LWL-Museum zeigt neue Gemälde von Gerhard Richter: Zwei 20-Meter-Werke

Münster. Das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster zeigt seit Freitag, 17. April, zwei außergewöhnlich große Arbeiten von Gerhard Richter. Die Werke „Strich (auf Blau)“ von 1979 und „Strich (auf Rot)“ von 1980 gehören nun als Dauerleihgaben aus dem Kreis Soest zur Sammlungspräsentation des Hauses. Mit einer Länge von jeweils 20 Metern zählen die beiden Ölgemälde zu den auffälligsten Neuzugängen der Gegenwartskunst in Münster.

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Münster. Das LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster zeigt seit Freitag, 17. April, zwei außergewöhnlich große Arbeiten von Gerhard Richter. Die Werke „Strich (auf Blau)“ von 1979 und „Strich (auf Rot)“ von 1980 gehören nun als Dauerleihgaben aus dem Kreis Soest zur Sammlungspräsentation des Hauses. Mit einer Länge von jeweils 20 Metern zählen die beiden Ölgemälde zu den auffälligsten Neuzugängen der Gegenwartskunst in Münster.

Über Jahrzehnte hingen die Arbeiten im Forum der Kreisberufsschule in Soest. Dort waren sie seit 1980 zu sehen, nachdem Richter mit den beiden Gemälden den Wettbewerb „Kunst am Bau“ gewonnen hatte. Nun bekommen sie im LWL-Museum einen neuen Platz unter konservatorisch besseren Bedingungen.

Großformate aus Soest ziehen nach Münster um

Mit dem Wechsel ins LWL-Museum endet für die beiden Werke eine lange Zeit in einem Schulgebäude. Künftig werden die Originale in Münster bewahrt und gezeigt, während in Soest originalgroße Kopien an ihre Stelle treten. Ausschlaggebend für den Umzug waren vor allem die Anforderungen an Erhalt und Sicherung der Gemälde.

Der Landrat des Kreises Soest, Heinrich Frieling, begründet den Schritt so: „Mit dem LWL-Museum für Kunst und Kultur haben wir einen benachbarten und renommierten Ort gefunden, an dem wir die Richter-Gemälde in guten Händen wissen.“ Fast 50 Jahre hätten die Werke die Halle der Berufsschule geprägt. Nun sei es Zeit gewesen, einen Standort mit modernen klimatischen Bedingungen zu finden, um die Arbeiten dauerhaft zu sichern.

Museum spricht von bedeutender Bereicherung

Auch beim Landschaftsverband Westfalen-Lippe wird der Zugang der beiden Gemälde als wichtiger Gewinn für das Haus bewertet. Der Direktor des LWL, Dr. Georg Lunemann, erklärt: „Die beiden großen Gemälde bereichern das LWL-Museum für Kunst und Kultur.“ Zugleich sei der Schritt auch Ausdruck der besonderen Verbundenheit zwischen dem Kreis Soest und dem LWL. Dass die Werke nun neben weiterer Kunst von Gerhard Richter in Münster bewahrt und gezeigt werden könnten, erfülle den Verband mit Stolz.

Im Museum selbst sollen die Bilder im größten Ausstellungsraum des Hauses eine neue Wirkung entfalten. Dort stehen nach Angaben des LWL rund 290 Quadratmeter Fläche zur Verfügung. Die beiden Arbeiten bestehen jeweils aus vier Tafeln und erinnern wegen ihrer extremen Proportionen an einen Fries.

Seltene gemeinsame Präsentation beider Werke

Für das LWL-Museum ist die Präsentation auch deshalb besonders, weil beide Arbeiten erstmals seit langer Zeit wieder gemeinsam außerhalb des Schulgebäudes in ihrer vollen Länge zu sehen sind. Der Direktor des LWL-Museums für Kunst und Kultur, Dr. Hermann Arnhold, verweist zudem auf die internationale Aufmerksamkeit für eines der Bilder. „Neulich habe ich eine der beiden Arbeiten noch in der Richter-Retrospektive in Paris bewundert. Jetzt beleben die Bilder die Architektur unseres Ausstellungsraums, als wären sie dafür gemacht“, sagt er.

Damit erhält Münster zwei Werke, die nicht nur wegen ihres Formats herausragen, sondern auch wegen ihrer Ausstellungsgeschichte. „Strich (auf Rot)“ war zuletzt noch in einer großen Richter-Ausstellung in Paris zu sehen.

Gerhard Richter hat in Münster bereits eine sichtbare Spur hinterlassen

Der Name Gerhard Richter ist in Münster schon seit Jahren präsent. In der Dominikanerkirche ist seit 2018 seine Installation „Zwei Graue Doppelspiegel für ein Pendel“ zu sehen. Mit den beiden großformatigen Leihgaben im LWL-Museum wird diese Verbindung nun noch sichtbarer.

Richter, geboren 1932 in Dresden, gilt international als einer der bedeutendsten Künstler der Gegenwart. Sein Werk reicht von fotorealistischen Gemälden über abstrakte Malerei bis zu Glas- und Spiegelobjekten. Bekannt wurde er unter anderem durch Arbeiten wie „Lesende“, das Fenster im Südquerhaus des Kölner Doms und den Birkenau-Zyklus.

Wie die beiden „Striche“ entstanden sind

Die beiden Soester Gemälde stehen exemplarisch für Richters experimentelle Arbeitsweise. Was auf den ersten Blick wie ein pastoser Farbauftrag wirkt, erweist sich bei näherem Hinsehen als illusionistische Malerei. Richter fotografierte Skizzen der Werke und übertrug den Eindruck des dicken Farbauftrags anschließend malerisch auf die Fläche. Nach Angaben des LWL soll der Künstler selbst gesagt haben, keine andere Arbeit habe ihm so viel Mühe und Zeit abverlangt wie diese „Striche“.

Gerhard Richter, Strich (auf Blau), 1979, 1,90 x 20 Meter, Dauerleihgabe. © Gerhard Richter 2026 (02042026). Foto: LWL / Hanna Neander

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