
Die Disney-Aktie steht weiter unter Druck, obwohl das Streaming-Geschäft inzwischen profitabel arbeitet und die Erlebnis-Sparte hohe Gewinne liefert. Mit Josh D’Amaro an der Konzernspitze rücken nun vor allem drei Problemfelder in den Mittelpunkt: ein margenschwaches Streaming-Modell, das schrumpfende klassische TV-Geschäft und eine milliardenschwere Investitionsoffensive in Parks, Kreuzfahrten und neue Angebote. Für Anleger ergibt sich damit ein widersprüchliches Bild aus operativer Stabilisierung und anhaltenden strukturellen Risiken.
Der Chefwechsel zum 18. März fällt in eine Phase, in der Disney trotz einzelner Erholungssignale keine überzeugende Börsenstory vorweisen kann. Über einen Zeitraum von zehn Jahren blieb die Aktie unter dem Strich im Minus, während der Dow Jones im selben Zeitraum deutlich zulegte. Nach dem Hoch im März 2021 bei 203,02 Dollar setzte ein längerer Rückschlag ein. 2022 verlor Disney binnen eines Jahres 44 Prozent an Börsenwert. Bob Iger kehrte daraufhin aus dem Ruhestand zurück und leitete Umstrukturierungen zur Kostensenkung ein. Die Aktie legte 2023 zwar um vier Prozent und 2024 um 23 Prozent zu, eine nachhaltige Outperformance gelang dem Konzern aber nicht.
Disney+ hat den Übergang vom Verlustbringer zum profitablen Segment geschafft. Im vergangenen Jahr kam der Dienst auf 132 Millionen Abonnenten. Der durchschnittliche Umsatz pro Nutzer stieg auf 7,81 Dollar, die Direct-to-Consumer-Umsätze legten 2025 um acht Prozent zu. Der operative Gewinn des Segments verbesserte sich auf 1,33 Milliarden Dollar nach 143 Millionen Dollar im Vorjahr. Trotzdem bleibt das Geschäft verwundbar. Im ersten Quartal 2026 lag die operative Marge im Streaming bei 8,4 Prozent. Das angestrebte Ziel von zehn Prozent bis Jahresende dürfte nur schwer zu erreichen sein, ohne Preise anzuheben oder bei Inhalten zu sparen. Gleichzeitig wächst der Wettbewerbsdruck durch neue Bündelangebote und mögliche Marktverschiebungen bei konkurrierenden Plattformen.
Noch größer ist der Druck im klassischen Fernsehgeschäft. Bei den linearen Sendern wie ABC oder dem Disney Channel sinken Reichweiten und Erträge. Das operative Ergebnis der Linear Networks fiel 2025 um 14 Prozent auf 2,96 Milliarden Dollar. Als besonderer Unsicherheitsfaktor gilt ESPN, das Disney schrittweise in ein digitales Sportangebot umbauen will. Wegen der hohen Rechtekosten für große Sportligen denkt der Konzern laut Bericht auch über Partnerschaften oder Anteilsverkäufe nach. Parallel dazu setzt Disney auf seine profitabelste Sparte: Experiences erzielte 2025 mit 36,2 Milliarden Dollar einen Rekordumsatz und erstmals zehn Milliarden Dollar operativen Gewinn. Zugleich ist die angekündigte Investition von 60 Milliarden Dollar in Themenparks und Reiseangebote binnen zehn Jahren eine große Wette. Sollte die Konsumlaune nachlassen, könnte gerade dieses teure Wachstum schnell zum Risiko werden.
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