Trump und Xi sichern Handelsruhe und vereinbaren Zollentlastung

Aktienhandel: Kurstafel mit Kursverläufen an der Börse
Quelle: Pixabay, sergeitokmakov

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Die USA und China haben nach dem Treffen von US-Präsident Donald Trump und Chinas Staatschef Xi Jinping ihre wirtschaftliche Annäherung fortgesetzt. Die Zollpause zwischen USA und China wird nach Angaben aus Washington bis zum 10. Januar 2027 verlängert. Zugleich verständigten sich beide Seiten auf eine günstigere Zollbehandlung für ausgewählte Waren im Wert von jeweils rund 30 Milliarden US-Dollar. Ein umfassendes Ende des Handelskonflikts ist damit jedoch nicht verbunden.

Das Weiße Haus bestätigte am Freitag, 25. September 2026, dass sich beide Regierungen auf Empfehlungen für eine günstigere Zollbehandlung bei nicht sensiblen Waren im Umfang von jeweils 30 Milliarden Dollar verständigt haben. Für europäische und deutsche Unternehmen verändert die Vereinbarung die geltenden Zollregeln nicht unmittelbar. Sie kann aber den Wettbewerb auf den beiden wichtigsten außereuropäischen Absatzmärkten Deutschlands beeinflussen.

Handelsruhe wird bis Januar verlängert

Ein zentraler Bestandteil der Verständigung ist die Verlängerung der bestehenden Handelsruhe. US-Finanzminister Scott Bessent hatte bereits während des Besuchs erklärt, dass die Vereinbarung bis zum 10. Januar 2027 fortgeführt werden soll. Damit bleiben jene deutlich höheren gegenseitigen Zölle ausgesetzt, die während der Eskalation des Handelsstreits zeitweise auf mehr als 100 Prozent gestiegen waren.

Das bedeutet allerdings nicht, dass der Warenverkehr zwischen den beiden Staaten nun zollfrei wäre. Schon die bisherigen Vereinbarungen hatten zahlreiche bestehende Zölle bestehen lassen und lediglich zusätzliche Eskalationsstufen ausgesetzt. Washington hatte beispielsweise einen allgemeinen zusätzlichen Zollsatz von zehn Prozent auf chinesische Waren während der früheren Zollpause beibehalten.

Weitere Einzelheiten zur praktischen Umsetzung der neuen Handelsvereinbarungen will die US-Regierung nach Angaben des Handelsbeauftragten Jamieson Greer am Montag veröffentlichen. Damit waren am Samstag noch nicht sämtliche konkreten Zollpositionen und Umsetzungsregeln öffentlich geklärt.

Zollvorteile für Waren im Wert von 30 Milliarden Dollar

Die jetzt vereinbarte Entlastung ist gezielt begrenzt. Nach Angaben des Weißen Hauses sollen Waren im Wert von jeweils rund 30 Milliarden Dollar eine günstigere Zollbehandlung erhalten.

Bei amerikanischen Ausfuhren nach China betrifft das unter anderem landwirtschaftliche Erzeugnisse, Fisch und Meeresfrüchte, Holzprodukte, Kosmetika und Medizinprodukte. Bei chinesischen Lieferungen in die USA gehören beispielsweise kleinere Haushaltsgeräte, Spielwaren, saisonale Dekorationsartikel und Kindersitze zu den genannten Produktgruppen.

Zusätzlich soll China nach Angaben der US-Regierung 2027 und 2028 jeweils mindestens zehn Millionen Tonnen Kohle aus den Vereinigten Staaten importieren. Im Agrarbereich soll eine Arbeitsgruppe bestehende Marktzugangshürden behandeln. Beide Länder wollen außerdem über Investitionen sowie weiterhin über Lieferketten bei seltenen Erden und anderen kritischen Rohstoffen sprechen.

China bezeichnete die Ergebnisse als Teil eines Acht-Punkte-Konsenses. Beide Seiten vereinbarten daneben einen Dialog über Chancen und Risiken künstlicher Intelligenz sowie einen Kommunikationskanal für Zwischenfälle im Zusammenhang mit KI-Systemen. Eine weitere Gesprächsrunde ist für November vorgesehen.

Kein umfassendes Handelsabkommen zwischen Washington und Peking

Trotz der neuen Vereinbarungen bleiben wesentliche Konfliktfelder bestehen. Dazu gehören Exportkontrollen für Hochtechnologie, Halbleiter, kritische Rohstoffe sowie zahlreiche bestehende Zölle und Handelsbeschränkungen.

Greer erklärte, besonders leistungsfähige US-Chips, für deren Export Genehmigungen erforderlich sind, seien nicht Bestandteil der aktuellen Handelsgespräche gewesen. Die Vereinigten Staaten betrachten diese Technologien als strategisch bedeutsam.

Auch bei seltenen Erden gibt es noch keine abschließende Lösung. Das Weiße Haus erklärte lediglich, beide Regierungen arbeiteten weiter an den amerikanischen Bedenken hinsichtlich möglicher Lieferengpässe und an einer Stabilisierung der Liefermengen.

Die Vereinbarung ist damit vor allem eine Fortsetzung des seit 2025 schrittweise aufgebauten Waffenstillstands im Handelsstreit. Bereits im November 2025 hatten beide Staaten zusätzliche Zölle und mehrere handelspolitische Maßnahmen zeitweise ausgesetzt.

Für Europa ändern sich die Zollregeln zunächst nicht

Für Waren aus der Europäischen Union gelten durch die amerikanisch-chinesische Einigung keine neuen Zollbedingungen. Der Handel zwischen EU und USA folgt weiterhin der 2025 vereinbarten transatlantischen Regelung.

Danach gilt für die große Mehrheit der EU-Waren bei der Einfuhr in die Vereinigten Staaten grundsätzlich eine allumfassende Zollobergrenze von 15 Prozent. Die EU hat im Gegenzug seit Juli 2026 Zölle auf US-Industriegüter abgeschafft und für bestimmte Agrar- und Fischereierzeugnisse einen verbesserten Marktzugang eingerichtet.

Die amerikanisch-chinesische Vereinbarung schafft deshalb keinen neuen Zollvorteil für deutsche Unternehmen. Sie kann aber die Wettbewerbsbedingungen verändern. Erhalten bestimmte amerikanische Produkte einen günstigeren Zugang zum chinesischen Markt, konkurrieren europäische Anbieter dort möglicherweise unter anderen Bedingungen. Umgekehrt können günstigere chinesische Lieferungen in die USA den Wettbewerb für europäische Hersteller auf dem amerikanischen Markt beeinflussen.

Wie stark solche Effekte tatsächlich ausfallen, hängt von den konkreten Produktlisten, den endgültigen Zollsätzen und der Reaktion der Unternehmen ab. Die vollständigen amerikanischen Umsetzungsdetails lagen am Samstag noch nicht vor.

USA und China bleiben für Deutschland entscheidende Handelspartner

Die Bedeutung beider Märkte für die deutsche Wirtschaft ist groß. China war 2025 mit einem gesamten Warenhandel von 251,8 Milliarden Euro wieder Deutschlands wichtigster Handelspartner. Die USA folgten mit 240,5 Milliarden Euro. Gleichzeitig blieben die Vereinigten Staaten das wichtigste einzelne Zielland deutscher Warenexporte.

2026 entwickelte sich der Handel mit beiden Ländern uneinheitlich. Von Januar bis Juni gingen die deutschen Exporte in die USA gegenüber dem Vorjahreszeitraum kalender- und saisonbereinigt um 5,8 Prozent zurück. Die Ausfuhren nach China sanken im selben Zeitraum um 12,3 Prozent.

Im Juli stiegen die deutschen Ausfuhren in die USA gegenüber Juni allerdings deutlich auf 14,4 Milliarden Euro. Nach China wurden Waren im Wert von 5,6 Milliarden Euro exportiert. Gleichzeitig blieb China mit Importen von 15,2 Milliarden Euro Deutschlands mit Abstand wichtigstes Lieferland außerhalb der EU.

Besonders deutlich war der Rückgang zuvor bei deutschen Autoexporten nach China. In den ersten fünf Monaten 2026 sanken die gesamten deutschen Ausfuhren dorthin um 14,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.

Weniger Unsicherheit, aber weiter hoher Wettbewerbsdruck

Für europäische Unternehmen ist deshalb nicht nur die Höhe einzelner Zölle relevant. Eine Analyse der EU-Kommission vom September 2026 kommt zu dem Ergebnis, dass amerikanische Zölle die EU-Ausfuhren bislang nur begrenzt direkt belastet hätten. Die damit verbundene Unsicherheit habe jedoch Investitionen beeinträchtigt. Gleichzeitig sieht die Untersuchung schwache chinesische Nachfrage und stärkeren chinesischen Exportdruck als länger anhaltende Herausforderungen für europäische Volkswirtschaften.

Eine längere Handelsruhe zwischen Washington und Peking kann das Risiko einer kurzfristigen Eskalation zunächst begrenzen. Daraus lässt sich jedoch keine gesicherte Entwicklung für deutsche Exporte ableiten. Entscheidend bleiben die endgültigen Zollbestimmungen, die Nachfrage in den USA und China sowie die Wettbewerbsbedingungen in einzelnen Branchen.

Mit der Verlängerung bis zum 10. Januar 2027 gewinnen Washington und Peking weitere Zeit für Verhandlungen. Trump und Xi wollen sich nach Angaben des US-Präsidenten im November erneut in China treffen. Damit bleibt der Handelskonflikt politisch aufgeschoben, aber in wesentlichen Bereichen ungelöst.

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