Ausbleibende Mietzahlungen bei Galeria: Warum Münster jetzt genauer hinschaut

Galeria verhandelt bundesweit über neue Mietverträge. Filialschließungen sind möglich, doch die beiden Häuser in Münster stehen derzeit nicht auf der Liste.
Foto: Caroline Muffert

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Münster/Berlin. Neue Berichte über ausbleibende Mietzahlungen verschärfen die Zweifel an der Stabilität von Galeria. Mehrere Vermieter beklagen demnach, dass April-Mieten nicht oder nicht vollständig eingegangen seien. Für Münster ist das besonders relevant, weil die Kette dort mit zwei großen Häusern in zentraler Innenstadtlage vertreten ist und eines davon sogar der Stadt gehört.

Die neue Unruhe beginnt mit offenen Mieten und alten Sorgen

Der aktuelle Auslöser ist klar: Mehrere Vermieter berichten, dass Galeria Mieten für April 2026 schuldig geblieben sei. Genannt werden dabei auch prominente Standorte wie Berlin. Galeria selbst äußert sich zu internen Vertragsdetails und laufenden Gesprächen nicht. Die neuen Berichte treffen das Unternehmen in einer Phase, in der die Lage ohnehin angespannt ist. Schon im März hatte Galeria mitgeteilt, dass die Mietverträge von acht Standorten neu verhandelt werden. Falls keine tragfähigen Lösungen gefunden werden, seien auch Schließungen möglich. Der Konzern betreibt nach eigenen Angaben derzeit 83 Warenhäuser.

In Münster steht mehr auf dem Spiel als nur ein weiterer Filialstandort

Gerade deshalb ist der Blick nach Münster interessant. Das Haus an der Ludgeristraße ist nicht irgendeine Mietimmobilie: Die Stadt Münster hat das Gebäude aus der Signa-Insolvenzmasse erworben. Nach Angaben des Amts für Immobilienmanagement soll der Ankauf den Fortbestand des Warenhauses und der damit verbundenen Arbeitsplätze ermöglichen. Die Stadt ist dort also selbst Vermieterin von Galeria.

Beim zweiten großen Standort ist die Lage anders, aber ebenfalls lokal bedeutsam. Die Immobilie an der Salzstraße gehört der LVM Versicherung. Der Versicherer hatte bereits 2021 mitgeteilt, Eigentümer des Hauses zu werden; zugleich hieß es damals, der Mietvertrag mit Galeria laufe langfristig weiter. Münster hat damit zwei Galeria-Häuser in zentraler Lage, aber mit zwei sehr unterschiedlichen Eigentümern.

Warum die beiden Häuser für die Innenstadt so wichtig sind

Die lokale Brisanz ergibt sich nicht nur aus der Eigentümerfrage, sondern auch aus der Rolle der Häuser für die City. Der Handelsimmobilienreport Münster 2025 beschreibt die Ludgeristraße als am stärksten frequentierte Einkaufsstraße der Stadt. Dort wird Galeria ausdrücklich als Magnetbetrieb genannt. Für die Salzstraße hält der Report fest, dass sich dort zwei Galeria-Häuser in direkter Nachbarschaft befinden. Auch dort zählt Galeria zu den prägenden Ankern der Lage.

Damit ist die Sache für Münster größer als eine bloße Konzernmeldung. Wenn bei Galeria neue Zahlungssorgen aufkommen, geht es hier nicht nur um die wirtschaftliche Verfassung eines Handelsunternehmens, sondern auch um die Stabilität zweier Schlüsselimmobilien in der Innenstadt. Eine konkrete Schließungsankündigung für Münster gibt es zwar bislang nicht. Die neuen Berichte über offene Mieten zeigen aber, dass die Diskussion über die Zukunft der Warenhauskette längst nicht beendet ist.

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