Problemhaus am Hermelinweg beschäftigt jetzt auch das Rathaus

In Münster-Coerde wächst der Druck wegen eines verfallenden Hauses am Hermelinweg. Jetzt werden Antworten aus dem Rathaus gefordert.
Foto: CDU/Jolanta Vogelberg

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Münster. In Münster-Coerde sorgt eine leerstehende Immobilie am Hermelinweg weiter für Ärger in der Nachbarschaft. Konkret geht es um das ehemalige Wohnhaus am Hermelinweg 11, das nach Angaben der Coerder Ratsfrau Jolanta Vogelberg seit 2020 leer steht und sich in einem zunehmend schlechten Zustand befindet.

Die Kommunalpolitikerin hat sich deshalb an Oberbürgermeister Tilman Fuchs gewandt, der seit dem 1. November 2025 an der Spitze der Stadt Münster steht. Nach ihrer Darstellung hat es bereits gemeinsame Ortstermine mit Ordnungsamt, Bauaufsicht und politischen Vertretern gegeben, ohne dass sich die Lage bislang spürbar verbessert habe. Damit ist der Fall nun auch politisch wieder auf der Tagesordnung in Münster.

Nachbarn in Coerde sehen seit Jahren keine Lösung

Im Mittelpunkt der Kritik steht nicht nur der bauliche Zustand des Hauses, sondern vor allem die Frage, warum sich trotz behördlicher Befassung bislang keine sichtbare Entlastung ergeben hat. Aus Sicht der Anwohner belastet eine solche Immobilie das unmittelbare Wohnumfeld auf mehreren Ebenen. Verfallene Gebäude werden in Wohnquartieren schnell zu einem Symbol dafür, dass Missstände über längere Zeit bestehen bleiben. Das sorgt nicht nur für Frust, sondern wirft auch Fragen nach Sicherheit, Gefahrenabwehr und öffentlicher Ordnung auf.

Genau an diesem Punkt setzt auch der politische Vorstoß an. Vogelberg, die in Münster kommunalpolitisch aktiv ist und öffentlich als CDU-Politikerin auftritt, verlangt Aufklärung darüber, wie weit das Verfahren in dem Fall tatsächlich gediehen ist. Für Coerde ist das Thema deshalb mehr als ein einzelner Nachbarschaftskonflikt. Es geht auch um die Erwartung, dass die Stadt bei problematischen Immobilien konsequent handelt, wenn Beschwerden über Jahre anhalten. In solchen Fällen schauen Anwohner besonders genau darauf, ob Verwaltung und Politik nur prüfen oder ob daraus am Ende tatsächlich konkrete Maßnahmen folgen. Für Münster ist der Vorgang damit auch eine aktuelle Meldung mit grundsätzlicher Bedeutung für den Umgang mit Leerstand und Verwahrlosung in Wohngebieten.

Offene Fragen zum Verfahren und ein früherer Hinweis auf Neubaupläne

Nach der Mitteilung der Ratsfrau richtet sich der Blick nun auf mehrere Punkte. Sie will vom Oberbürgermeister unter anderem wissen, wie der Stand des Verwaltungsverfahrens ist, welche bauordnungsrechtlichen Schritte bislang eingeleitet wurden und ob ein ordnungsbehördliches Einschreiten bis hin zu einer möglichen Abrissverfügung geprüft wird. Entscheidend ist aus ihrer Sicht vor allem, dass die derzeitige Situation am Hermelinweg beendet wird.

Zusätzliche Brisanz bekommt der Fall durch einen älteren, öffentlich auffindbaren Hinweis zur Adresse. Ende November 2023 wurde unter Hermelinweg 11 ein inzwischen inaktives Immobilienangebot veröffentlicht, in dem ein Neubauprojekt mit sechs Eigentumswohnungen beschrieben wurde. Das kann darauf hindeuten, dass es für das Grundstück oder die Adresse zwischenzeitlich Planungen gab. 

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