
Kardinal Marx Hegseth: Der Münchner Erzbischof Reinhard Marx hat am Ostersonntag 2026 US-Verteidigungsminister Pete Hegseth in einer scharfen Predigt in der Münchner Frauenkirche eine schamlose Gotteslästerung vorgeworfen. Auslöser war ein öffentliches Gebet Hegseths, in dem er darum bat, jede Kugel möge ihr Ziel treffen – ein Statement, das der Kardinal als Missbrauch des christlichen Glaubens für Kriegszwecke wertete.
Pete Hegseth, seit Januar 2026 US-Verteidigungsminister unter Präsident Donald Trump, hatte in einem Interview Gott darum gebeten, dass die Munition der US-Streitkräfte im Iran-Krieg ihr Ziel treffe. Für Kardinal Reinhard Marx war das eine klare Grenzüberschreitung: In seiner Osterpredigt warf er Hegseth vor, Gott für politische und militärische Interessen zu instrumentalisieren. Das sei eine schamlose Gotteslästerung, betonte der Münchner Erzbischof vor der Gemeinde in der vollbesetzten Frauenkirche.
Der Hintergrund: Im Frühjahr 2026 führen die USA und Israel Angriffe auf den Iran durch. Marx hatte sich bereits im März 2026 gegen diesen Krieg positioniert und ihn als illegitimen Krieg bezeichnet, den die Kirche nicht akzeptieren könne. Mit seiner Osterpredigt verschärfte er diese Kritik nun erheblich. Die Reaktionen kamen schnell: Hegseths Team wies die Kritik zurück und erklärte, christliche Prinzipien hätten Amerika groß gemacht und würden in der US-Armee gepflegt werden. Auch Papst Leo XIV hatte zuletzt Zeichen der Entspannung im Konflikt zwischen dem Vatikan und der Trump-Regierung gesetzt – die Debatte um Religion und Krieg bleibt dennoch ein zentrales Thema zwischen Washington und Rom.
Die Aussagen von Kardinal Marx sorgten weit über die Grenzen Deutschlands hinaus für Aufsehen. Mehrere US-amerikanische und internationale Medien griffen die Predigt auf. In Deutschland löste sie sowohl Zustimmung als auch Kritik aus. Kirchennahe Kreise betonten, Marx habe das Recht und die Pflicht, religiösen Missbrauch für politische Zwecke öffentlich anzusprechen. Kritiker warfen dem Kardinal vor, sich in außenpolitische Angelegenheiten einzumischen.
Der Begriff Gotteslästerung ist theologisch stark besetzt: Er bezeichnet die Verhöhnung oder Verunehrung Gottes. Dass ein hochrangiger Kirchenvertreter einen amtierenden US-Minister derart direkt mit diesem Begriff konfrontiert, ist ungewöhnlich und spiegelt das hohe Maß an Empörung wider, das die Äußerungen Hegseths in Teilen der Weltkirche auslösten. Auch in Münster wurde das Thema Kirche und Gesellschaft zuletzt diskutiert, als Theologe Michael Seewald die Universität verlassen hatte.
Parallel zur internationalen Aufmerksamkeit rund um die Hegseth-Predigt sorgt Kardinal Marx mit einer weiteren Entscheidung für Gesprächsstoff: Er hat die Priester und hauptamtlichen Mitarbeiter seiner Erzdiözese München und Freising aufgefordert, die umstrittene Handreichung Segen gibt der Liebe Kraft als Grundlage des seelsorglichen Handelns einzuführen. Diese Handreichung sieht Segensfeiern auch für geschieden Wiederverheiratete, gleichgeschlechtliche und queere Paare vor, die keine sakramentale Ehe eingehen können. Die Entscheidung stieß unter traditionell orientierten Katholiken auf scharfe Kritik, während progressive Kirchenvertreter sie begrüßten. Marx positioniert sich damit als einer der reformorientiertesten Bischöfe in Deutschland.
Reinhard Marx, Jahrgang 1953, ist seit 2008 Erzbischof von München und Freising und gehört zu den einflussreichsten Kirchenvertretern im deutschsprachigen Raum. Er ist Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz gewesen und gilt als progressiver Stimme innerhalb der katholischen Kirche. In seiner Amtszeit hat er sich mehrfach zu politischen und gesellschaftlichen Themen geäußert – von der Aufarbeitung des Missbrauchsskandals in der Kirche bis hin zu seiner klaren Haltung zu Krieg und Frieden. Die aktuelle Auseinandersetzung mit Hegseth dürfte dabei eine seiner schärfsten öffentlichen Äußerungen seit Jahren gewesen sein.
Quellen: domradio.de, t-online.de, kathpress.at, Vatican News, Die Tagespost
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