Wie neue Chiptechnologie den Energiehunger der KI bremsen soll

Wie neue Chiptechnologie den Energiehunger der KI bremsen soll
Foto: Applied Materials

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Der steigende Bedarf an Künstlicher Intelligenz verschärft auch die Frage nach dem Energieverbrauch digitaler Infrastruktur. Vor allem das Training großer Modelle und der Betrieb von Rechenzentren benötigen enorme Mengen Strom. Genau hier setzt das Unternehmen Applied Materials an. Wie das Unternehmen mitteilt, soll moderne Halbleitertechnik dazu beitragen, mehr Rechenleistung mit weniger Energieeinsatz zu verbinden. Damit rückt die Chiptechnologie KI Energieeffizienz immer stärker ins Zentrum, weil nicht nur Software, sondern auch Aufbau und Material der Chips über den späteren Strombedarf entscheiden.

Warum KI-Chips Energieverbrauch und Rechenzentren belasten

Mit dem weltweiten KI-Boom wächst auch der Bedarf an leistungsfähigen Rechenzentren. Besonders rechenintensiv sind große Basismodelle, die für Training und Betrieb erhebliche Energiemengen benötigen. Nach Angaben von Applied Materials wird damit eine zentrale Herausforderung sichtbar: Digitale Leistung muss effizienter werden, wenn das Wachstum nicht an physikalische und energetische Grenzen stoßen soll. Entscheidend ist aus Sicht des Unternehmens deshalb nicht allein die Leistungsfähigkeit neuer Systeme, sondern vor allem das Verhältnis von Leistung zu Energieverbrauch. Gerade bei Anwendungen mit hoher Last wird diese Kennzahl für die weitere Entwicklung der Branche immer wichtiger.

Halbleiter für KI: Effizienz beginnt schon in der Produktion

Applied Materials sieht den Hebel nicht erst im laufenden Betrieb von Rechenzentren, sondern bereits deutlich früher. Das Unternehmen entwickelt Maschinen, Prozesse und Materialtechnologien für die Halbleiterfertigung. Nach Unternehmensangaben lassen sich mit Verfahren wie Epitaxie, Atomic Layer Deposition und moderner Messtechnik Transistoren präziser, kleiner und leistungsfähiger herstellen. Ziel ist es, dadurch energieeffizientere Chips zu ermöglichen. Die Grundlage für sparsamere KI-Systeme entsteht also bereits in der Produktion. Diese Sichtweise macht deutlich, warum Halbleiter für KI nicht nur eine Frage der Rechenleistung, sondern auch der industriellen Fertigungstechnologie sind.

Applied Materials setzt auf neue Materialien und präzisere Transistoren

Als besonders wichtig beschreibt das Unternehmen Innovationen im Nanometerbereich. Dabei geht es darum, Materialien mit hoher Genauigkeit aufzubringen, zu kontrollieren und in neue Chipgenerationen zu integrieren. So sollen Halbleiterhersteller Bauteile entwickeln können, die mehr Leistung liefern und zugleich weniger Strom benötigen. Nach Angaben von Applied Materials gehört dazu auch der Ausbau neuer Transistorarchitekturen wie Gate all around. Bei diesem Aufbau wird der Kanal vollständig vom Gate umschlossen, wodurch sich der Stromfluss präziser steuern lässt. Das soll Energieverluste senken und gleichzeitig eine höhere Transistordichte auf dem Chip ermöglichen.

Energieeffiziente KI-Chips sollen auch CO2 und Gasverbrauch senken

Neben der späteren Nutzung der Chips verweist Applied Materials auch auf Einsparungen in der Herstellung. Eine neue Produktionsanlage des Unternehmens reduziere den Gasverbrauch in der Fertigung um etwa 50 Prozent, zugleich verbessere sich die Gleichmäßigkeit der produzierten Zellen um rund 40 Prozent. Nach Unternehmensangaben steigt dadurch die Ausbeute in der Produktion, zudem könnten pro Jahr mehrere hundert Tonnen CO2 eingespart werden. Für die Branche ist das relevant, weil energieeffiziente KI-Chips nicht nur den Strombedarf im Rechenzentrum beeinflussen, sondern auch die Umweltbilanz der Fertigung selbst verbessern können.

Europa bleibt bei Applied Materials ein wichtiger Technologiestandort

Auch Europa spielt in den Planungen des Unternehmens weiterhin eine wichtige Rolle. Applied Materials verweist auf Kooperationen mit Forschungspartnern wie Fraunhofer, CEA-Leti und Imec. Zudem soll der Metrologie-Standort in München weiter ausgebaut werden. Nach Einschätzung des Unternehmens bleibt Europa nicht nur bei modernsten KI-Anwendungen relevant, sondern auch bei sogenannten Legacy Chips, die etwa in der Automobilindustrie, in Industrieanlagen oder im Internet der Dinge benötigt werden. Damit zeigt sich, dass der Wettbewerb um Chiptechnologie KI Energieeffizienz nicht nur in den USA und Asien geführt wird, sondern auch europäische Forschung und Industrie ein wichtiger Teil dieser Entwicklung bleiben.

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