SpaceX legt vor geplantem Börsengang erstmals Zahlen offen

Intel Aktie – Kursanstieg an der Nasdaq
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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SpaceX Börsengang rückt nach Veröffentlichung der Unterlagen näher

SpaceX bereitet einen der größten Börsengänge der US-Geschichte vor. Das von Elon Musk geführte Raumfahrtunternehmen hat seine IPO-Unterlagen öffentlich gemacht und damit erstmals detaillierter offengelegt, wie stark das Geschäft inzwischen von Starlink, wiederverwendbaren Raketen und neuen KI-Plänen geprägt ist. Die Aktien sollen nach aktuellem Stand unter dem Kürzel SPCX an der Nasdaq und Nasdaq Texas notiert werden. Reuters nennt als möglichen Start der Roadshow den 4. Juni und als frühesten Termin für den Börsengang den 12. Juni 2026.

Der Vorgang ist deshalb wirtschaftlich bedeutsam, weil SpaceX lange als eines der wertvollsten privaten Technologieunternehmen der Welt galt. Sollte die angepeilte Bewertung von rund 1,75 Billionen Dollar erreicht werden, läge SpaceX direkt in der Größenordnung der wertvollsten börsennotierten Konzerne. Gesichert ist diese Bewertung erst mit der endgültigen Preisfestsetzung der Aktien.

Starlink ist der wichtigste Gewinntreiber

Die veröffentlichten Zahlen zeigen, dass Starlink innerhalb des Konzerns eine zentrale Rolle spielt. Das Satelliteninternetgeschäft war im ersten Quartal der einzige profitable Bereich von SpaceX. Nach den Unterlagen erzielte Starlink in den ersten drei Monaten des Jahres einen operativen Gewinn von 1,19 Milliarden Dollar. Der Gesamtkonzern kam im selben Zeitraum auf 4,69 Milliarden Dollar Umsatz, verbuchte aber einen operativen Verlust von 1,94 Milliarden Dollar.

Starlink ist für die Bewertung besonders wichtig, weil das Geschäft wiederkehrende Einnahmen bringt. SpaceX betreibt nach den Angaben ein Netz von rund 10.000 Satelliten und verkauft Breitbandinternet an Privatkunden, Unternehmen und staatliche Kunden. Damit unterscheidet sich Starlink vom klassischen Raketengeschäft, das stärker von einzelnen Starts, Aufträgen und technischen Programmen abhängt.

KI Ausgaben belasten die Bilanz

Der Börsenprospekt zeigt zugleich, warum der geplante IPO nicht nur als Raumfahrtgeschichte gelesen werden kann. SpaceX setzt zunehmend auf KI-Infrastruktur und hat mit der Übernahme von xAI zusätzliche Risiken in den Konzern geholt. Die KI Sparte machte im ersten Quartal bei 818 Millionen Dollar Umsatz einen operativen Verlust von 2,47 Milliarden Dollar. Zudem entfielen 76 Prozent der Investitionsausgaben des ersten Quartals auf diesen Bereich.

Das Unternehmen beschreibt in den Unterlagen große künftige Marktchancen durch KI, Dateninfrastruktur und Anwendungen im Orbit. Diese Angaben sind jedoch als Unternehmensprojektionen zu bewerten, nicht als gesicherte Umsätze. Für Anleger ist deshalb entscheidend, ob SpaceX die profitablen Teile des Geschäfts, vor allem Starlink, stark genug ausbauen kann, um die hohen Ausgaben in anderen Bereichen zu tragen.

Musk behält entscheidenden Einfluss

Auch die Machtstruktur des Unternehmens ist ein zentraler Punkt der IPO-Unterlagen. Elon Musk soll nach dem Börsengang 85,1 Prozent der kombinierten Stimmrechte behalten. Möglich wird das durch eine Aktienstruktur mit unterschiedlichen Stimmrechten. Die Klasse B Aktien erhalten zehn Stimmen je Aktie, während die öffentlich verkauften Klasse A Aktien nur eine Stimme je Aktie tragen.

Für neue Anleger bedeutet das: Sie können wirtschaftlich an SpaceX beteiligt werden, erhalten aber nur begrenzten Einfluss auf strategische Entscheidungen. Das ist bei Gründerunternehmen im Technologiesektor nicht ungewöhnlich, fällt bei SpaceX wegen der Unternehmensgröße, der Investitionspläne und der starken Verbindung zu Musks weiteren Firmen aber besonders ins Gewicht. Reuters verweist zudem auf umfangreiche Geschäftsbeziehungen zwischen SpaceX, Tesla, xAI, X und weiteren Musk nahen Unternehmen.

Raumfahrtgeschäft bleibt politisch und wirtschaftlich relevant

Neben Starlink bleibt das klassische Raumfahrtgeschäft ein Kern von SpaceX. Das Unternehmen startet Satelliten, versorgt Raumfahrtprogramme und ist ein wichtiger Auftragnehmer staatlicher Stellen. Nach Angaben der Associated Press gewann SpaceX in den vergangenen fünf Jahren Verträge im Wert von rund 6 Milliarden Dollar von NASA, dem US Verteidigungsministerium und weiteren Behörden. In den Unterlagen werde zudem ausgewiesen, dass rund ein Fünftel des Umsatzes des vergangenen Jahres aus Bundesaufträgen stammte.

Diese Abhängigkeit macht SpaceX nicht automatisch anfällig, zeigt aber, dass der Konzern an der Schnittstelle von privater Raumfahrt, staatlicher Infrastruktur und sicherheitspolitischen Interessen steht. Für Investoren ist das relevant, weil staatliche Aufträge planbare Einnahmen liefern können, zugleich aber an politische Haushalte, Regulierungen und Vergabeverfahren gebunden sind.

Börsengang ist noch nicht abgeschlossen

Der geplante SpaceX Börsengang ist weit fortgeschritten, aber noch nicht abgeschlossen. Bis zur endgültigen Preisfestsetzung bleiben Ausgabepreis, Emissionsvolumen und erster Handelstag offen. Die derzeit belastbaren Informationen stammen aus den veröffentlichten IPO-Unterlagen und aus darauf gestützten Angaben zu Umsatz, Verlusten, Starlink Ergebnis, Stimmrechten und geplanter Börsennotierung.

Damit steht SpaceX vor einem ungewöhnlichen Kapitalmarkttest. Anleger bewerten nicht nur ein Raumfahrtunternehmen, sondern einen Konzern aus Raketenstarts, Satelliteninternet, KI Infrastruktur und langfristigen Zukunftsprojekten. Der Börsengang wird zeigen, wie viel Vertrauen der Kapitalmarkt in diese Kombination aus profitablem Starlink Geschäft, hohen Investitionen und starker Gründerkontrolle setzt.

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