Uber setzt 2,3 Milliarden Dollar auf Firmenessen mit ezCater

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Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Uber baut sein Liefergeschäft mit einer milliardenschweren Übernahme weiter aus. Der US-Konzern hat sich mit ezCater auf einen Kauf der Plattform für 2,3 Milliarden US-Dollar in bar verständigt. Das Unternehmen aus Boston ist auf Catering, Mahlzeiten am Arbeitsplatz und größere Bestellungen für Unternehmen spezialisiert. Uber will damit vor allem Uber Eats und sein Geschäft mit Firmenkunden stärken. Der Abschluss der Transaktion wird in den kommenden Monaten erwartet, ist aber noch von regulatorischen Genehmigungen und weiteren üblichen Bedingungen abhängig.

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Uber kauft Plattform für Firmenessen und Veranstaltungen

ezCater wurde 2007 gegründet und betreibt in den USA eine Plattform, über die Unternehmen Essen für Besprechungen, Veranstaltungen, Mitarbeiterprogramme und andere größere Anlässe bestellen können. Das Angebot umfasst nach Unternehmensangaben mehr als 140.000 Restaurants in den Vereinigten Staaten. Neben einzelnen Bestellungen bietet ezCater auch Lösungen für wiederkehrende Firmenverpflegung sowie Werkzeuge zur Verwaltung von Bestellungen und Ausgaben.

Damit unterscheidet sich das Unternehmen deutlich von einem klassischen Caterer. ezCater produziert die Speisen nicht selbst, sondern bringt Firmenkunden und Restaurants über seine Technologieplattform zusammen und übernimmt Funktionen rund um Bestellung und Abwicklung. Uber erhält durch die Übernahme damit vor allem Zugang zu einem etablierten Netzwerk für höherwertige Gruppenbestellungen.

Kaufpreis von 2,3 Milliarden Dollar vollständig in bar

Uber Technologies und ezCater haben die Vereinbarung am 6. Oktober 2026 bekannt gegeben. Die Transaktion wird mit 2,3 Milliarden Dollar bewertet und soll vollständig in bar bezahlt werden. Der Kauf ist noch nicht abgeschlossen. Beide Unternehmen rechnen nach derzeitigem Stand mit einem Vollzug in den kommenden Monaten, sofern die zuständigen Behörden zustimmen.

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ezCater kommt den veröffentlichten Zahlen zufolge auf ein Bruttobuchungsvolumen von mehr als 2,5 Milliarden Dollar innerhalb der vergangenen zwölf Monate. Bruttobuchungen bezeichnen dabei den Gesamtwert der über die Plattform abgewickelten Bestellungen und sind nicht mit dem Umsatz des Unternehmens gleichzusetzen. Das Buchungsvolumen wuchs zuletzt im hohen zweistelligen Prozentbereich. Der durchschnittliche Wert einer Bestellung liegt laut den veröffentlichten Angaben bei mehr als 400 Dollar.

Uber bezeichnet ezCater zudem auf Basis einer unternehmenseigenen Non-GAAP-Kennzahl als profitabel. Der Konzern erwartet, dass die Übernahme nach dem Abschluss einen positiven Beitrag zur Marge leisten wird. Einen detaillierten Umsatz oder einen Nettogewinn von ezCater veröffentlichten die Unternehmen im Zusammenhang mit der Vereinbarung zunächst nicht.

Uber Eats soll stärker ins Geschäft mit Firmenkunden

Das strategische Ziel ist klar umrissen. Uber will die Catering-Kompetenz von ezCater mit der Reichweite von Uber Eats und den bestehenden Firmenkundenbeziehungen von Uber for Business verbinden. Neben klassischen Essenslieferungen für einzelne Verbraucher rücken damit größere Bestellungen für Teams, Meetings und Veranstaltungen stärker in den Mittelpunkt.

Für Restaurants sind solche Aufträge besonders interessant, weil einzelne Bestellungen wesentlich größer ausfallen können als bei typischen Lieferaufträgen. Uber verspricht sich davon zusätzliche Bestellvolumina für angeschlossene Restaurants. Gleichzeitig sollen Nutzer von Uber Eats künftig leichter Essen für größere Gruppen organisieren können. Auch für Kuriere entstehen nach den Plänen des Konzerns zusätzliche Aufträge aus dem Cateringsegment.

Der Schritt passt zur Entwicklung des Liefergeschäfts bei Uber. Im zweiten Quartal 2026 erreichte die Sparte Delivery ein Bruttobuchungsvolumen von 27,46 Milliarden Dollar, nach 21,73 Milliarden Dollar im entsprechenden Vorjahresquartal. Das entsprach einem Anstieg von 26 Prozent beziehungsweise 25 Prozent auf währungsbereinigter Basis. Das gesamte Uber-Geschäft kam im Quartal auf Bruttobuchungen von 58 Milliarden Dollar.

Konkurrenz um große Bestellungen verschärft sich

Mit ezCater erweitert Uber sein Angebot in einem Bereich, in dem neben klassischen Lieferdiensten zunehmend auch große Plattformanbieter um Firmenkunden konkurrieren. Reuters ordnet die Übernahme insbesondere als Schritt ein, mit dem Uber seine Position gegenüber dem US-Marktführer DoorDash ausbauen kann. Das Geschäft mit Firmenessen unterscheidet sich vom klassischen Liefermarkt vor allem durch höhere Bestellwerte und wiederkehrende Bestellungen von Unternehmen.

Für Uber ist ezCater zugleich Teil einer deutlich breiter angelegten Expansion im Liefergeschäft. Bereits im Juli hatte der Konzern ein Übernahmeangebot für den Berliner Lieferdienstkonzern Delivery Hero angekündigt. Uber bietet dort 41,50 Euro je Aktie, was einem Eigenkapitalwert von rund 14,8 Milliarden Dollar entspricht. Auch diese Transaktion ist noch nicht abgeschlossen und steht unter umfangreichen Bedingungen. Der Abschluss ist derzeit für die zweite Jahreshälfte 2027 vorgesehen.

ezCater bleibt zunächst ein US-Geschäft

Unmittelbar betrifft die neue Übernahme vor allem den amerikanischen Markt. Das Restaurantnetzwerk von ezCater konzentriert sich auf die USA. Konkrete Pläne, das Angebot unter der Marke ezCater nach Deutschland oder in andere europäische Länder auszuweiten, wurden mit der Ankündigung nicht veröffentlicht.

Für Uber reicht die Bedeutung dennoch über einen einzelnen Zukauf hinaus. Der Konzern erweitert sein Liefergeschäft um einen Bereich, in dem einzelne Bestellungen deutlich höhere Werte erreichen als bei einer gewöhnlichen Essenslieferung. Gleichzeitig verbindet Uber sein Endkundengeschäft stärker mit Uber for Business und dem Markt für betriebliche Verpflegung.

Entscheidend für den weiteren Verlauf ist zunächst der Abschluss der vereinbarten Transaktion. Bis zu den regulatorischen Genehmigungen bleiben Uber und ezCater eigenständige Unternehmen. Erst danach kann Uber die geplante stärkere Verzahnung von ezCater, Uber Eats und Uber for Business vollständig umsetzen.

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