Selbstschussanlage Gommern: Frau bei Hundesuche schwer verletzt

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Symbolbild Feuerwehreinsatz

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Selbstschussanlage Gommern: Eine 54-jährige Frau ist in Sachsen-Anhalt bei der Suche nach ihrem Hund schwer verletzt worden – von einer illegal aufgestellten Selbstschussanlage. Der Vorfall ereignete sich am Samstag, 2. Mai 2026, in Dannigkow, einem Ortsteil der Gemeinde Gommern im Landkreis Jerichower Land. Die Frau befindet sich inzwischen außer Lebensgefahr.

Selbstschussanlage Gommern: Was am Samstag in Dannigkow geschah

Der Hund der 54-Jährigen lief auf ein fremdes Grundstück in Dannigkow. Als die Frau ihrem Tier folgte und das Grundstück betrat, löste sie eine dort installierte Selbstschussanlage aus. Ein Schuss mit Schrotmunition traf sie. Die Frau wurde durch die Verletzungen schwer getroffen und musste in eine Klinik gebracht werden. Ersten Angaben zufolge soll sie den Schuss nicht mit dem Eintritt auf das Grundstück in Verbindung gebracht haben.

Ein Sondereinsatzkommando (SEK) rückte zum Gerätehaus der Feuerwehr Dannigkow aus. Die Polizei sicherte das Grundstück ab und durchsuchte es anschließend gründlich. Dabei stellten die Beamten eine große Anzahl von Schusswaffen sowie weiteren gefährlichen Gegenständen sicher. Die genaue Art der sichergestellten Waffen war zunächst nicht bekannt.

Ermittlungen: 43-jähriger Grundstückseigentümer im Fokus

Die Polizei befragte einen 43-jährigen Grundstückseigentümer. Ob er die Selbstschussanlage selbst konstruiert und aufgestellt haben soll, sei Gegenstand der laufenden Ermittlungen der Kriminalpolizei, hieß es. Die Staatsanwaltschaft Stendal entschied noch am Einsatztag, dass kein dringender Tatverdacht auf eine absichtliche Tötungshandlung vorliege. Ein Haftbefehl wurde demnach nicht beantragt.

Die Ermittlungen richten sich dem Vernehmen nach wegen gefährlicher Körperverletzung sowie eines möglichen Verstoßes gegen das Waffengesetz. Ob weitere Straftatbestände hinzukommen, war zunächst unklar. Der Fall zog deutschlandweit Aufmerksamkeit auf sich – auch weil solche Vorfälle äußerst selten sind und die rechtliche Einordnung komplex ist.

Sind Selbstschussanlagen in Deutschland erlaubt?

In Deutschland ist der Betrieb von Selbstschussanlagen, die Personen durch Projektile oder Explosionen verletzen können, grundsätzlich verboten. Wer eine solche Anlage aufstellt, macht sich strafbar – unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung, aber möglicherweise auch nach dem Kriegswaffenkontrollgesetz, wenn die Konstruktion als Anti-Personen-Waffe eingestuft wird. In solchen Fällen drohen empfindliche Freiheitsstrafen.

Der Vorfall in Gommern verdeutlicht, welche tödliche Gefahr von selbstgebauten oder illegal aufgestellten Schussvorrichtungen ausgehen kann. Dabei sind es oft völlig Unbeteiligte – wie hier eine Frau, die lediglich ihren Hund suchte –, die zu Opfern werden. Ähnliche Fälle aus der Vergangenheit hatten ebenfalls für bundesweites Aufsehen gesorgt. Polizeieinsätze in der Region sind auch in anderen Zusammenhängen immer wieder Teil der Nachrichten – so etwa beim Unfall bei Burg, der den Verkehr auf der A2 erheblich beeinträchtigte.

Reaktionen und weiterer Verlauf im Fall Selbstschussanlage Gommern

Der Fall löste bundesweit Entsetzen aus. Auf Nachrichtenportalen und in sozialen Medien wurde die Frage diskutiert, wie ein solcher Vorfall möglich sein konnte. Dass das Opfer lediglich nach ihrem Haustier gesucht hatte, rückte die menschliche Tragik des Vorfalls in den Vordergrund.

Die Ermittlungen der Kriminalpolizei dauern an. Unklar ist weiterhin, ob die aufgefundenen zahlreichen Waffen auf dem Grundstück in direktem Zusammenhang mit der Selbstschussanlage stehen oder auf weiteres illegales Verhalten des Eigentümers hindeuten. Auch Einsätze wie der Amokalarm in Bochum zeigen, wie schnell Polizei und Behörden auf unerwartete Gefahrenlagen reagieren müssen.

Die 54-jährige Frau befindet sich nach Polizeiangaben außer Lebensgefahr. Über den genauen Hergang und die Schwere ihrer Verletzungen lagen zunächst keine weiteren Informationen vor.

Quellen: Volksstimme, MDR Sachsen-Anhalt, dpa, Berliner Zeitung, radio SAW

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