Nach dem Abstieg beginnt bei den Uni Baskets Münster der Neustart

Münster Baskets gewinnen ein packendes Derby gegen Phoenix Hagen mit 67:65. Spannender Spielverlauf, dramatische Schlussphase und ein wichtiger Erfolg im Playoff-Rennen.
Symbolbild von PDPics auf Pixabay

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Münster. Der Neustart der Uni Baskets Münster nimmt wenige Tage nach dem Ende der ProA Saison konkrete Formen an. Mit Curtis Jones Jr., Deshon Taylor, Philip Alston und Andrew O’Brien verlassen vier US Profis den künftigen ProB Ligisten. Damit beginnt am Berg Fidel nicht nur eine personelle Neuordnung, sondern auch die sportliche Aufarbeitung einer Saison, die trotz großem Zuschauerzuspruch mit dem Abstieg endete.

Vier Abgänge als erstes Signal für den Kaderumbruch

Die Uni Baskets Münster müssen ihren Kader für die kommende Saison neu zusammensetzen. Philip Alston, Curtis Jones Jr. und Deshon Taylor waren erst Anfang des Jahres als Reaktion auf die Verletzungssorgen verpflichtet worden. Ihre Verträge laufen aus. Andrew O’Brien war für eine Saison von den MLP Academics Heidelberg ausgeliehen und kehrt nach dem Ende der Leihe zunächst zu seinem Stammverein zurück. Heidelberg hatte O’Briens Vertrag im Juli 2025 bis 2028 verlängert und ihn anschließend nach Münster verliehen.

Sportlich ist der Abschied des Quartetts nachvollziehbar. Münster plant nach dem Abstieg in der ProB, während die Profile der vier Spieler klar auf höherklassigen Basketball ausgerichtet sind. O’Brien kam in allen 34 Hauptrundenspielen zum Einsatz, erzielte im Schnitt 5,8 Punkte und war mit 4,1 Rebounds pro Partie einer der wichtigsten Arbeiter unter dem Korb. Beim 84:80 gegen Leverkusen wurde er zudem als wertvollster Spieler der Partie geführt.

Späte Transfers konnten die Saison nicht mehr drehen

Alston, Jones Jr. und Taylor kamen in einer Phase nach Münster, in der die Baskets dringend Stabilität suchten. Der Kader war durch Verletzungen belastet, mehrere Leistungsträger standen über längere Zeit nicht oder nur eingeschränkt zur Verfügung. Genau diese Ausgangslage prägte auch die Bilanz der Nachverpflichtungen: Alle drei brachten Qualität mit, doch nicht alle konnten über mehrere Wochen konstant Wirkung entfalten.

Philip Alston startete auffällig und erzielte in seinen ersten sieben Partien im Schnitt 14,1 Punkte. Zum Saisonende hin war der Power Forward jedoch angeschlagen. Curtis Jones Jr. wurde dagegen schnell zu einem der prägenden Spieler der Schlussphase. Der Guard absolvierte alle 14 verbleibenden Saisonspiele, kam auf 14,4 Punkte und 3,6 Rebounds pro Partie und lieferte beim 82:84 gegen die Artland Dragons mit 30 Punkten seine stärkste Vorstellung. Taylor kam nach Vereinsangaben auf zehn Einsätze und durchschnittlich zehn Punkte. Beim 89:64 gegen Karlsruhe war er mit 25 Punkten Topscorer.

Der Abstieg beendet vier Jahre ProA Basketball in Münster

Der Kaderumbruch steht im größeren Zusammenhang eines sportlichen Einschnitts. Nach vier Jahren in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA müssen die Uni Baskets Münster den Gang in die ProB antreten. Besiegelt wurde der Abstieg durch die 82:84 Niederlage gegen die Artland Dragons Mitte April. Ausgerechnet diese Partie zeigte noch einmal, wie eng sportliche Enttäuschung und die besondere Atmosphäre am Berg Fidel beieinanderlagen.

Manager Helge Stuckenholz hatte nach dem Abstieg bereits eine klare Linie angedeutet. Eine mögliche Wildcard für die ProA steht für ihn nicht im Zentrum der Planungen. Nach Vereinsangaben will Münster den Weg nicht mit Gewalt erzwingen, sondern nur dann höherklassig planen, wenn ein belastbarer sportlicher Kern erkennbar ist. Damit richtet sich der Blick zunächst auf einen Neuaufbau, der zur ProB passt und dennoch die Perspektive zurück in die ProA offenhält.

Der Standort bleibt trotz Abstieg stark

Für Münster ist der sportliche Rückschlag schwer, aber nicht gleichbedeutend mit einem Bruch zwischen Team und Umfeld. Gerade die Heimspiele am Berg Fidel zeigten, dass Basketball in Münster weiterhin eine starke Basis hat. Die Uni Baskets sprechen selbst von einem Spitzenrang beim Zuschauerzuspruch der zweiten Liga und betonen den Rückhalt von Fans und Partnern trotz der enttäuschenden Saison.

Das macht die Ausgangslage für die kommende Saison ungewöhnlich. Die Mannschaft muss sportlich eine Liga tiefer neu aufgebaut werden, der Club kann aber weiter auf ein Umfeld setzen, das für ProB Verhältnisse erhebliches Gewicht haben dürfte. Die Abgänge von Jones Jr., Taylor, Alston und O’Brien sind deshalb nicht nur das Ende eines Kapitels, sondern der sichtbare Beginn einer neuen Phase. Entscheidend wird nun sein, ob es den Uni Baskets Münster gelingt, einen Kader zu formen, der wieder Identifikation schafft und sportlich schnell Stabilität findet.

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