
Ein historischer Einschnitt in der deutschen Meinungsforschung: Erstmals seit Beginn des ARD-„Deutschlandtrends“ im Jahr 1997 liegt die AfD in der Sonntagsfrage des ARD-Leitmediums vor der Union. Die Erhebung von Infratest dimap, die am 7. Mai 2026 veröffentlicht wurde, sieht die AfD bei 27 Prozent – die CDU/CSU dagegen nur noch bei 24 Prozent. Damit führt die AfD nicht mehr nur in einzelnen Meinungsumfragen, sondern nun auch im wichtigsten politischen Barometer der ARD.
Im Vergleich zum Vormonat April 2026 legte die AfD um zwei Prozentpunkte zu und klettert auf 27 Prozent. Parallel verliert die Union zwei Punkte und fällt auf 24 Prozent. Die SPD hält sich stabil bei zwölf Prozent. Die Grünen verzeichnen einen leichten Zuwachs auf 15 Prozent (plus ein Punkt), die Linke verbleibt bei zehn Prozent. Das BSW stagniert bei drei Prozent, die FDP legt auf vier Prozent zu. Das Ergebnis wurde durch Infratest dimap zwischen dem 5. und 7. Mai 2026 erhoben, befragt wurden 1.303 wahlberechtigte Bürgerinnen und Bürger ab 18 Jahren per Telefon und Online.
Besonders bitter für die schwarz-rote Bundesregierung: Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erreicht einen Negativrekord. Lediglich 16 Prozent der Befragten sind mit seiner Arbeit zufrieden – ein Rückgang von fünf Prozentpunkten gegenüber April. 83 Prozent zeigen sich dagegen unzufrieden (plus sieben Punkte). Damit ist Merz der unbeliebteste amtierende Bundeskanzler, der im Deutschlandtrend je gemessen wurde. Für den Kontext: Selbst Olaf Scholz, der zuletzt stark unter Druck stand, war nie auf diesem Niveau. Die aktuelle Steuerschätzung 2026, die SPD-Chef Klingbeil präsentiert hatte, dürfte die Lage für die Koalition kaum verbessern.
Auch die gesamte schwarz-rote Koalition verzeichnet einen dramatischen Absturz in der Wählergunst. Beim Regierungsantritt vor einem Jahr zeigten sich noch 40 Prozent der Deutschen mit der Arbeit der Bundesregierung zufrieden. Heute sind es nur noch 13 Prozent. Das ist der schlechteste Zwölfmonats-Wert, der im Deutschlandtrend je für eine Bundesregierung gemessen wurde – schlechter als Rot-Grün im November 2003 und März 2004 (je elf Prozent) und schlechter als Schwarz-Gelb im Juni 2010 (zwölf Prozent). Der Rückhalt in der Bevölkerung ist in historischer Geschwindigkeit erodiert.
Die Gründe für den Absturz der Union sind vielfältig. Kritiker sehen in der Asyl- und Migrationspolitik eine treibende Kraft: Vielen ehemaligen Unionswählern erscheint die CDU/CSU als zu zögerlich, während die AfD klare Positionen propagiert. Gleichzeitig hat die Wirtschaftspolitik der Koalition – trotz teurer Maßnahmen wie der Entlastungsprämie, die zuletzt am Bundesrat scheiterte – nicht zu spürbarer Erleichterung bei Arbeitnehmern geführt. Zusätzlich belastet die juristische Auseinandersetzung rund um die AfD-Millionenspende, die vor Gericht scheiterte, das Bild einer schwachen demokratischen Opposition.
Dass die AfD nun erstmals in einer Leitumfrage vor allen anderen Parteien steht, ist eine politische Zäsur. Die Partei, die 2013 gegründet wurde und 2017 erstmals in den Bundestag einzog, hat sich in gut einem Jahrzehnt zur stärksten Oppositions- und nun auch zur stärksten Einzelkraft in der Wählergunst entwickelt. Historisch war die Position des stärksten politischen Blocks stets CDU/CSU oder SPD. Die demokratischen Parteien stehen nun vor einer grundlegenden Frage: Wie gewinnt man Vertrauen zurück – und welche Politikwechsel sind nötig, um den Trend umzukehren? Bis zur nächsten Bundestagswahl bleibt Zeit – aber nicht mehr viel davon.
Experten mahnen zur Einordnung: Umfragen bilden eine Momentaufnahme ab, keine Garantie für Wahlergebnisse. Methodisch sind alle Meinungsumfragen mit Unsicherheiten behaftet – der Deutschlandtrend von Infratest dimap gilt jedoch als eine der zuverlässigsten Erhebungen im Land. Der Abstand zwischen AfD und Union beträgt drei Prozentpunkte – innerhalb der statistischen Schwankungsbreite. Dennoch bleibt die Richtung eindeutig: Noch nie in 28 Jahren stand die AfD an der Spitze des Deutschlandtrends. Für die Bundesregierung und vor allem für Kanzler Merz ist dieser Moment ein lautes Warnsignal.
Quellen: ARD/Infratest dimap Deutschlandtrend (07.05.2026), T-Online, MSN, Berliner Zeitung
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