
Das Klimaphänomen El Niño entwickelt sich Klimaforschern zufolge schneller als bislang angenommen. Die US-amerikanische Wetter- und Ozeanbehörde NOAA schätzt die Wahrscheinlichkeit, dass El Niño bereits im Zeitraum von Juni bis August 2026 einsetzt, auf rund 62 Prozent. Einige Klimamodelle halten sogar einen ungewöhnlich starken, sogenannten Super-El-Niño für möglich – mit weitreichenden Folgen für Regionen auf der ganzen Welt.
El Niño bezeichnet eine periodische Erwärmung der Meeresoberfläche im zentralen und östlichen Pazifik, die alle zwei bis sieben Jahre auftritt. Die veränderten Temperaturen im Ozean beeinflussen Luftdruckverteilung und Winde und wirken sich dadurch auf das Wetter weltweit aus. Das Phänomen gehört zu den stärksten natürlichen Klimasignalen der Erde. Sein Gegenstück, La Niña, führt umgekehrt zu einer Abkühlung der gleichen Meeresgebiete und hat ebenfalls spürbare Folgen für Wetterextreme auf verschiedenen Kontinenten. Typische El-Niño-Monate sind Dezember bis Februar, doch Aufbau und Abschwächung können sich über einen deutlich längeren Zeitraum erstrecken.
Nach Angaben der NOAA hat sich die Wahrscheinlichkeit für einen starken El Niño in den vergangenen Wochen merklich erhöht. Eine Chance von etwa eins zu drei wird inzwischen dafür eingeräumt, dass das Ereignis mindestens so stark ausfallen könnte wie jenes der Saison 2023/24 – eines der stärksten El-Niño-Ereignisse in der jüngeren Messgeschichte. Auch der Deutsche Wetterdienst (DWD) verwies zuletzt auf Signale, dass der kommende El Niño ungewöhnlich ausgeprägt sein könnte. Ob sich das Phänomen tatsächlich als historisch stark erweist, lasse sich derzeit noch nicht mit Sicherheit sagen.
Bei einem starken El-Niño-Ereignis sind laut Forschern intensivere Hitzewellen, verschärfte Dürren und gleichzeitig stärkere Überschwemmungen in bestimmten Regionen zu erwarten. Besonders Teile Südamerikas, das Horn von Afrika und Zentralasien müssten bei einem solchen Szenario häufiger mit Starkregen und Hochwasser rechnen. Die zusätzliche Wärme, die El Niño an die Ozeanoberfläche bringt, trifft dabei auf eine Welt, die durch den menschengemachten Klimawandel ohnehin wärmer geworden ist. Wissenschaftler warnen, dass dieses Zusammenspiel die Folgen eines starken El Niño verstärken könnte – stärker als bei früheren Ereignissen vergleichbarer Intensität. Für Küstenregionen weltweit ergibt sich daraus eine besondere Gefahrenlage: Angehobene Meeresspiegel und häufigere Sturmfluten könnten weiter ins Landesinnere vordringen als bislang.
Für Deutschland ist der direkte Einfluss eines El-Niño-Ereignisses schwächer als in tropischen Regionen. Klimatologen zufolge lagen in mehr als der Hälfte aller bisherigen El-Niño-Winter die Temperaturen in Deutschland über dem langjährigen Durchschnitt. Für 2026 rechnen Meteorologen zunächst mit einer hochdruckdominierten, tendenziell zu warmen und teils trockenen ersten Sommerhälfte. Ab Herbst, wenn El Niño weiter reift, könnten häufigere Tiefdrucksysteme und länger anhaltende Niederschlagsereignisse folgen. Ob die Sommerprognose für 2026, die bereits zwischen Hitze und Unwettern schwankt, dadurch noch zusätzlich beeinflusst wird, hängt von der weiteren Entwicklung des Phänomens ab.
Dass El Niño globale Ausmaße annehmen kann, zeigt der Rückblick auf frühere Extremereignisse. Das El-Niño-Ereignis von 1997/98 gilt als eines der stärksten je gemessenen und verursachte weltweit massive Schäden durch Überflutungen, Dürren und Ernteausfälle. Klimaforscher warnen, dass ein ähnlich starkes Ereignis heute im Zusammenspiel mit dem Klimawandel noch schwerwiegendere Folgen hätte. Sollte 2026 tatsächlich ein Super-El-Niño eintreten, wäre nach aktuellen Modellen auch 2027 ein erhöhtes Risiko für Rekordhitze auf globaler Ebene zu erwarten.
Ob 2026 tatsächlich zu einem außergewöhnlich starken El-Niño-Jahr wird, bleibt nach aktueller Einschätzung der Klimabehörden offen. Die ozeanischen Temperaturen im Pazifik würden in den kommenden Wochen genauer beobachtet, um verlässlichere Aussagen treffen zu können.
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