NRW-Tag 2026 in Münster: Kommt der verkaufsoffene Sonntag zurück?

ISI und Handelsverband beantragen für den NRW-Tag 2026 einen verkaufsoffenen Sonntag in Münster. Hintergründe, Rechtslage und politische Einordnung.
(v.l.n.r.) Tobias Buller-Langhorst, Andreas Weitkamp

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Münster. Zum NRW-Tag 2026 startet der Handel in Münster einen neuen Anlauf für einen verkaufsoffenen Sonntag in der Innenstadt. Die Initiative starke Innenstadt Münster (ISI) und der Handelsverband Münster haben bei der Stadt beantragt, die Geschäfte am Sonntag, 30. August, öffnen zu dürfen. Der NRW-Tag findet vom 28. bis 30. August 2026 statt. Anlass ist unter anderem das 80. Landesjubiläum Nordrhein-Westfalens. Münster erwartet an diesem Wochenende zahlreiche Gäste aus dem gesamten Bundesland sowie darüber hinaus. Geplant sind Bühnenprogramme, Präsentationen von Vereinen und Institutionen, Ausstellungen und vielfältige Kulturangebote im Zentrum der Stadt. Aus Sicht der Antragsteller soll eine einmalige Öffnung des Einzelhandels das Gesamtbild ergänzen und den Aufenthalt in der Innenstadt abrunden.

Verkaufsoffener Sonntag in Münster: Sensible Vorgeschichte

Die Diskussion um verkaufsoffene Sonntage ist in Münster seit Jahren politisch aufgeladen. 2016 kippte ein Bürgerentscheid einen Ratsbeschluss zu erweiterten Sonntagsöffnungen in der Innenstadt. Nach Angaben der Stadt stimmten 52,82 Prozent der Abstimmenden für das Bürgerbegehren „Freier Sonntag Münster“, das erforderliche Quorum wurde erreicht. Seitdem gelten Sonntagsöffnungen als besonders sensibel. Vor diesem Hintergrund betonen ISI und Handelsverband, dass es sich nicht um eine grundsätzliche Ausweitung, sondern um einen klar abgegrenzten Einzelfall im Zusammenhang mit einem landesweiten Großereignis handelt.

Rechtlicher Rahmen und politische Prüfung

Rechtlich sind Ladenöffnungen an Sonn- und Feiertagen in Nordrhein-Westfalen grundsätzlich untersagt. Das Ladenöffnungsgesetz lässt Ausnahmen zu, wenn ein besonderer Anlass vorliegt. In der Rechtsprechung wird regelmäßig hervorgehoben, dass die Veranstaltung selbst im Vordergrund stehen muss und die Ladenöffnung nur eine untergeordnete Begleiterscheinung sein darf. Ob diese Voraussetzungen beim NRW-Tag erfüllt sind, muss die Stadt Münster nun prüfen und politisch bewerten.

Im Vorfeld der Antragstellung fanden Gespräche mit Ratsfraktionen, Kirchen, Gewerkschaften und dem Oberbürgermeister statt, um die Tragfähigkeit eines solchen Schrittes auszuloten. Mit dem offiziellen Antrag beginnt nun die politische Beratung. Ob Münster am 30. August 2026 neben Bühnen und Kulturangeboten auch geöffnete Geschäfte erleben wird, entscheidet sich in den kommenden Monaten.

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