
Vier Jahre nach dem tragischen Absturz von China Eastern Airlines Flug 5735 sorgt ein neuer Bericht der US-amerikanischen Verkehrssicherheitsbehörde NTSB für Aufsehen. Die im Rahmen eines Informationsfreiheitsantrags (FOIA) am 29. April 2026 veröffentlichten Dokumente legen nahe, dass der Unfall keine technische Ursache hatte – sondern möglicherweise absichtlich herbeigeführt wurde. Die Erkenntnisse erschüttern erneut die Luftfahrtbranche und werfen dringende Fragen zur Transparenz der chinesischen Behörden auf.
Am 21. März 2022 startete Flug MU5735 der China Eastern Airlines pünktlich in Kunming mit dem Ziel Guangzhou. Bordeinsatz war eine Boeing 737-800 – kein strukturell umstrittenes MAX-Modell, sondern ein in der Branche als zuverlässig geltendes Flugzeug. An Bord befanden sich 123 Passagiere sowie neun Besatzungsmitglieder. Was als routinemäßiger Inlandsflug begann, endete in einer Katastrophe: Die Maschine stürzte in einer nahezu senkrechten Bahn mit geschätzten 900 Kilometern pro Stunde in die bergige Provinz Guangxi. Alle 132 Menschen an Bord kamen ums Leben. Es war eines der schlimmsten Flugzeugunglücke in China seit Jahrzehnten.
Die nun veröffentlichten Flugdatenschreiber-Auswertungen des NTSB zeigen eine erschreckende Sequenz: Rund 23 Sekunden vor dem Ende der Aufzeichnung wurden die Kraftstoffventile beider Triebwerke nahezu gleichzeitig von der Betriebsstellung auf die Abschaltstellung gedreht. Beide Triebwerke stellten daraufhin ihren Betrieb ein. Unmittelbar danach entkoppelte sich der Autopilot. Nur drei Sekunden später wurde einer der Steuerknüppel im Cockpit nach den NTSB-Angaben ausdrücklich „gewaltsam“ nach vorne gedrückt – was das Flugzeug in den fatalen Sturzflug versetzte. Welcher der Piloten diese Eingabe vornahm, lässt sich aus den Datenschreiber-Aufzeichnungen nicht eindeutig ableiten.
Der Kapitän des Unglücksfliegers war zum Zeitpunkt des Absturzes 32 Jahre alt und brachte rund 6.700 Flugstunden mit. Medienberichten zufolge hatte er kurz zuvor Vater werden – persönlich also in einer positiven Lebensphase. Ganz anders die Biografie seines Co-Piloten: Der erste Offizier war 59 Jahre alt und verfügte über außergewöhnlich viele 31.800 Flugstunden – für einen Ersten Offizier eine ungewöhnlich hohe Zahl. Hintergrund: Er war zu einem früheren Zeitpunkt vom Kapitän zum Ersten Offizier zurückgestuft worden und soll Schwierigkeiten bei Simulatorprüfungen gehabt haben. Diese biografischen Details befeuern Spekulationen, auch wenn sie für sich allein keine endgültige Schlussfolgerung erlauben.
Was den Fall besonders brisant macht: Die chinesische Luftfahrtbehörde CAAC hat bis heute keinen abschließenden Untersuchungsbericht vorgelegt. Das ist nach den Regeln der Internationalen Zivilluftfahrtorganisation ICAO eigentlich Pflicht – ebenso wie jährliche Zwischenberichte. Laut einem 2025 in den sozialen Medien Chinas kursierenden Dokument soll die CAAC intern mit der Begründung auf eine Veröffentlichung verzichtet haben, dies könne die „nationale Sicherheit und gesellschaftliche Stabilität“ gefährden. International zieht das wachsende Kritik auf sich. Experten mahnen, dass ohne einen transparenten Abschlussbericht ähnliche Tragödien in Zukunft nicht verhindert werden können.
Der China-Eastern-Absturz wird in der internationalen Luftfahrt-Community häufig mit den Boeing-737-MAX-Unglücken von 2018 und 2019 verglichen – obwohl die Maschinen und mutmaßlichen Ursachen grundverschieden sind. Während beim Boeing 737 MAX ein technisches Systemversagen (MCAS) ursächlich war und die juristischen Folgen für den Hersteller bis heute andauern, deutet die Datenlage bei MU5735 eher auf menschliches Einwirken hin. Auch bei der Boeing 787 Dreamliner gab es zuletzt Schlagzeilen über technische Probleme, die jedoch in keinem Zusammenhang mit dem China-Eastern-Fall stehen. Für die Luftfahrtbranche insgesamt bleibt das Vertrauen der Passagiere ein zentrales Thema – gerade wenn aufsehenerregende Unfälle ungeklärt bleiben.
Das NTSB betont ausdrücklich, dass die veröffentlichten Materialien keinen abschließenden Unfalsbericht darstellen. Die bisherigen Daten erlauben keine endgültige Aussage über Motive, Vorsatz oder die genaue Identität der handelnden Person. Dennoch: Der Befund, dass beide Kraftstoffventile in einem entscheidenden Moment der Sicherheitspositionen verlassen und der Steuerknüppel gewaltsam nach vorne gedrückt wurde, ist mit einer technischen Fehlfunktion kaum vereinbar. Die Angehörigen der 132 Opfer warten seit mehr als vier Jahren auf Antworten. Solange China keine vollständige, transparente Untersuchung vorlegt, werden die Gerüchte und Spekulationen nicht verstummen – und das Vertrauen in die internationale Flugsicherheit bleibt belastet.
Quellen: CNN (04.05.2026), NTSB FOIA-Veröffentlichung (29.04.2026), AirLive, Simple Flying, Aerotime
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