Berg Fidel feiert den 1. Mai und spricht über die Zukunft des Viertels

Neues Wandbild in Münster-Berg Fidel setzt Zeichen gegen LEG-Kündigung. Heute Kundgebung im Stadtteil.
Foto: Berg Fidel Solifarisch

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Münster. Zum fünften Mal lädt die Gruppe Berg Fidel Solidarisch am 1. Mai zu einem Viertelfest in den Stadtteil ein. Geplant sind Essen, Getränke, Musik, ein Kinderprogramm und mehrere Redebeiträge. Damit wird das Fest erneut mehr als ein geselliges Treffen im Quartier. Die Organisatorinnen und Organisatoren wollen auch über ihre Arbeit und über Themen sprechen, die Berg Fidel in den vergangenen Monaten besonders beschäftigt haben. Dazu gehören die Suche nach einer Nachfolge für die letzte Arztpraxis im Viertel und die Auseinandersetzung mit der LEG um Räume für die Stadtteilarbeit.

Berg Fidel Solidarisch verbindet Fest und politische Stadtteilarbeit

Berg Fidel Solidarisch versteht sich als Initiative, die Nachbarschaft, soziale Fragen und konkrete Hilfe im Stadtteil miteinander verbindet. Die Gruppe tritt seit Jahren mit Themen wie Mieten, Versorgung, Treffpunkten und solidarischer Unterstützung im Alltag auf. Das Viertelfest am 1. Mai ist deshalb nicht nur als Freizeitangebot gedacht, sondern auch als öffentlicher Ort für Austausch. Wer kommt, soll feiern können, aber auch erfahren, welche Konflikte und Sorgen es im Stadtteil gibt. Gerade dadurch bekommt das Fest eine besondere Rolle: Es macht sichtbar, welche Bedeutung selbstorganisierte Nachbarschaftsarbeit in einem Quartier wie Berg Fidel haben kann.

Arztpraxis in Berg Fidel bleibt ein zentrales Thema

Ein wichtiger Punkt der Redebeiträge dürfte die medizinische Versorgung sein. Im Stadtteil wird seit Monaten über die Zukunft der letzten Arztpraxis gesprochen. Für viele Menschen in Berg Fidel ist eine wohnortnahe Praxis mehr als eine Frage der Bequemlichkeit. Gerade ältere Menschen, Familien und Menschen ohne Auto sind darauf angewiesen, medizinische Hilfe möglichst nah im Viertel erreichen zu können. Nach öffentlich verfügbaren Informationen wird für die frühere Praxis an der Hogenbergstraße eine Nachfolge gesucht. Gesichert ist eine Lösung damit aber noch nicht. Genau hier setzt die Kritik aus dem Stadtteil an: Wenn eine solche Infrastruktur verschwindet, trifft das den Alltag vieler Menschen unmittelbar.

Konflikt mit der LEG prägt die Arbeit der Initiative

Auch die Auseinandersetzung mit der LEG dürfte beim Viertelfest Thema sein. Hintergrund ist die Kündigung von Räumen, die für Stadtteil- und Nachbarschaftsarbeit genutzt werden. Der Nachbarschaftstreff Berg Fidel hatte nach Berichten aus Münster der Kündigung widersprochen und die Räume zunächst nicht geräumt. Die Arbeit werde fortgesetzt, auch die Lebensmittelausgabe der Tafel nutze die Räume weiter, berichtete Antenne Münster Ende März. Damit steht der Konflikt beispielhaft für eine größere Frage: Wo können Initiativen im Viertel dauerhaft arbeiten, wenn bezahlbare Räume fehlen oder Mietverhältnisse unsicher werden? Für Berg Fidel Solidarisch ist das eine zentrale Voraussetzung, um überhaupt verlässlich im Stadtteil aktiv sein zu können.

Warum das Fest über Berg Fidel hinaus interessant ist

Das Viertelfest zeigt, wie eng soziale Infrastruktur, Wohnen und Nachbarschaft in Münster zusammenhängen. In Berg Fidel geht es nicht um abstrakte Debatten, sondern um konkrete Alltagsfragen: Gibt es eine Arztpraxis im Viertel? Gibt es Räume für Beratung, Treffen und Unterstützung? Gibt es Orte, an denen Menschen gemeinsam Probleme besprechen können? Der 1. Mai wird dadurch zu einem lokalen Signal. Berg Fidel Solidarisch nutzt den Feiertag, um Gemeinschaft zu zeigen, aber auch um deutlich zu machen, welche Themen im Stadtteil ungelöst sind.

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