Snowflake setzt höhere Wachstumsziele und profitiert von KI-Nachfrage

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Der US-Softwarekonzern Snowflake rechnet nach einem starken zweiten Geschäftsquartal mit einem deutlich höheren Wachstum seines Produktgeschäfts. Das Unternehmen hatte seine Jahresprognose Anfang September auf 36 Prozent angehoben. Neue KI-Produkte sollen nach Angaben des Managements zusätzliche Arbeitslasten und eine stärkere Nutzung der Plattform antreiben. Eine neue Analystenschätzung der Scotiabank fällt für das laufende Geschäftsjahr ebenfalls günstiger aus.

Die Snowflake Umsatzprognose 2027 sieht für das am 31. Januar endende Geschäftsjahr Produktumsätze von rund 6,07 Milliarden US-Dollar vor. Das entspräche einem Anstieg um 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Zuvor hatte das Unternehmen mit 5,84 Milliarden Dollar und einem Wachstum von 31 Prozent gerechnet. Die angehobene Prognose veröffentlichte Snowflake bereits am 2. September zusammen mit seinen Zahlen für das zweite Geschäftsquartal.

Produktumsatz wächst im Quartal um 37 Prozent

Im zweiten Geschäftsquartal, das Ende Juli abgeschlossen wurde, lag der Gesamtumsatz laut Snowflake bei 1,55 Milliarden Dollar und damit 35 Prozent über dem Vorjahreswert. Der für das Geschäftsmodell besonders wichtige Produktumsatz lag bei 1,49 Milliarden Dollar. Das entsprach einem Wachstum von 37 Prozent.

Für das dritte Geschäftsquartal erwartet Snowflake einen Produktumsatz zwischen 1,588 und 1,593 Milliarden Dollar. Sollte diese Prognose erreicht werden, entspräche das einem Wachstum von 37 bis 38 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Erwartungen sind Unternehmensprognosen und damit keine bereits erzielten Ergebnisse.

Snowflake hatte seine Ziele im laufenden Geschäftsjahr bereits mehrfach angehoben. Zu Beginn des Geschäftsjahres hatte der Konzern noch Produktumsätze von 5,66 Milliarden Dollar und ein Wachstum von 27 Prozent erwartet. Nach dem ersten Quartal stieg die Prognose zunächst auf 5,84 Milliarden Dollar und 31 Prozent.

Snowflake verweist auf steigende Nutzung von KI-Produkten

Als einen Wachstumstreiber nennt das Management die zunehmende Nutzung von Anwendungen für künstliche Intelligenz. Vorstandschef Sridhar Ramaswamy erklärte mit den Quartalszahlen, dass die Produkte CoWork und CoCo neue Nutzer, zusätzliche Arbeitslasten und eine höhere Plattformnutzung fördern würden. Finanzvorstand Brian Robins verwies zugleich auf einen deutlichen Anstieg der mit KI verbundenen Erlöse. Dabei handelt es sich um die Einordnung des Unternehmens selbst.

Snowflake zufolge wurde CoCo gegen Ende des zweiten Quartals in mehr als 9.100 Kundenkonten genutzt. Im Verlauf des Quartals seien mehr als 2.000 Konten hinzugekommen. CoWork kam nach Unternehmensangaben auf rund 5.800 Konten. Die Zahlen basieren auf einer von Snowflake definierten internen Erfassung der Nutzung in den letzten vier Wochen des Quartals.

Das Geschäftsmodell unterscheidet Snowflake von klassischen Softwareanbietern mit weitgehend festen Abonnementgebühren. Ein erheblicher Teil der Erlöse hängt davon ab, wie stark Kunden die Datenplattform tatsächlich nutzen. Zusätzliche Datenverarbeitung und neue KI-Anwendungen können deshalb unmittelbar den Verbrauch und damit die Produktumsätze erhöhen.

Scotiabank erhöht Schätzung für das Geschäftsjahr 2027

Zusätzliche Aufmerksamkeit erhält die Aktie am Mittwoch durch eine neue Gewinnschätzung der kanadischen Scotiabank. Nach einem am 16. September veröffentlichten Bericht hat Analyst Patrick Colville seine Prognose für das Snowflake-Geschäftsjahr 2027 angepasst. Er rechnet demnach nun mit einem Ergebnis je Aktie von minus 1,32 Dollar, nachdem seine bisherige Schätzung bei minus 1,81 Dollar gelegen hatte. Die Angaben beziehen sich auf die Prognose des Analysehauses und nicht auf eine Unternehmensprognose von Snowflake.

Scotiabank hatte ihre grundsätzlich positive Einschätzung nach den Quartalszahlen bereits Anfang September bestätigt und ihr Kursziel von 320 auf 440 Dollar angehoben. Das Institut führt Snowflake weiterhin mit der Einstufung „Sector Outperform“. Kursziele und Gewinnschätzungen geben die Einschätzung des jeweiligen Analysehauses wieder und sind keine Vorhersage eines sicher eintretenden Aktienkurses oder Geschäftsergebnisses.

KI wird für Snowflakes Wachstum zunehmend wichtiger

Die Entwicklung zeigt, welche Bedeutung KI-Anwendungen inzwischen für Anbieter von Dateninfrastruktur haben. Unternehmen benötigen für generative KI und automatisierte Softwareagenten große Mengen strukturierter Unternehmensdaten sowie Rechenleistung für deren Verarbeitung. Snowflake versucht, diese Anwendungen direkt mit seiner bestehenden Datenplattform zu verbinden.

Ob sich das derzeit hohe Wachstumstempo über das laufende Geschäftsjahr hinaus fortsetzt, hängt unter anderem davon ab, wie intensiv Kunden die neuen Anwendungen tatsächlich einsetzen. Für das laufende Geschäftsjahr hat Snowflake seine eigenen Erwartungen jedoch deutlich erhöht. Aus ursprünglich 27 Prozent erwartetem Produktumsatzwachstum sind inzwischen 36 Prozent geworden.

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