Wohnungsbau fällt auf niedrigsten Stand seit 2012

Münster legt fest, wie der sogenannte Bauturbo angewendet wird. Ziel sind schnellere Genehmigungen und mehr Wohnraum.
Foto: Caroline Muffert

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Der Wohnungsbau in Deutschland ist 2025 erneut deutlich eingebrochen. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes wurden bundesweit 206.600 Wohnungen fertiggestellt. Das waren 18 Prozent weniger als im Vorjahr und zugleich der niedrigste Stand seit 2012. Für Wohnungssuchende bleibt die Lage damit angespannt, obwohl wieder mehr neue Bauvorhaben genehmigt wurden.

Fertigstellungen sinken deutlich

Die Zahl der fertiggestellten Wohnungen lag 2025 um 45.400 Einheiten unter dem Vorjahreswert. Damit setzte sich der Abwärtstrend im zweiten Jahr in Folge fort. In den Jahren 2021 bis 2023 waren jeweils noch rund 294.000 Wohnungen fertiggestellt worden. 2024 sank die Zahl bereits spürbar, 2025 folgte nun ein weiterer Rückgang. Besonders problematisch ist diese Entwicklung, weil in vielen Städten und Ballungsräumen seit Jahren zusätzlicher Wohnraum fehlt. Das frühere politische Ziel von 400.000 neuen Wohnungen pro Jahr wurde damit erneut deutlich verfehlt.

Mehr Genehmigungen, aber viele Projekte bleiben liegen

Ein positives Signal gibt es dennoch bei den Baugenehmigungen. 2025 wurden nach Angaben des Statistischen Bundesamtes 238.100 Wohnungen genehmigt, das entspricht einem Plus von 10,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Diese Zahl liegt wieder über den Fertigstellungen, zeigt aber noch keine schnelle Entspannung auf dem Wohnungsmarkt. Der Bauüberhang blieb mit 760.700 genehmigten, aber noch nicht fertiggestellten Wohnungen nahezu unverändert hoch. Zugleich erloschen Genehmigungen für 35.700 Wohnungen. Das war der höchste Wert seit 2002.

Lange Bauzeiten bremsen neue Wohnungen aus

Ein zentrales Problem bleibt die Zeit zwischen Genehmigung und Fertigstellung. Nach den vorliegenden Zahlen dauerte es im Neubau zuletzt durchschnittlich 27 Monate, bis aus einer Genehmigung eine fertige Wohnung wurde. 2020 waren es noch 20 Monate. Gründe für die angespannte Lage sind unter anderem gestiegene Baukosten, teurere Finanzierung und Verzögerungen bei Projekten. Die gestiegenen Genehmigungszahlen können deshalb erst mit zeitlicher Verzögerung zu mehr fertigen Wohnungen führen. Für den Wohnungsmarkt bedeutet das: Die Krise im Neubau ist nicht kurzfristig gelöst.

Regierung setzt auf schnellere Verfahren

Die Bundesregierung will mit schnelleren Genehmigungen gegensteuern. Der sogenannte Bau-Turbo soll Verfahren vereinfachen und Kommunen mehr Spielraum geben, damit Projekte schneller umgesetzt werden können. Ob sich das bereits kurzfristig in höheren Fertigstellungszahlen zeigt, ist offen. Entscheidend wird sein, ob genehmigte Wohnungen tatsächlich gebaut werden und ob Investoren trotz hoher Kosten wieder mehr Projekte starten. Solange der Bauüberhang hoch bleibt und Genehmigungen verfallen, wird der Druck auf den Wohnungsmarkt voraussichtlich bestehen bleiben.

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