Münster erreicht Rekord bei sozialer Wohnraumförderung

Neues Rathaus Münster
Foto: Münster Aktuell

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Der öffentlich geförderte Wohnungsbau in Münster hat 2025 einen neuen Höchststand erreicht. Nach Angaben der Stadt wurden im vergangenen Jahr rund 81 Millionen Euro an Landesmitteln für 650 Wohneinheiten bewilligt. Damit liegt die Förderung nicht nur deutlich über dem Vorjahresniveau, sondern auch über dem bisherigen Rekordwert aus dem Jahr 2021. 2024 waren noch rund 60 Millionen Euro für 273 Wohnungen zugesagt worden.

Besonders stark fällt der Zuwachs beim sogenannten jungen Wohnen aus. Ein großer Teil der Fördermittel floss in Apartments und Wohnheimplätze für Studierende und Auszubildende. Für Münster ist das ein wichtiges Signal, weil gerade in diesem Segment der Druck auf dem Wohnungsmarkt seit Jahren hoch ist.

Schwerpunkt liegt auf Wohnraum für junge Menschen

Von den 2025 bewilligten Wohneinheiten entfallen 469 auf Apartments oder Wohnheimplätze für Studierende und Auszubildende. Allein dafür wurden nach Angaben der Stadt rund 52 Millionen Euro zugesagt. Damit macht das junge Wohnen den größten Teil der aktuellen Förderoffensive aus.

Die Stadt reagiert damit auf ein Problem, das in Münster seit langem sichtbar ist. Die Nachfrage nach kleinen, bezahlbaren Wohnungen ist hoch, während das Angebot knapp bleibt. Gerade für Studierende, Auszubildende und andere junge Menschen mit begrenztem Budget ist die Wohnungssuche deshalb oft besonders schwierig. Die hohe Fördersumme zeigt, dass dieser Bereich inzwischen ein zentraler Schwerpunkt der Wohnungsbaupolitik geworden ist.

Geförderte Mieten liegen deutlich unter dem freien Markt

Die öffentlich geförderten Wohnungen sind an klare Vorgaben gebunden. Die Mieten müssen für mindestens 25 Jahre unter dem marktüblichen Niveau liegen. Vermietet werden die Wohnungen an Menschen mit Wohnberechtigungsschein. Nach der NRW-Förderrichtlinie 2025 sind im öffentlich geförderten Wohnungsbau in Münster derzeit je nach Einkommensgruppe maximal 7,85 bis 9,00 Euro netto kalt pro Quadratmeter zulässig. Gerade bei kleineren Wohnungen und Neuvermietungen auf dem freien Markt liegen die verlangten Mieten häufig höher. Die Förderung soll deshalb bezahlbaren Wohnraum für Haushalte sichern, die auf dem regulären Markt oft nur schwer eine passende Wohnung finden.

Münster hat wieder an Tempo gewonnen

Der neue Rekord markiert zugleich eine deutliche Erholung nach den schwierigen Jahren im Wohnungsbau. 2022 war die Förderung infolge stark gestiegener Baukosten, höherer Zinsen sowie Material- und Personalmangels eingebrochen. Inzwischen hat sich der Bereich wieder stabilisiert. Dass der Wert von 2021 nun sogar übertroffen wurde, wertet die Stadt als Zeichen dafür, dass wieder mehr Projekte in die Umsetzung kommen.

Zum Bestand der Sozialwohnungen in Münster zählten nach städtischen Angaben zum 31. Dezember 2024 insgesamt 9.591 öffentlich geförderte Wohnungen. Vor diesem Hintergrund haben neue Förderzusagen eine besondere Bedeutung. Zwar wird damit der Mangel an bezahlbarem Wohnraum nicht kurzfristig gelöst, doch die Rekordsumme zeigt, dass die Zahl neuer oder modernisierter Wohnungen wieder wächst.

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Große Projekte in Gievenbeck, Kinderhaus und am Gescherweg

Zu den wichtigsten Vorhaben des Jahres 2025 zählt das Projekt OX Camp im Oxford-Quartier in Gievenbeck. Dort wird ein ehemaliges Gebäude zu rund 80 Apartments und 180 Plätzen für junge Menschen umgebaut. Die Fertigstellung ist bis Sommer 2027 vorgesehen.

Ein weiteres Großprojekt entsteht am Gescherweg. Dort plant das Studierendenwerk eine neue Wohnanlage mit 190 Plätzen. Die Umsetzung ist nach aktuellem Stand bis zum ersten Quartal 2028 vorgesehen.

Auch im Stadtteil Kinderhaus spielt die Förderung eine wichtige Rolle. An der Josef-Beckmann-Straße werden knapp 200 Wohnungen der Wohn+Stadtbau modernisiert. Das Investitionsvolumen liegt bei rund 20 Millionen Euro. Damit geht es nicht nur um Neubau, sondern auch um die Sicherung und Aufwertung bereits bestehender geförderter Wohnungsbestände.

Elf Mietwohnungsprojekte und weitere Förderung schon im Januar 2026

Insgesamt wurden 2025 nach Angaben der Stadt elf Projekte im Mietwohnungsbau mit 610 Wohneinheiten gefördert. Hinzu kamen 40 Förderungen für Eigenheime. Damit verteilt sich die Fördertätigkeit auf mehrere Bausteine, der Schwerpunkt liegt aber klar auf größeren Mietwohnungsprojekten. Dass der Trend auch 2026 anhalten könnte, zeigt der Jahresauftakt. Bereits im Januar gab es Förderzusagen in Höhe von 22 Millionen Euro für zwei weitere große Projekte. Dazu gehört auch das Baugebiet „Am Kirschgarten“. Die Stadt sieht darin ein weiteres Signal, dass die soziale Wohnraumförderung in Münster mit hohem Tempo weiterläuft.

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