
Der Preis für Super E10 hat in Deutschland wieder die Marke von 2 Euro überschritten. Nach Angaben des ADAC kostete ein Liter Super E10 im bundesweiten Tagesdurchschnitt am Dienstag, 19. Mai 2026, 2,008 Euro. Diesel lag mit 1,997 Euro knapp darunter. Damit bleibt die Entlastung durch den seit Anfang Mai geltenden Tankrabatt zwar spürbar, sie verhindert aber nicht, dass Benzin im Durchschnitt erneut über der psychologisch wichtigen Grenze liegt.
Der aktuelle Wert zeigt, wie angespannt die Lage an den Zapfsäulen weiterhin ist. Zwar sind die extremen Spitzen aus dem April vorerst unterschritten, doch die Kraftstoffpreise bleiben auf einem ungewöhnlich hohen Niveau. Der ADAC verweist darauf, dass der Tankrabatt inzwischen zu wirken beginne. Einschließlich Umsatzsteuer ergibt sich aus der Energiesteuersenkung rechnerisch eine Entlastung von 16,7 Cent brutto je Liter, häufig gerundet auf 17 Cent.
Die Preisentwicklung bleibt dennoch volatil. Im April 2026 war Kraftstoff nach ADAC-Daten so teuer wie nie zuvor in einem Monatsdurchschnitt. Super E10 kostete damals durchschnittlich 2,109 Euro je Liter, Diesel 2,263 Euro. Am 6. April erreichte Super E10 im Tagesschnitt 2,191 Euro und lag damit nur knapp unter dem bisherigen Allzeithoch vom März 2022.
Der Tankrabatt geht auf eine befristete Senkung der Energiesteuer zurück. Nach Angaben der Bundesregierung wurden die Energiesteuersätze für Benzin und Diesel seit dem 1. Mai 2026 für zwei Monate um jeweils 14,04 Cent pro Liter reduziert. Zusammen mit dem Umsatzsteueranteil ergibt sich daraus eine maximale Entlastung von bis zu 17 Cent brutto pro Liter. Die Regelung gilt nach aktuellem Stand bis Ende Juni.
Die Bundesregierung begründet die Maßnahme mit den stark gestiegenen Kraftstoffpreisen infolge des Iran-Nahost-Konflikts und der Einschränkungen auf der wichtigen Schifffahrtsroute von Hormus. Nach Regierungsangaben ist der Ölpreis am Weltmarkt in diesem Zusammenhang um etwa 30 Prozent gestiegen.
Der internationale Ölmarkt bleibt von der Lage am Persischen Golf abhängig. Die Ölpreise gaben zuletzt nach, nachdem neue Hoffnungen auf Fortschritte in den Verhandlungen zwischen den USA und Iran aufgekommen waren. Brent-Rohöl fiel auf rund 106 Dollar je Barrel. Zugleich blieben die Preise wegen anhaltender Lieferstörungen und Unsicherheiten in der Region deutlich erhöht.
Für Autofahrerinnen und Autofahrer bedeutet das: Selbst wenn der Tankrabatt an der Zapfsäule ankommt, kann ein hoher Rohölpreis die Entlastung teilweise aufzehren. Kraftstoffpreise werden nicht allein durch Steuern bestimmt. Entscheidend sind auch Rohölkosten, Raffineriemargen, Großhandelspreise, Wechselkurse und Wettbewerb an den Tankstellen.
Eine wichtige Einordnung liefert die Monopolkommission. Sie sieht erste Hinweise darauf, dass der Tankrabatt nach anfänglichen Verzögerungen inzwischen weitgehend bei Verbraucherinnen und Verbrauchern ankommt. Gleichzeitig verweist das Beratungsgremium auf strukturelle Wettbewerbsprobleme, vor allem auf der Großhandelsebene. Das spricht gegen die einfache Erklärung, Tankstellen würden die Entlastung grundsätzlich nicht weitergeben.
Damit verschiebt sich die Debatte. Im Mittelpunkt steht nicht nur die Frage, ob der Rabatt ankommt, sondern ob eine befristete Steuersenkung überhaupt ausreicht, wenn der internationale Ölmarkt durch geopolitische Risiken angespannt bleibt. Die Bundesregierung hat zusätzlich Regeln für Tankstellenpreise verschärft. Seit 1. April dürfen Tankstellen ihre Preise nur noch einmal täglich erhöhen, Preissenkungen bleiben jederzeit möglich.
Ob der Tankrabatt verlängert wird, ist offen. Der ADAC fordert, spätestens Mitte Juni über das weitere Vorgehen zu entscheiden, weil die Entwicklung im Nahen Osten unsicher bleibt. Offiziell gilt die Steuerentlastung zunächst nur für zwei Monate. Eine Verlängerung hätte fiskalische Folgen, könnte Verbraucher aber kurzfristig weiter entlasten.
Für die nächsten Wochen bleibt entscheidend, ob sich die Ölpreise stabilisieren oder ob neue Störungen auf den Transportwegen die Rohölpreise erneut antreiben. Solange diese Unsicherheit besteht, dürfte die Marke von 2 Euro je Liter Super E10 für viele Autofahrerinnen und Autofahrer weiter zum sichtbaren Gradmesser der Krise an den Zapfsäulen werden.
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