
Eine Weltkriegsgranate ist am Freitagabend in einem Wohnhaus in der Verbandsgemeinde Waldfischbach-Burgalben im Kreis Südwestpfalz explodiert. Ein 51-jähriger Mann wurde dabei schwer verletzt. Nach Angaben der Polizeidirektion Pirmasens entstand am Gebäude kein Schaden. Die Ermittlungen dauern an.
Nach dem aktuellen Stand der Ermittlungen hatte der 51-Jährige die Granate zuvor im Wald gefunden. Anschließend nahm er sie mit nach Hause. Dort soll er nach Polizeiangaben an der Gewehrgranate manipuliert haben, wodurch sie detonierte. Der Mann erlitt schwere Verletzungen an den Händen und wurde in ein Krankenhaus gebracht.
Die Explosion Südwestpfalz zeigt erneut, wie gefährlich alte Kampfmittel auch Jahrzehnte nach Kriegsende sein können. Die Polizei macht in der Mitteilung keine Angaben dazu, ob weitere Personen unmittelbar gefährdet waren. Klar ist aber, dass der Fund nicht eigenständig hätte bewegt oder untersucht werden dürfen. Wer Munition, Granaten oder verdächtige Metallteile findet, sollte Abstand halten und sofort die Polizei informieren.
Bei den weiteren Maßnahmen stellte sich laut Polizei heraus, dass der verletzte Mann eine umfangreiche Militaria Sammlung besaß. Dazu gehörten Gegenstände aus beiden Weltkriegen. Unter den Funden befanden sich nach Behördenangaben mehrere Schusswaffen, Granaten und Geschosse.
Ein Teil der Kriegswaffen soll noch Sprengstoffreste enthalten haben. Andere Stücke waren laut Polizei nicht fachgerecht unbrauchbar gemacht worden. Deshalb geht es in dem Fall nicht nur um die detonierte Granate im Wohnhaus. Die Polizei leitete auch Ermittlungen wegen des Verdachts auf Verstöße gegen das Waffenrecht, das Sprengstoffrecht und das Kriegswaffenkontrollgesetz ein.
Vorsorglich wurde das Einfamilienhaus nach der Explosion geräumt und versiegelt. Die Bewohner kamen für die Dauer der polizeilichen Maßnahmen anderweitig unter. Anfang dieser Woche durchsuchten Ermittler gemeinsam mit Spezialisten des Kampfmittelräumdienstes Rheinland-Pfalz das Anwesen des 51-Jährigen.
Dabei wurden Beweismittel gesichert. Mittlerweile ist das Wohnhaus wieder freigegeben. Der verletzte Mann befindet sich nach Polizeiangaben weiterhin in stationärer Behandlung. Weitere Details zum genauen Umfang der sichergestellten Gegenstände nannte die Polizeidirektion Pirmasens in der Mitteilung nicht. Die Ermittlungen laufen weiter.
Quelle: Polizeidirektion Pirmasens
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