
Das Bochumer Restaurant Five steht vor dem Aus. Zum 30. Juni 2026 soll am Hellweg Schluss sein. Damit verliert die Innenstadt eine Adresse, die sich in den vergangenen Jahren weit über Bochum hinaus einen Namen gemacht hat. Auf der offiziellen Website kündigt das Team den Abschied selbst an und beschreibt das Ende als Schlusspunkt eines prägenden Kapitels der Bochumer Gastronomieszene.
Seit der Eröffnung im Jahr 2014 hatte sich das Five zu einem der gefragtesten Restaurants im Ruhrgebiet entwickelt. Das Konzept war für die Region früh besonders auffällig: angeboten wurden zwei Fünf-Gang-Menüs, darunter eine vegetarische Variante, dazu ein bewusst reduzierter, moderner Rahmen ohne klassische Fine-Dining-Inszenierung. Die Betreiber setzten stattdessen auf Qualität, Präzision und Nähe zum Gast. Genau diese Mischung machte das Restaurant für viele zu einer festen Größe in Bochums Gastroszene.
Wie begehrt das Lokal war, zeigt auch der Blick auf die Auslastung. Auf seiner Website schreibt das Restaurant, zuletzt über mehr als 400 aufeinanderfolgende Öffnungstage ausgebucht gewesen zu sein. RUHR24 berichtet sogar von mehr als 500 Öffnungstagen in Folge. Unstrittig ist damit: Wer im Five essen wollte, musste früh planen. Der Feinschmecker beschreibt Reservierungen ausschließlich über die Website und genau 62 Tage im Voraus als üblichen Weg zum Tisch. Das allein zeigt, welchen Stellenwert das Restaurant über Jahre erreicht hatte.
Betrieben wurde das Five von Seron Bahtijari und Lukas Rüger aus der Livingroom-Gastronomiegruppe. Als prägende Gesichter des Hauses werden vor allem Tibor Werzl und Nico beziehungsweise Nicolai Menting hervorgehoben. Auf der offiziellen Mitteilung werden beide ausdrücklich gewürdigt, weil sie das Profil des Restaurants mitgeprägt haben. Auch Der Feinschmecker nennt Nico Menting als Küchenchef und hebt den klaren, produktorientierten Stil hervor, während Tibor Werzl dort mit der Weinbegleitung verbunden wird.
Einen konkreten Grund für das Aus nennen die Betreiber bislang nicht. Öffentlich kommuniziert wird vor allem der Satz, man solle aufhören, wenn es am schönsten ist. Auch RUHR24 hält fest, dass offen bleibt, ob wirtschaftliche Gründe eine Rolle spielen. Bemerkenswert ist gerade deshalb, dass die Schließung in einer Phase erfolgt, in der das Five nach außen weiter als stark nachgefragte und profilierte Adresse wirkt. Das verleiht dem Abschied zusätzliche Wucht.
Zum Five gehörten nicht nur die Menüs am Abend. Die Betreiber verweisen auch auf wechselnde Weine, Winzerabende, Themenwochen und eine Pop-up-Wine-Bar. Wegen des Andrangs wurden einzelne Formate zuletzt sogar regelmäßig in den Grünen Gaul verlegt. Das zeigt, dass das Five längst mehr war als nur ein kleines Restaurant mit wenigen Plätzen. Es war zugleich Bühne für neue Ideen, Treffpunkt für Stammgäste und Experimentierfläche für ein modernes Gastroverständnis, das in Bochum nicht alltäglich war.
Der Feinschmecker führt das Five 2026 weiterhin als Casual-Fine-Dining-Restaurant in bester Citylage am Hellweg 28 bis 30. Genannt werden dort ein klassisches und ein vegetarisches Fünf-Gang-Menü, ein minimalistisches Interieur und eine offen einsehbare Küchenphilosophie mit starkem Produktfokus. Gerade diese Mischung aus Anspruch und Zugänglichkeit hat das Five von vielen anderen Adressen unterschieden. Mit der Schließung endet deshalb nicht nur ein Restaurantbetrieb, sondern auch ein Stück Bochumer Gastroprofil.
Völlig endgültig klingt der Abschied bislang nicht. Sowohl auf der Website als auch in regionalen Berichten wird angedeutet, dass ein neues Kapitel oder eine Art Version 2.0 nicht ausgeschlossen ist. Ob daraus tatsächlich einmal ein Neustart wird, ist offen. Fest steht im Moment nur: Bis Ende Juni bleibt noch Zeit für einen letzten Besuch in einem Restaurant, das in Bochum über Jahre zu den auffälligsten kulinarischen Adressen gehörte.
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