Taylor Swift Wien Prozess: IS-Terroristen stehen wegen Konzert-Anschlag vor Gericht

Helen Dorn Verdammte Familie – ZDF Krimi heute Abend
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Am 28. April 2026 beginnt in Wiener Neustadt einer der aufsehenerregendsten Terrorprozesse Österreichs: Zwei junge Männer müssen sich vor Gericht verantworten, weil sie im Sommer 2024 einen blutigen Anschlag auf Taylor-Swift-Konzerte im Wiener Ernst-Happel-Stadion geplant haben sollen. Der geplante Massenmord auf eines der bekanntesten Musikereignisse des Jahres wurde in letzter Minute vereitelt – doch die Schockwellen spürt man bis heute.

Taylor Swift Wien Prozess: Angeklagte sollen IS-Terrorzelle gebildet haben

Auf der Anklagebank sitzen Beran A. (21) und Arda K. (21). Laut Staatsanwaltschaft sollen die beiden gemeinsam mit dem in Saudi-Arabien inhaftierten Hasan E. eine hochgefährliche IS-Terrorzelle gebildet haben. Beran A. gilt als der mutmaßliche Haupttäter: Er soll am 9. August 2024 – dem Tag des ersten Taylor-Swift-Konzerts im Happel-Stadion – den Anschlag persönlich verübt haben wollen. Der Angeklagte hatte gegenüber den Ermittlern gestanden, mit einem Auto voller Sprengstoff, Messern und Macheten in die wartenden Fans vor dem Stadion rasen zu wollen. Anfang Juli 2024 hatte er nach Angaben der Behörden einen Treueschwur auf den damaligen Anführer des Islamischen Staats abgelegt.

Die Anschlagspläne gingen noch weiter: Beran A. soll mehrfach versucht haben, Schusswaffen und eine Handgranate zu beschaffen. Zudem besorgte er sich einen Bauplan für einen Sprengsatz sowie entsprechende Materialien. Die österreichischen Sicherheitsbehörden wurden durch einen entscheidenden Hinweis des US-Geheimdienstes auf die Spur der Verdächtigen gebracht. Nur wenige Stunden vor dem geplanten Konzert wurden in Ternitz in Niederösterreich erste Festnahmen durchgeführt und chemische Substanzen sichergestellt. Rund 100 Anwohner mussten vorübergehend evakuiert werden. Das Landeskriminalamt Österreich ermittelte unter Hochdruck.

Der Terrorprozess in Wiener Neustadt ist auf insgesamt vier Verhandlungstage angesetzt und findet unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen statt. Staatsanwalt und Verteidigung werden die vorliegenden Beweise sorgfältig analysieren. Ein Urteil wird für Ende Mai 2026 erwartet.

Konzertabsage Wien 2024: 200.000 Fans waren betroffen

Als die Bedrohung bekannt wurde, zog der Veranstalter die Konsequenzen: Alle drei ausverkauften Taylor-Swift-Konzerte, die vom 8. bis 10. August 2024 im Ernst-Happel-Stadion stattfinden sollten, wurden abgesagt. Rund 200.000 Fans aus aller Welt – viele davon eigens aus Deutschland und dem restlichen Europa angereist – standen plötzlich ohne Konzert da. Der wirtschaftliche Schaden für Wien war enorm: Hotels, Restaurants und der gesamte Tourismussektor hatten mit massenweise Stornierungen zu kämpfen.

Taylor Swift selbst reagierte öffentlich auf die Absage. Laut Medienberichten verspürte die Sängerin nach dem Vorfall Schuldgefühle, auch wenn sie keinerlei persönliche Verantwortung für das Versagen der Terroristen trägt. Die erzwungene Absage zog weltweite Aufmerksamkeit auf sich und verdeutlichte, wie groß die Sicherheitsherausforderungen bei Mega-Events geworden sind. Ähnliche Überlegungen beschäftigen auch andere europäische Metropolen, die Großkonzerte und Sportereignisse ausrichten – so wurde die Terrorgefahr bei der Fußball-EM in Deutschland ebenfalls intensiv diskutiert.

Bereits vor dem Wien-Prozess gab es in Deutschland ein ähnliches Verfahren: Das Kammergericht Berlin verurteilte einen 16-jährigen deutschen Jugendlichen wegen seiner Beteiligung an den Anschlagsplänen zu einer Bewährungsstrafe. Der Teenager hatte in Sozialen Medien Kontakt mit der mutmaßlichen Wiener Terrorzelle aufgenommen und soll die Planung des Anschlags unterstützt haben.

Sicherheit bei Großveranstaltungen: Was der Wien-Prozess für Deutschland bedeutet

Der Terrorprozess in Wiener Neustadt wirft grundlegende Fragen auf: Wie schützt man Großveranstaltungen vor islamistischen Anschlägen? Welche Rolle spielen internationale Geheimdienstkooperationen? Und was muss getan werden, damit ein Versagen der Sicherheitskräfte verhindert wird?

Fest steht: Ohne den Hinweis des US-Geheimdiensts wäre der geplante Anschlag möglicherweise nicht verhindert worden. Die österreichischen Behörden handelten schnell und konsequent, als sie die Information erhielten. Dieses Zusammenspiel von nationalen und internationalen Sicherheitsbehörden gilt heute als Paradebeispiel erfolgreicher Terrorabwehr. Für Deutschland, das selbst immer wieder islamistisch motivierte Anschlagspläne registriert – wie der Verfassungsschutzbericht 2023 zum Thema Islamismus zeigt –, sind die Erkenntnisse aus Wien von großer Bedeutung.

Experten fordern nach dem Wien-Vorfall eine Verstärkung der digitalen Überwachung von radikalisierten Einzelpersonen, insbesondere in sozialen Netzwerken. Die Angeklagten im Wien-Prozess waren über das Internet in Kontakt mit IS-Strukturen getreten. Solche Netzwerke sind nach wie vor aktiv und versuchen, junge Menschen zu radikalisieren. Auch bei anderen Gewalttaten – wie der tödlichen Explosion in Völklingen 2026 – zeigt sich, wie ernst die Bedrohung durch radikale Einzeltäter und Zellen bleibt.

Der Prozess in Wiener Neustadt beginnt am 28. April 2026 und zieht internationale Beobachter an. Das Urteil könnte Präzedenzcharakter für ähnliche Verfahren in ganz Europa haben.

Quellen: hessenschau.de, ZDFheute, Mannheimer Morgen, Meinbezirk.at, NÖN.at, Polizei Hessen, orf.at

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