A11 Nadrensee: PKW schleudert und überschlägt sich mehrfach – Vollsperrung

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Symbolbild Feuerwehreinsatz

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A11 Unfall Nadrensee: In der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag, den 29. auf den 30. April 2026, kam es auf der Bundesautobahn 11 im Bereich Nadrensee zu einem schweren Verkehrsunfall. Nach Angaben des Polizeipräsidiums Neubrandenburg fuhr ein 48-jähriger Fahrer eines Kia auf einen Transporter VW auf, der einen PKW auf einem Trailer geladen hatte. Durch den Zusammenstoß löste sich das Ladegut vom Trailer und überschlug sich mehrfach auf der Fahrbahn. Die A11 war daraufhin rund fünf Stunden vollgesperrt. Zudem nutzte ein alkoholisierter Fahrer die Rettungsgasse aus und wurde von der Polizei gestoppt.

A11 Nadrensee: Der Unfallhergang laut Polizei

Der Unfall ereignete sich gegen 23:00 Uhr auf der A11 in Fahrtrichtung Polen bei Nadrensee. Laut Polizeibericht befuhr der 58-jährige Fahrer des VW-Transporters mit aufgeladenem PKW die rechte Fahrspur der Autobahn, als der hinter ihm fahrende 48-jährige Kia-Fahrer aus bislang ungeklärter Ursache aufuhr. Durch den Aufprall verlor der Transporter-Fahrer die Kontrolle: Das Fahrzeug geriet nach links, prallte gegen die Mittelleitplanke und der Trailer löste sich vom Zugfahrzeug. Der auf dem Trailer befindliche PKW wurde durch die Luft geschleudert, überschlug sich laut Polizeiangaben mehrfach und prallte schließlich gegen die Leitplanke. Der Sachschaden beläuft sich nach ersten Schätzungen auf rund 26.500 Euro.

Der 53-jährige Beifahrer im Kia wurde bei dem Unfall leicht verletzt und wurde vor Ort von Rettungskräften versorgt. Der Fahrer des Transporters und der Kia-Fahrer blieben nach aktuellem Stand unverletzt. Die Polizei ermittelt nun gegen den Kia-Fahrer wegen fahrlässiger Körperverletzung im Zusammenhang mit einem Verkehrsunfall. Alle am Unfall beteiligten Personen sind polnische Staatsangehörige.

Auf anderen Autobahnen kam es in den vergangenen Wochen ebenfalls zu aufsehenerregenden Unfällen: So beschädigte auf der A255 Hamburg ein LKW eine Brücke und verursachte eine Vollsperrung, und auf der A46 Wuppertal sorgte ein brennendes Auto für Vollsperrung und langen Stau.

Vollsperrung der A11 für fünf Stunden

Zur Unfallaufnahme, Bergung der Fahrzeuge und Reinigung der Fahrbahn musste die Bundesautobahn 11 in Fahrtrichtung Polen für rund fünf Stunden vollständig gesperrt werden. Das bedeutete für den Nachtverkehr erhebliche Verzögerungen. Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei waren im Einsatz, um die Unfallstelle abzusichern und den Bereich zu räumen. Die Bergung des überschlagenen Fahrzeugs sowie des beschädigten Trailers gestaltete sich aufwendig. In solchen Situationen entsteht auf Autobahnen schnell ein langer Rückstau, der die Einsatzkräfte vor zusätzliche logistische Herausforderungen stellt.

Die A11 ist eine wichtige Transitroute zwischen Berlin und der deutsch-polnischen Grenze bei Kołbaskowo/Pomellen. Sie ist eine der wichtigsten Verbindungsachsen für den Güter- und Reiseverkehr zwischen Deutschland und Polen und trägt gerade in den Nachtstunden ein hohes Verkehrsaufkommen durch Lkw-Fahrer, die die Nacht für Langstreckenfahrten nutzen.

Trunkenheitsfahrt in der Rettungsgasse: Zweiter Vorfall im Stau

Im Zuge des durch den Unfall entstandenen Staus ereignete sich ein weiterer Vorfall: Ein 45-jähriger Mercedes-Fahrer versuchte, die Rettungsgasse zu nutzen, um an den stehenden Fahrzeugen vorbeizufahren. Das Fahrzeug wurde von Beamten der Bundespolizei gestoppt und kontrolliert. Dabei stellten die Beamten bei Fahrer und Beifahrer Alkoholgeruch fest. Ein vor Ort durchgeführter Atemalkoholtest ergab beim Fahrer einen Wert von 0,98 Promille. Daraufhin wurden Kollegen des Polizeihauptreviers Pasewalk hinzugezogen, die eine Blutprobe entnahmen. Der Fahrzeugschlüssel wurde sichergestellt. Die Polizei ermittelt nun wegen Trunkenheit im Verkehr.

Das Vergehen der Rettungsgassenblockierung oder -benutzung ist in Deutschland kein Kavaliersdelikt: Wer unberechtigt eine Rettungsgasse nutzt, riskiert ein Bußgeld von bis zu 320 Euro, zwei Punkte in Flensburg und ein einmonatiges Fahrverbot. Im schlimmsten Fall können Einsatzkräfte durch blockierte Rettungsgassen zu spät an den Unfallort gelangen. Ein ähnlicher Fall ereignete sich auf der A1: Ein alkoholisierter Autofahrer flüchtete durch die Rettungsgasse auf der A1 und wurde ebenfalls von der Polizei gestoppt.

Was bei Autobahn-Auffahrunfällen mit Gespannen zu beachten ist

Auffahrunfälle auf Autobahnen, bei denen Fahrzeuggespanne mit Trailern beteiligt sind, können besonders gefährlich sein. Durch die Hebelwirkung beim Aufprall können sich Anhänger oder Trailer vom Zugfahrzeug lösen und unkontrolliert auf der Fahrbahn landen oder andere Fahrzeuge gefährden. Das Ladegut – im vorliegenden Fall ein komplettes Fahrzeug – kann durch die Luft geschleudert werden und mit enormer Wucht auf andere Verkehrsteilnehmer oder die Infrastruktur treffen.

Experten empfehlen auf Autobahnen generell größere Sicherheitsabstände, vor allem zu schweren Fahrzeugen und Gespannen. Bei Dunkelheit und verringerter Sicht ist ein noch größerer Abstand angeraten, da die Bremszeit bei einem unerwarteten Hindernis deutlich knapper ausfällt als tagsüber. Zudem sollte der eigene Fahrzeugzustand vor Nachtfahrten überprüft werden: Müdigkeit, Ablenkung und Alkohol sind die häufigsten Ursachen schwerer Nachtunfälle auf deutschen Autobahnen.

Quellen: Polizeipräsidium Neubrandenburg, Presseportal Blaulicht – Stand: 30. April 2026

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