummer 0741 4770 zu melden.
Offiziell bestätigt ist bislang, dass ein vierstelliger Bargeldbetrag übergeben wurde. Eine darüber hinausgehende Schadenssumme wurde nicht genannt. Auch zu möglichen weiteren Geschädigten im Zusammenhang mit diesem Fall lagen zunächst keine Angaben vor.
Die Polizei rät bei solchen Anrufen dazu, sofort aufzulegen und Angehörige direkt über die bekannte Telefonnummer zu kontaktieren. Betroffene sollten sich nicht unter Druck setzen lassen. Polizei, Gerichte oder andere Amtsträger fragen niemals nach Wertsachen oder Bargeld und fordern keine Übergabe an unbekannte Personen.
Im Verdachtsfall sollte der Notruf 110 gewählt werden. Wer bei einer Bank Bargeld abhebt und dort von Mitarbeitenden auf einen möglichen Betrug hingewiesen wird, sollte diese Warnung ernst nehmen. Die Polizei empfiehlt außerdem, ältere Menschen im eigenen Umfeld gezielt über die Masche zu informieren.
Nach Angaben der Polizei kann auch das Löschen oder Ändern des eigenen Telefonbucheintrags helfen. Betrüger suchen häufig gezielt nach Vornamen, die sie älteren Menschen zuordnen. Ein gekürzter oder gelöschter Eintrag kann es erschweren, potenzielle Opfer ausfindig zu machen.
Der Fall aus Rottweil zeigt, wie schnell die Täter mit erfundenen Notlagen Druck aufbauen. Entscheidend ist, ein Gespräch früh zu beenden, keine Geldforderungen zu erfüllen und Angehörige oder die Polizei selbstständig über bekannte, verlässliche Telefonnummern zu kontaktieren.
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