Zekiwa Insolvenz: DDR-Traditionsmarke ist insolvent

Ein multikulturelles Restaurant an der Wolbecker Straße in Münster schließt nach acht Jahren. Warum das Konzept endet – und wie es am Standort weitergeht.
Symbolbild: Evan Wise

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Die Zekiwa Insolvenz trifft eine der bekanntesten Traditionsmarken der deutschen Kinderwagenbranche: Die Zekiwa GmbH aus Kretzschau hat Anfang Februar 2026 Insolvenzantrag gestellt. Der Kinderwagenhersteller, dessen Geschichte bis ins Jahr 1846 zurückreicht, kämpft mit sinkenden Umsätzen, steigenden Kosten und den Folgen des anhaltenden Geburtenrückgangs in Deutschland. Die Nachricht sorgte für Aufsehen, denn Zekiwa gilt seit Jahrzehnten als Kult-Marke — vor allem in Ostdeutschland, wo der Kinderwagen aus Zeitz Generationen begleitet hat.

Zekiwa Insolvenz 2026: Was ist passiert?

Die Zekiwa GmbH mit Sitz in Kretzschau im Burgenlandkreis hat im Februar 2026 beim zuständigen Gericht einen Insolvenzantrag gestellt. Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde Ulrich Luppe aus Halle an der Saale eingesetzt. Laut Insolvenzverwalter soll der Geschäftsbetrieb während des Verfahrens unverändert weiterlaufen. Die Produktion der Zekiwa-Kinderwagen, die überwiegend in Osteuropa stattfindet, soll damit vorerst gesichert sein. Entwicklung und Vertrieb verbleiben am Standort Kretzschau. Gleichzeitig wurde der Magdeburger Restrukturierungsexperte Nico Kämpfert beauftragt, nach potenziellen Investoren zu suchen, die der Marke eine Zukunft ermöglichen könnten. Ein Käufer soll das Unternehmen aus der Krise führen und die Traditionsmarke erhalten.

Geburtenrückgang als Hauptursache der Zekiwa-Krise

Die wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen Monate war laut Unternehmensangaben von sinkenden Umsätzen, steigenden Kosten und anhaltenden Ertragsverlusten geprägt. Als wesentliche Ursache gilt der demografische Wandel: Die Geburtenrate in Deutschland ist zuletzt auf den niedrigsten Stand seit Jahrzehnten gefallen, was die Nachfrage nach Kinderwagen und Babyprodukten deutlich reduziert hat. Die Geburtenrate in Deutschland erreichte 2025 den tiefsten Stand seit 1946 — ein Trend, der für die Kinderwagenbranche existenzielle Folgen haben kann. Zekiwa ist nicht das einzige Unternehmen, das unter dieser Entwicklung leidet, doch die Insolvenz der Traditionsmarke zeigt besonders eindrücklich, welche strukturellen Herausforderungen der Markt mit sich bringt.

Von der DDR-Fabrik zum Kultprodukt: Die Geschichte von Zekiwa

Zekiwa blickt auf eine außergewöhnlich lange Unternehmensgeschichte zurück. Die Wurzeln reichen bis ins Jahr 1846, als Ernst Albert Naether in Zeitz sein Unternehmen gründete. Nach dem Zweiten Weltkrieg fusionierten 1946 vier der größten Kinderwagenhersteller in Zeitz zum VEB Zekiwa — dem Volkseigenen Betrieb Zeitzer Kinderwagenindustrie. In der DDR stieg Zekiwa zur größten europäischen Kinderwagenfabrik auf: Bis zu 450.000 Kinderwagen und 160.000 Puppenwagen verließen jährlich die Werke, rund 2.200 Mitarbeiter arbeiteten für das Unternehmen. In der Blütezeit der DDR nutzte nahezu jede Familie in den RGW-Ländern einen Zekiwa-Kinderwagen. Ähnlich wie andere traditionsreiche Mittelständler, die aktuell in der Insolvenz stecken, kämpft Zekiwa mit dem Wandel der Konsumgewohnheiten und einem schrumpfenden Marktsegment.

Was bedeutet die Zekiwa Insolvenz für Käufer und die Zukunft der Marke?

Trotz der Insolvenz betont das Unternehmen, dass der Geschäftsbetrieb unverändert fortgeführt wird. Wer bereits einen Zekiwa-Kinderwagen besitzt oder plant, einen zu kaufen, muss sich vorerst keine Sorgen machen. Die Marke ist weiterhin am Markt aktiv, und die Investorensuche läuft. Zekiwa-Kinderwagen, besonders die klassischen Korbmodelle mit charakteristischer Riemenaufhängung, erfreuen sich ungebrochen großer Beliebtheit. Viele Eltern, die selbst in einem Zekiwa groß wurden, greifen bewusst auf die Traditionsmarke zurück. Ob es gelingt, einen neuen Investor zu finden und die Marke dauerhaft zu retten, wird sich in den kommenden Monaten zeigen.

Quellen: Berliner Zeitung, Deutsche Wirtschaftsnachrichten, t-online, Presseportal, retail-news.de

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