Das Parkticket verschwindet: WBI baut Münsters Parkhäuser um

Münster erhöht drastisch die Parkgebühren, um das 29-Euro-Ticket zu finanzieren. Kritiker warnen vor negativen Folgen für Handel und Pendler. Ist das fair?
Symbolbild: Michal Dolnik

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Münster. Wer in Münsters Innenstadt parkt, soll sich künftig in vielen WBI-Parkhäusern nicht mehr mit einem Ticket an der Schranke beschäftigen müssen. Stattdessen setzt der Betreiber auf Kennzeichenerkennung bei Ein- und Ausfahrt. Das Parkticket aus Papier, wie es Autofahrer seit Jahren kennen, wird damit Schritt für Schritt zum Auslaufmodell. Der Umbau startet nach den vorliegenden Informationen im April am Parkhaus Bahnhofstraße. Geplant sind dort außerdem bargeldlose Bezahlung, modernisierte Beleuchtung und sanierte Treppenhäuser. Die WBI betreibt in Münster acht Innenstadt-Parkhäuser mit insgesamt rund 3.900 Stellplätzen.

Statt Ticket an der Schranke zählt künftig das Kennzeichen

Im Mittelpunkt der Modernisierung steht nicht zuerst Beton, Licht oder Treppenhaus, sondern ein neues Prinzip beim Parken. Wer ein- und ausfährt, soll künftig nicht mehr über ein gezogenes Ticket erfasst werden, sondern über das Autokennzeichen. Auch beim Zugang verändert sich damit der Ablauf. Nach den vorliegenden Angaben soll der Zutritt künftig über die Eingabe des Kennzeichens organisiert werden. Parallel dazu setzt die WBI auf bargeldlose Bezahlung. Für viele Autofahrer wäre das eine spürbare Umstellung, weil das Parken in der Innenstadt damit deutlich digitaler ablaufen würde. Vergleichbare Systeme gibt es bereits in anderen deutschen Parkhäusern.

Ganz neu ist das System in Münster nicht

Einen Vorgeschmack gibt es in Münster bereits. Im Quartiersparkhaus HafenMarkt nutzt die WBI Kennzeichenerkennung schon heute für registrierte Kurz- und Dauerparker. Dort zeigt sich, wie das ticketfreie Ein- und Ausfahren in der Praxis funktioniert. Der Unterschied ist jedoch deutlich: Bislang ist das eher ein Komfortmodell für angemeldete Nutzer. Sollte die Technik nun in den klassischen Innenstadt-Parkhäusern breiter eingeführt werden, würde das Prinzip vom Sonderfall zum neuen Standard werden. Dann wäre das herkömmliche Ticket nicht mehr die Regel, sondern die alte Lösung.

Münster folgt damit einem größeren Trend

Auch in anderen Städten werden Parkhäuser seit einiger Zeit auf ticketlose oder weitgehend ticketfreie Systeme umgestellt. Contipark setzt etwa in Solingen auf Kennzeichenerkennung statt Ticket, APCOA beschreibt Anlagen in Städten wie Aschaffenburg ebenfalls als ticketlos oder schrankenlos. Münster würde also keinen Sonderweg einschlagen, sondern einem Trend folgen, der das Parken schneller, digitaler und für Betreiber leichter steuerbar machen soll. Für Nutzer entscheidet sich der Erfolg solcher Systeme aber vor allem im Alltag: ob Einfahrt, Zahlung und Zugang tatsächlich einfacher werden als mit dem klassischen Parkticket.

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